Elena Burkard erholt sich derzeit noch von Achillessehnen-Problemen. Um die Qualifikation für Olympia ist es durch ihren Weltranglisten aber gut bestellt.Foto: Eibner Foto: Schwarzwälder Bote

Leichtathletik: Derzeit wird geklärt, woher die Probleme an der Achillessehne der Läuferin kommen / Hoffen auf Teilnahme

Sie war eine der drei großen Medaillenkandidatinnen bei den Deutschen Meisterschaften über 3000 Meter Hindernis am Wochenende in Braunschweig. Doch ein Stechen in der Achillessehne machte Elena Burkard einen Strich durch die Rechnung. Nun hofft die Läuferin, ihren Olympia-Traum nicht aufgeben zu müssen

Während die haushohe Favoritin Gesa-Felicitas Krause und Lea Meyer im Braunschweiger Eintracht-Stadion um den Titel kämpften, verbrachte Burkard von der LG farbtex Nordschwarzwald ihre Zeit im Trainingszentrum Herxheim, um dort die lädierte Sehne auszukurieren. Mittlerweile kam Entwarnung. Die Sehne ist intakt, aber woher das Problem kommt, soll eine weitere MRT-Untersuchung klären.

Die ersten leichten Dauerläufe hat die 29-Jährige mittlerweile schon wieder absolviert und blickt jetzt schon mit einem Auge nach Tokio zu den Olympischen Spielen.

Zu Burkards Verletzungssorgen kam aber vergangene Woche noch ein weiterer Fakt. Burkard ist bisher zweimal knapp an der geforderten Olympianorm von 9:30,00 Minuten vorbeigelaufen. Diese Norm ist gleichzusetzen mit der direkten Olympiaqualifikation. Eine weitere Qualifikationsmöglichkeit ist über die Weltrangliste. In dieser steht Burkard derzeit auf Rang 23 und hat damit die allerbesten Chancen auf einen Startplatz in Tokio. Eine Nominierungsrichtlinie beim Deutschen Leichtathletik-Verband ist allerdings an einen Start bei den Deutschen Meisterschaften gekoppelt. Die Aufregung war daher die vergangenen Tage groß, da die Baiersbronnerin durch die kurzfristige verletzungsbedingte Absage eben diese Bedingung nicht erfüllen konnte. Ein Gang zum Verbandsarzt des Deutschen Leichtathletik-Verbands war also von Nöten, um eben auch von Verbandsseite eine offizielle "Krankmeldung" zu bekommen. Aber Elena Burkard ist ja als Hindernis- und Crosslaufspezialisten gewohnt, mit Unwägbarkeiten umzugehen und nahm auch diese Hürde.

Sobald in den nächsten Tagen geklärt ist, woher die Probleme an der Achillessehne kamen, will Burkard gemeinsam mit ihrem Trainer Jörg Müller in enger Abstimmung mit dem DLV-Teamleiter Lauf, Werner Klein, die weitere Saisonplanung angehen. Ein weiterer Trainingsaufenthalt in Herxheim und ein Aufenthalt in der Höhe von St. Moritz mit dem deutschen Olympia-Läuferaufgebot ist geplant.

Wie es allerdings mit der weiteren Rennplanung aussieht, steht noch nicht fest. "Da will ich im Moment auch noch gar nicht spekulieren. Ich würde gerne das ein oder andere Diamond League Meeting laufen, damit ich auch mal in einem richtig schnellen Rennen meine derzeitige Form austesten kann und nicht immer selbst fürs Tempo sorgen muss", so Burkard.

Unsicher ist sie sich noch über die beiden Trainingsaufenthalte: "Ich trainier eigentlich am liebsten daheim in Baiersbronn und Freudenstadt. Da fühle ich mich einfach am wohlsten. Und mit den Jungs der LG habe ich bei den harten Trainingseinheiten immer jemand, den ich sozusagen als Tempomacher nutzen kann. Ich denke, dass hilft mir sehr und ist oft mehr wert, als wochenlang allein in irgendeinem Trainingslager zu trainieren. Aber das ist sicher auch Typsache, und ich bin eben jemand, der mit unserer Gruppe am besten sein Potenzial abrufen kann", gesteht die sympathische Nordschwarzwälderin.

Burkards Weg nach Tokio geht in die entscheidenden Wochen. Jetzt heißt es Daumen drücken, dass die kleine Verletzung vollends abklingt, damit sie ihren Traum von den Olympischen Spielen weiterträumen und sich in etwas mehr als sechs Wochen erfüllen kann.

Hat Ihnen der Artikel gefallen? Jetzt teilen: