Zu den Themen, mit denen sich der Gemeinderat in 2025 beschäftigte, gehörte auch das Sanierungsgebiet „Ortsmitte Aichhalden“ mit Rathausareal. Foto: Herzog

Im Gemeinderat Aichhalden ist es in der letzten Sitzung des Jahres Tradition, dass der ehrenamtliche Bürgermeister-Stellvertreter eine Jahresbilanz abgibt.

Manfred Moosmann sprach darin von einem für viele Menschen schwarzen Jahr 2025. In allen Himmelsrichtungen der Erde seien machthaberische Autokraten im Amt. Ein Handelskrieg zwischen Russland, China und den USA lähme den Welthandel, der auch in Deutschland kräftig zu spüren sei.

 

Die Wirtschaft stagniere, Großfirmen bauten Arbeitsplätze ab. Städte und Kommunen ächzten unter den Belastungen, die sie von Bund und Land aufgebürdet bekämen.

Vielerorts kollabiere der Gemeindehaushalt, das Geld fehle vorne wie hinten. „In diesen Zeiten ist die Politik mehr denn je gefordert. Ein schnelles Handeln ist jetzt nötig, denn die Demokratie hat im Sockel schon einen Riss“, stellte Moosmann bedenklich fest.

Der Trend nach rechts müsse unbedingt verhindert werden.

Um aus dieser Krise herauszukommen, müsse auf das eine oder andere künftig verzichtet werden, und wenn es noch so sehr schmerze. Nur gemeinsam könne Stärke gezeigt werden.

„Beachtliche Liquidität“

In der Gemeinde Aichhalden tickten die Uhren zum Glück etwas anders. Mit dem Haushaltsplan 2026 nehme man sich viel vor für die kommenden Jahre. In der Vergangenheit sei im Ratsgremium zusammen mit der Verwaltung eine beachtliche Liquidität von rund sieben Millionen Euro erwirtschaftet worden. Dadurch sei es möglich, die geplanten Projekte umzusetzen und nicht zu verschieben.

In Folge der wirtschaftlichen Situation müsse künftig mit einem Rückgang der Einnahmen bei der Gewerbesteuer gerechnet werden. Umso mehr seien Verwaltung und Gemeinderat gefordert, mit dem Geld sorgsam zu wirtschaften.

„Wir haben in den zurückliegenden Jahren die Ziele erreicht und der Erfolg gibt uns Recht“, hob Moosmann hervor und nannte beispielhaft die Erschließung des Eselbachtals als eine der größten Herausforderungen. Dringend notwendig gewesen sei auch der Neubau der Fahrzeug- und Lagerhalle für den Bauhof, um Strukturen und Arbeitsabläufe zu verbessern.

Der Gemeinderat habe sich auch mit weniger erfreulichen Themen wie der Erhöhung der Wassergebühren beschäftigen müssen. „Ich will dies nicht schönreden. Für jede Erhöhung der Speicher- und Nutzenzeiten des Smartphones oder weitere Fernsehsender werden zehn Euro ohne Murren ausgegeben. Doch beim Wasser, eines der kostbarsten Lebensmittel die wir haben, wird gejammert“, kritisierte das langjährige Ratsmitglied.

Wiederwahl von Lehrer

Da die Wasserversorgung ständig neuen Vorschriften unterliege und stets saniert und erneuert werden müsse, werde Wasser auch künftig teurer werden. Neben zahlreichen Themen wie Kindergartenplanung, Betreuung Grundschulkinder, Sanierungsgebiet „Ortsmitte Aichhalden“ und Straßenbeleuchtung, mit denen sich das Gremium beschäftigt habe, wolle er die Wiederwahl von Bürgermeister Michael Lehrer mit einer überaus starken Wahlbeteiligung und einem Wahlergebnis von 98,08 Prozent hervorheben. Für 2026 wünsche er allen an erster Stelle Gesundheit und Freiheit, die man für kein Geld der Welt kaufen könne, betonte Moosmann.