Das Gemeindeteam St. Martin Riedöschingen sowie die katholische Frauengemeinschaft setzen sich gemeinsam für die Sanierung des Pfarrbrunnens ein und sind mit dem Resultat sehr zufrieden (von links): Bertram Sutter, Simone Sutter, Thomas Zeller, Hilde Bäurer, Agathe Wiegand, Andreas Sauter und Maria Hauptvogel. Foto: Conny Hahn

Das Becken und auch der Brunnen-Heilige St. Martin in der Ortsmitte Riedöschingens sind saniert. Im Zuge der Straßensanierung wird es aber eine Veränderung geben.

Der Riedöschinger Pfarrbrunnen erstrahlt nach der Sanierung der Figur des Brunnen-Heiligen St. Martin wieder in neuem Glanz.

 

Die katholische Frauengemeinschaft (KFD) sowie das Gemeindeteam St. Martin Riedöschingen haben sich im Schulterschluss dazu entschlossen, den Brunnen in der Ortsmitte gegenüber dem Pfarrhaus wieder auf Vordermann zu bringen.

„Die zentrale Figur war im Laufe der Jahre schwarz geworden und der Lack im Brunnenbecken abgeplatzt“, erklärt Kornelia Bader, die als Pfarrgemeinderätin, Mitglied des Gemeindeteams sowie Kassiererin der (KFD) gleich in mehrfacher Funktion in das Projekt involviert war.

KFD und Gemeindeteam machen gemeinsame Sache

Der Anblick gefiel den engagierten Mitgliedern der Gemeinde gar nicht, weshalb sie die Sache in die Hand nahmen und die Sanierung an zwei externe Handwerker übergaben. Die Kosten teilten sich das Gemeindeteam sowie die KFD je zur Hälfte. „Die KFD spart nie Geld an. Es wird entweder für einen guten Zweck gespendet oder für Aufwendungen zugunsten der Bürger und der Gemeinde in Riedöschingen verwendet“, betont die Kassiererin.

Wieder ein heller Martin

Maler Edgar Reichmann aus Nordhalden nahm sich der Sache an. Er reinigte die Sandstein-Figur des heiligen Martin, so dass sie wieder in ihrem ursprünglichen hellen Farbton erstrahlt. Anschließend imprägnierte er sie, um den Stein vor Beschädigungen zu schützen und seine Lebensdauer zu verlängern. Auch das Brunnenbecken erneuerte er im Inneren. So wurde der alte abgeplatzte Lack entfernt und das Becken mit einem frischen Anstrich versehen.

Steinmetz bessert noch die Brunneneinfassung aus

Demnächst wird der Steinmetzbetrieb von Markus Weniger aus Hüfingen noch einige Ecken ausbessern, die an der Brunneneinfassung weggebrochen oder abgeplatzt sind, wenn er weitere Arbeiten im Außenbereich rund um die St.-Martins-Kirche vornimmt.

Inzwischen ist der Brunnen wieder mit Wasser gefüllt und trägt zur positiven Erscheinung des Ortsbildes bei. Einzig die Algenbildung hält vor allen Dingen Ortsbildpfleger Willi Scheyer auf Trab. Er reinigt den Brunnen regelmäßig, damit der blaue Farbanstrich nicht völlig hinter dem grünen Algenteppich verschwindet. Dieser war jedoch auch bereits vor der Sanierung vorhanden, er fällt nun lediglich durch den frischen Anstrich stärker ins Auge.

Landfrauen sorgen für Blumenschmuck

Der Pfarrbrunnen gehört zum festen Bestandteil des Ortsbildes. Jeden Sommer wird er bereits seit 25 Jahren durch die Landfrauen mit einer üppigen Blütenpracht verschönt.

Verkehrstechnisch sind die Meinungen über den Brunnen zweigeteilt: Einerseits wird eine Verkehrsgefährdung durch den Brunnen gesehen, da es in dem kurvigen Bereich der Hauptstraße bei zwei entgegenkommenden Fahrzeugen an dieser Stelle sehr eng und gefährlich zugeht. Andererseits hat der Wasserspender an seinem Standort eine verkehrsberuhigende Wirkung, da er die Verkehrsteilnehmer zwingt, langsamer zu fahren und verhindert, dass aus der Hauptstraße eine Rennstrecke wird.

Straßensanierung bringt Veränderung mit sich

Beim zweiten Bauabschnitt der Sanierung der Ortsdurchfahrt, der für 2025 ansteht, soll ein Kompromiss angestrebt werden. In einem Vor-Ort-Termin habe sich der Ortschaftsrat klar für die Erhaltung des Brunnens ausgesprochen, wie Ortsvorsteher Rainer Linke betont.

Um die Gefahrenstelle direkt auf der Höhe des Brunnens etwas zu entschärfen und zu vermeiden, dass Fahrzeuge bei Gegenverkehr zwingend auf den Gehweg ausweichen müssen – was diesen zunehmend belastet und beschädigt und vor allem für die Fußgänger eine Gefahr darstellt – soll das Brunnenbecken etwas zurückversetzt werden in Richtung der Römerstraße.

Einst eine Viehtränke

Der Pfarrbrunnen in Riedöschingen besteht bereits seit dem 16. Jahrhundert. Ursprünglich war es eine Viehtränke für die Tiere der Landwirte im Dorf gewesen, später dann ein klassischer Brunnen im heutigen Sinne. Allerdings ziert die Heiligenfigur des St. Martin als Schutzpatron der Riedöschinger Gemeinde diesen erst seit den 1960er-Jahren, als der damalige Pfarrer Hartert die Figur neu errichten ließ.