Nach dem nächtlichen Brandanschlag auf den „Super-Blitzer“ in VS steht fest: Das Gerät ist Schrott, Ersatz ist teuer – und der Täter weiter unbekannt.
War es einfach nur ein Vandale? Oder ein Autofahrer, der vom „Super-Blitzer“ erwischt wurde? Es scheint unwahrscheinlich, dass die Frage nach dem Täter des Brandanschlags auf den Blitzeranhänger an der B 523 zwischen Schwenningen und Tuningen irgendwann geklärt wird.
Sicher scheint hingegen: Das Gerät der Stadt Villingen-Schwenningen ist ein Fall für die Schrottpresse. Der sogenannte Enforcement Trailer ist nach einem Brandanschlag am frühen Sonntagmorgen in Flammen aufgegangen. Ein Autofahrer hatte den Brand gemeldet – die alarmierte Feuerwehr konnte den Totalschaden jedoch nicht mehr verhindern.
„Es ist von einer vollständigen Zerstörung auszugehen“, erklärt die städtische Pressesprecherin Madlen Falke. Sowohl die Hülle als auch das Innere des hochmodernen Geschwindigkeitsmessers sind den Flammen zum Opfern gefallen. Genauere Überprüfungen stehen allerdings noch aus. Die Stadt hat Strafanzeige gestellt, die Beamten ermitteln wegen gemeinschädlicher Sachbeschädigung.
Derzeit steht das Gerät weiterhin an der Bundesstraße. Es ist mittlerweile vom Kommunalen Ordnungsdienst mit einer Plane abgedeckt worden. „Solange die Spurensicherung andauert, wird das Gerät vor Ort bleiben und dann abtransportiert“, erklärt die Pressesprecherin in diesem Zusammenhang.
Schaden ist wohl deutlich höher
Während die Polizei von einem Schaden in Höhe von 120 000 Euro ausgeht, rechnet die Stadt mit ganz anderen Kosten. Falke: „Der Schaden ist sogar noch höher anzusetzen, denn eine Neubeschaffung beläuft sich auf rund 208 000 Euro.“ Und zu so einer Neuanschaffung soll es definitiv auch kommen.
Es handelt sich dann um eine zweite Anschaffung zusätzlich zu dem, der vor wenigen Wochen vom Gemeinderat genehmigt wurde. Dieser Blitzer-Anhänger soll insbesondere im Bereich der Schwenninger Steig stehen, nachdem dort Forderungen nach einer Geschwindigkeitsüberwachung laut geworden ist. Grund dafür sind mehrere schwere Unfälle im Kurvenbereich.
Zuletzt 2020 ein Brandanschlag
Unabhängig von den Rufen, den „Super-Blitzer“ zur Erhöhung der Sicherheit auf den Straßen einzusetzen, gerät der Enforcement Trailer auch regelmäßig in den Fokus von Vandalen. In der Regel handelt es sich aber um leicht zu beseitigende Schäden, wie Falke erklärt: „Maximal wurde mal die Scheibe oder das Gehäuse mit Farbe beschmiert, das ist aber immer schnell mit Spezialmitteln zu entfernen.“
Zuletzt war es aber im Oktober 2020 zu einem Brandanschlag auf den Blitzeranhänger gekommen. Damals hatte ein Unbekannter das Gerät an der B 33 bei Villingen aufgebrochen und innen angezündet. Um Daten eines Geschwindigkeitsverstoßes damit zu löschen, taugen solche Aktionen übrigens nicht: Denn unmittelbar nach dem Verkehrsverstoß würden diese Daten direkt drahtlos zur Bußgeldstelle übertragen.