Klein und unscheinbar platzierte OBin Dorothee Eisenlohr die Information im Gemeinderat unter „Bekanntgaben“, dass die Stadt Schramberg die ehemalige Tankstelle in der Schillerstraße gekauft hat. Unsere Redaktion hakte zu den Hintergründen nach.
Die Entscheidung für den Kauf der Gebäude im Sanierungsgebiet „Bühlepark“ fiel bereits in nicht öffentlicher Sitzung des Gemeinderats. Die genaue Kaufsumme möchte die Stadt geheim halten.
Stadtsprecher Hannes Herrmann teilte auf Anfrage hin mit, dass die Tankstelle mitsamt des dahinter liegenden Lagers- und Werkstattgebäudes gekauft worden sei.
Außerdem: „Vorerst ist es vorgesehen, dass die Stadt mit Förderung aus dem Sanierungsgebiet die baulichen Anlagen, die sich derzeit noch auf dem Grundstück befinden, zurückbaut und das Gebäude mittelfristig einer Nachnutzung zuführt.“
Wohn- oder Mischbebauung
Vorstellbar ist laut Herrmann, dass eine Wohn- oder Mischnutzung mit Gewerbe und Dienstleistung dort eingerichtet werden könnte. Dazu heißt es in weiterer Ausführung: „Das Nachnutzungskonzept muss im Einklang mit den für das Sanierungsgebiet formulierten Sanierungszielen umgesetzt werden.“ Ziele des städtischen Konzepts generell sind laut Informationen der städtischen Internetseite wiederum die Schaffung eines attraktiven Wohnquartiers unter Ausschluss von Sammelunterkünften für Flüchtlinge. Sollte in Form einer Mischnutzung auch Gewerbe und Dienstleistung hinzukommen, könnte darin die Chance der Aufwertung des Wohnumfelds für die Anwohner auch der Stadt Schramberg insgesamt liegen.
„B-Gefahrenlage“
Die Stadt Schramberg geht laut Herrmann davon aus, dass die altlastenverdächtige Fläche der Einklassifizierung „B-Gefahrenlage hinnehmbar/Entsorgungsrelevanz“ lediglich einmalige und keine jährlichen Kosten verursache.
Laut Experten aus dem Umfeld eines Ingenieurbüros heißt dies in der Praxis, dass sobald es zu einer Umnutzung der Fläche kommt, Maßnahmen ergriffen werden müssen. Solange die Fläche bleibt wie sie momentan ist, ist dies noch nicht erforderlich. Außerdem teilen die gleichen Experten auf Anfrage als Hintergrundeinschätzung mit, dass die Ansiedlung von Gewerbe in der Tendenz wohl unkomplizierter und kostengünstiger zu realisieren sein dürften als die Umwandlung zu einer Wohnbebauung.
Die Stadt Schramberg geht laut Herrmann davon aus, dass eine einmalige Altlastensanierung fällig werde, sobald nähere Details zur Nachnutzung vorliegen. Der Umfang dieser Sanierung könne erst dann beurteilt werden.
Zum weiteren Prozedere in Bezug auf die Tankstelle heißt es: „Die verschiedenen Optionen zur Nachnutzung werden im Vorfeld geprüft und zu einem späteren Zeitpunkt dem Gemeinderat vorgelegt.“
Unsere Redaktion fragte zudem ergänzend bei Herrmann an, von wann bis wann die Tankstelle in der Schillerstraße genau in Betrieb war. Denn je nachdem wann sie es war, galten bei der Errichtung unterschiedlich hohe Sicherheitsbestimmungen bezüglich der Treibstofftanks. Dementsprechend unterschiedlich ist dann laut Experten aus dem Umfeld eines Ingenieurbüros auch wiederum die Gefahr der Verunreinigung von Boden oder Gewässern dort zu bewerten.