Der BLHV Gutach hat sich bei seiner Hauptversammlung strukturell neu aufgestellt. Der Vorstand besteht fürs Erste aus zwei Mitgliedern.
Die Weichen stehen auf Veränderung: Bei seiner Hauptversammlung hat sich der BLHV Gutach neu aufgestellt und einen neuen Vorstand gewählt. Der setzte sich erst einmal aus nur zwei Mitgliedern zusammen – doch die Hoffnung besteht, dass sich das demnächst ändern wird.
„Der Verein lag eine Weile brach“, gab Vorsitzender Steffen Aberle zu Beginn zu. In Hinblick auf die Kommunalwahlen im Jahr 2029 riet er allen Anwesenden, sich für den Gemeinderat aufstellen zu lassen, „damit wir für die Landwirtschaft eine Lanze brechen können“, meinte Aberle. Er kündigte an, sein Amt als Vorsitzender abzugeben. Kassierer Martin Moser berichtete, dass es seit 2015 kaum Bewegungen auf dem Konto BLHV gegeben habe, da auch keine Aktivitäten stattgefunden hätten. Allein die Gemeinde habe regelmäßig ihren jährlichen Unterstützungsbeitrag eingezahlt. Zusammengerechnet ergäben die beiden Konten des BLHV einen vierstelligen Betrag. Auch Moser erklärte, bei den Wahlen für den Posten das Kassierers nicht mehr zur Verfügung zu stehen. Als Grund gab er an: „Ich habe das 40 Jahre lang gemacht, es wird Zeit, dass Jüngere weitermachen. Die Kassenprüfung erfolgte ob der Überschaubarkeit der Finanzen vor Ort am Tisch, es gab keine Beanstandungen. Gutachs Bürgermeister Siegfried Eckert nahm die Entlastung des Vorstands und der Kasse vor, die jeweils einstimmig ausfielen.
Neue Vorstandsstruktur beim BLHV Gutach
Vor den anstehenden Wahlen sagte Eckert: „Sie zeigen, wie sehr Ihnen die Region am Herzen liegt. Der BLHV-Ortsverein ist elementar wichtig, denn die Landwirtschaft dient uns allen.“ Ohne den Fleiß der Bauern gebe es keine Nahrung; sie bewahrten die Böden und die Wälder. Gleichzeitig habe sich die Landwirtschaft in den vergangenen 22 Jahren stark gewandelt; die Bedeutung betriebswirtschaftlicher Kompetenzen sei für die Betreiber immer größer geworden.
Vor diesem Hintergrund gab Eckert seinem Respekt vor den Nachwuchslandwirten Ausdruck. „Ich ziehe den Hut vor allen Jungen, die weitermachen“, sagte er. Er dankte Aberle und seinen bisherigen Stellvertreter Karl-Heinz Waidele und auch Ulrich Müller als BLHV-Kreisvorsitzenden, der sich darum gekümmert habe, dass es einen Nachfolger für den Ortsvereinsvorsitz gibt. Der sei in Florian Wöhrle gefunden worden. Er stellte sich zu Wahl, die Eckert leitete. Alle anwesenden Mitglieder stimmten für ihn. Der Bürgermeister sagte, Wöhrle sei eine gute Wahl, „er weiß, was auf ihn zukommt.“ Ein Freiwilliger für das Amt des Vorsitzenden-Stellvertreters und des Kassierers wurde nicht gefunden, wohl aber ein Beisitzer: Jürgen Lehmann erklärte sich bereit, dieses Amt zu übernehmen. Auch diese Votum fiel einstimmig aus.
Laut Lukas Schaudele ist die Neubesetzung des Vorstandsteams mit nur zwei Mitgliedern möglich. „Vielleicht können wir uns nach der Fastnacht mit Ulrich Müller zusammensetzen, um weitere Vorstandsmitglieder zu finden und den Verein so auf neue Füße zu stellen“, schlug er vor. Eckert empfahl dafür eine Sondersitzung.
Nur im Team könne man gemeinsam erfolgreich sein
Wöhrle betonte, dass die Landwirte als Team, nicht als Konkurrenten agieren müssten und dass es sein Ziel sei, dass „die Landwirtschaft mehr gesehen wird“.
Anschließend berichtete Schaudele Aktuelles aus dem Kreisverband. Er erwähnte dabei, dass die Entnahme des Wolfs auf der Hornisgrinde. Schaudele blickte auf einen langen Kampf um die Aberkennung des Schutzstatus zurück und zeigte sich dankbar, dass viele Forderungen der Landwirte aufgenommen wurden. „Für uns ist es wichtig, dass der Wolf nun geschossen werden kann“, sagte er. Es gebe in Bezug auf die Wolfsbejagung aber noch einige Themen, die noch nicht geklärt sind, wie zum Beispiel, ob es erlaubt ist, dem Tier mit Nachtsichtgeräten nachzustellen. Auch die Schießquoten stünden noch nicht fest. Auch wie das Monitoring weiterlaufen soll, sei noch nicht geklärt.
Der Verband
Der Badische Landwirtschaftliche Hauptverband (BLHV) vertritt als berufsständischer Verband die agrarpolitischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Interessen von circa 15000 Landwirten, Winzern und Obstbauern in Südbaden.