Das Wetter war warm und trocken, doch das allein reicht nicht aus für einen guten Ertrag.
In den vergangenen Tagen und Wochen hat man sie öfter gesehen: Traktoren, die auf den Wiesen fleißig das abgemähte und getrocknete Gras gewendet und schließlich zu großen Ballen gepresst haben. Jetzt ist die Heuernte abgeschlossen und sie verspricht gut zu werden, meint BLHV-Vorsitzender Ulrich Müller aus Fischerbach. Damit haben die hiesigen Landwirte die Futterversorgung ihrer Tiere zum größten Teil gesichert.
„Die Heuernte ist so gut wie abgeschlossen und wir haben einen guten Ertrag“, fasst Müller zusammen. Das Wetter sei optimal gewesen, aber um gut heuen zu können, brauche man eigentlich auch nur drei trockene Tage am Stück. Und natürlich brauche man ausreichend viele Helfer, um die Wetterlage ausnutzen zu können und entsprechend schnell fertig zu werden. Auch die Lage der Wiese spiele eine Rolle. An Hanglagen sei die Heuernte aufwendiger und beanspruche mehr Zeit.
Angesichts der jüngsten Hitzewelle war aber auf jeden Fall das Wetter perfekt gewesen. Zuvor hatte es ausreichend viel geregnet. Das sei gut,denn: „Es darf auch nicht zu lange zu trocken sein. Dann wächst das Gras nicht gut und enthält weniger Nährstoffe. Unter anderem weniger Stärke und Proteine“, weiß Müller. Es sei eben nicht nur Quantität entscheidend, sondern auch Qualität. Außerdem seien ausreichend Niederschläge im Vorfeld wichtig, damit Dünger ausreichend aufgelöst wird.
Grundsätzlich sei aus diesem Grund der erste Schnitt besser. Er sichere einem Betrieb bis zu 60 Prozent der Grundfutterversorgung des Viehs. „Der Durchschnittsbetrieb hier nimmt einen Schnitt vor und beweidet die Fläche dann. Aber es gibt auch welche, die mehrere Schnitt machen. Das ist ganz unterschiedlich und hängt von vielen Faktoren ab“, führt Müller aus.
Futterversorgung für das Vieh ist zu 60 Prozent gesichert
Die gute Ernte in diesem Jahr wird aller Erwartung nach zu moderaten Heupreisen führen, meint Müller. „Angebot und Nachfrage regeln auch hier den Markt“, sagt er. Aufgrund der früheren schlechten Jahre mit nassem Wetter und entsprechender Ernte sei der Heumarkt aber immer noch eher angespannt, so Müller. „Wir hoffen, dass bei einer längeren Trockenphase die Preise wieder sinken“, sagt er. Festzuhalten sei, dass es beim Heu immer wieder gute und schlechte Jahre gebe. Bei letzteren, gerade in Extremjahren, müssten Landwirte Ballen dazukaufen, aber er habe noch von keinem Betrieb gehört, der aus diesem Grund größere Probleme bekommen habe oder gar aufgeben musste. „Ausnahmen gibt es aber bestimmt immer“, sagt Müller.
Für die Heuernte seien ein paar trockene Tage zwar entscheidend, aber grundsätzlich würden die hohen Temperaturen und die langanhaltenden Dürreperioden, die der Klimawandel nach sich zieht, eher Probleme bereiten als dass sie positiv seien, fasst der BLHV-Vorsitzende zusammen.
„Das wird in vielen Bereichen schwierig: für das Obst, den Mais, das Holz. Der Borkenkäfer zum Beispiel fühlt sich bei trockenen, heißen Temperaturen am wohlsten“, so Müller. Selbst die Erntezeitpunkte würden sich über kurz oder lang immer weiter nach vorne verlagern.
Auswirkungen des Klimawandels
Forscher der Stanford University haben global untersucht, welche Auswirkungen der Klimawandel auf die Landwirtschaft hat. Dabei kamen sie zu dem Ergebnis, dass jede zusätzliche Erwärmung um einen Grad Celsius die Nahrungsmittelproduktion um 120 Kalorien pro Kopf und Tag reduziert. Laut der Studie trifft der Klimawandel die Landwirtschaft in den unterschiedlichen Regionen nicht gleich stark. In den USA sind die prognostizierten Ernteverluste etwa besonders hoch. In Europa kommt es je nach Breitengrad beim Maisanbau durch den Klimawandel zu etwas höheren Ernten im Norden (zehn Prozent) zu deutlichen Rückgängen.