Drei Punkte beträgt derzeit der Vorsprung des SV Seedorf auf den Relegationsrang. Allerdings: Während die Konkurrenz noch zwei Spiele hat, darf der SV nur noch einmal ran.
Letzter Spieltag, die Stunde der Entscheidung: Alle Partien werden gleichzeitig angepfiffen, nach dem Abpfiff geht der Blick aufs Handy. Es sind genau diese Konstellationen, die den Fußball so spannend machen.
Auch im Abstiegskampf der Landesliga-Staffel 3 finden am finalen Spieltag am 6. Juni alle Spiele (Ausnahme: das tabellarisch irrelevante Spitzenspiel Balingen gegen Empfingen wird 30 Minuten früher angepfiffen) zeitgleich statt.
Nur ein Team muss zuschauen: Der SV Seedorf hat spielfrei. Ein Blick auf die möglichen Szenarien.
Stand jetzt wäre der SV Seedorf gerettet
Dass man derzeit drei Punkte Vorsprung auf den SSC Tübingen hat, der auf dem Relegationsrang 13 steht, ist also nur bedingt beruhigend für das Nervenkostüm. Denn die Tübinger haben noch zwei Chancen zu Punkten, der SV Seedorf, der jedoch die um fünf Treffer bessere Tordifferenz hat, nur noch eine.
So gelingt am vorletzten Spieltag der Klassenerhalt
Eine gute Nachricht gibt es bereits zwei Spieltage vor Schluss für Trainer Emanuele Ingrao und sein Team: Der direkte Abstieg in die Bezirksliga ist vom Tisch. Denn der TSV Harthausen/Scher auf Rang 14 kann die sieben Zähler nicht mehr aufholen. Ein Seedorfer Erfolg gegen den bereits geretteten Aufsteiger VfL Mühlheim alleine würde am kommenden Wochenende jedoch nicht reichen, um auch die Relegation sicher zu überspringen.
Der SSC Tübingen trifft auswärts auf den TuS Ergenzingen. Der Abstieg des TuS ist bereits seit geraumer Zeit besiegelt, zu groß ist der Rückstand aufs rettende Ufer. Gewinnen die Tübinger ihr Auswärtsspiel also, fällt die Entscheidung erst am letzten Spieltag. Dann muss der SVS zuschauen, während die Tübinger den SV Zimmern zu Gast haben, der derzeit noch um Platz drei kämpft.
Sollte jedoch der SV Seedorf mehr Punkte holen als der SSC, wäre die Ingrao-Elf gerettet – am finalen Spieltag der Saison könnte es dann für den SSC Tübingen nur noch darum gehen, den Relegationsplatz gegen Harthausen (falls diese am Wochenende gewinnen) zu verteidigen.
Was passiert bei einer Seedorfer Niederlage?
Verlieren die Seedorfer ihr Heimspiel gegen Mühlheim, dürften die Blicke schnell in Richtung Ergenzingen gehen. Denn bei einem Tübinger Sieg gegen den TuS wären die beiden Teams wieder punktgleich. Dem SSC würde dann am letzten Spieltag ein Unentschieden gegen Zimmern reichen, um sich zu retten – der SV Seedorf müsste dann in die Relegation. Theoretisch könnten Tübingen auch drei Punkte aus zwei Spielen reichen. Allerdings nur, wenn Seedorf hoch gegen Mühlheim verliert und so am Ende die schlechtere Tordifferenz hat.
Was ist, wenn Seedorf unentschieden spielt?
Wenn der SV Seedorf gegen den VfL einen Punkt holt, könnte das schon zum sicheren Klassenerhalt reichen. Und zwar dann, wenn Tübingen gegen Ergenzingen verliert. Spielt auch der SSC unentschieden, hätte der SVS die deutlich besseren Karten – Tübingen müsste dann mit mindestens fünf Toren Differenz beim SV Zimmern gewinnen.
Auf solche Rechenspielchen will man es beim SVS allerdings wohl kaum ankommen lassen. „Es gilt, die Spannung hoch zu halten und das letzte Heimspiel zu gewinnen“, sagt Trainer Ingrao. Und wer weiß: Vielleicht kann dann ja nach dem Blick aufs Handy bereits der sichere Klassenerhalt gefeiert werden.