Schamlos ausgenutzt: Ein 38-Jähriger soll einen an den Rollstuhl gefesselten 50-Jährigen gezwungen haben, in Stuttgart betteln zu gehen. Am Sonntag nimmt die Polizei den mutmaßlichen Menschenhändler fest. Foto: dpa/Symbolbild

Schamlos ausgenutzt: Ein 38-Jähriger soll einen an den Rollstuhl gefesselten 50-Jährigen gezwungen haben, in Stuttgart betteln zu gehen. Am Sonntag nimmt die Polizei den mutmaßlichen Menschenhändler fest - weitere Meldungen der Polizei aus Stuttgart.

Stuttgart-West: Polizeibeamte haben in der Nacht zum Sonntag im Stuttgarter Westen einen 39-Jährigen festgenommen, der einen 50-Jährigen zum Betteln gezwungen haben soll.

Wie die Polizei meldet, hatte der südosteuropäische Verdächtige vermutlich Anfang Juli den 50-jährigen beidseitig beinamputierten Landsmann nach Stuttgart gebracht und ihm versprochen, er könne hier arbeiten. Als der an den Rollstuhl gefesselte Mann hier war, soll ihn der 39-Jährige zum Betteln gezwungen haben. Das erbettelte Geld musste er allabendlich abliefern, und auch tagsüber wurde er von dem Verdächtigen überwacht.

Am Sonntag gegen 1 Uhr hatten sich die beiden getroffen, um wieder einmal das Geld zu übergeben. Hierbei gelang es dem 50-Jährigen, mit dem Rollstuhl in die Rotenwaldstraße zu flüchten. Am Westbahnhof holte ihn der 39-Jährige allerdings mit dem Auto ein. Dann soll er auf den behinderten Mann eingeschlagen und ihn wieder ins Auto gesetzt haben. Der 50-Jährige ließ sich jedoch aus dem stehenden Auto fallen und wehrte sich.

Zeugen wurden auf die beiden Männer aufmerksam und riefen die Polizei. Die Beamten trafen kurz darauf ein und nahmen den 39-Jährigen fest. Gegen ihn wurde Haftbefehl erlassen.

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