Sopranistin Cristina Bravo und Thomas Nutzenberger am Flügel begeisterten mit ihrem Konzert„Alle Jahre wieder“ ein großes Publikum im Blauen Salon. Foto: Buchta

Pianist Thomas Nutzenberger und Sopranistin Cristina Bravo zeigten ihrem Publikum eine musikalische Seite, die auf die bald anstehenden Feiertage einstimmte.

„Alle Jahre wieder“ hieß das Konzert am Sonntagabend im Blauen Salon. Sopranistin Cristina Bravo und Pianist Thomas Nutzenberger präsentierten Weihnachtslieder der Romantik, traditionelle Weihnachtsweisen in neuem Gewand und festlich gestimmte Klavierstücke – und weckten bei den vielen Zuhörern die Vorfreude auf das Fest.

 

Sopranistin und Pianist überzeugten gleichermaßen mit ihrem Können. Die Sängerin, die mit expressiver Mimik und Gestik die Wirkung ihres wundervollen Soprans eindrucksvoll unterstrich und derPianist, der die Lieder einfühlsam begleitete oder die Solostücke auf dem Flügel ungemein ausdrucksvoll gestaltete. Solo auf dem Flügel begann das Konzert mit „Dezember – Weihnachten“ aus „Die Jahreszeiten“ von Peter Tschaikowsky – eine würdige Eröffnung eines hinreißenden Konzerts. Derart eingestimmt, erreichten die folgenden vier Weihnachtslieder von Peter Cornelius, einfühlsam auf dem Flügel begleitet, unmittelbar die Herzen der Zuhörer. Ganz besonders eindrucksvoll geriet Frédéric Chopins „Nocturne“, das Nutzenberger solo betont behutsam, mit wohlgesetzten Pausen und in bemerkenswerter Tonbrillanz präsentierte.

Zu einem Höhepunkt wurden zwei „Ave Maria“, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten: Einmal das romantische, tief demütige „Ave Maria“ von Franz Schubert und, in jähem Kontrast, das im „Ritmo de Carnavalito“ und in Anklängen an den Tango gespielte „Ave Maria Andina“ des Argentiniers José Bragato. Ein Programmpunkt, der einen tiefen Eindruck hinterließ. Ungewohnte Rhythmen und Tonfolgen flossen bei Max Regers „Mariä Wiegenlied“ ein, nach dem die beiden, sozusagen „zur Versöhnung“, Richard Strauss’ „Die Heiligen drei Könige“ kredenzten. Mit dem „Agnus Dei“ von George Bizet endete unter großem Beifall der erste Teil des Konzerts. Nach der Pause ging es schwungvoll und mit energisch-rhythmischem Anschlag weiter mit Frédéric Chopins „Polonaise“. Mit Gabriel Faurés „Noel“ nahm das Paar den Impressionismus vorweg.

Nach einem Bravourstück der Romantik, Adolph Adams „Cantique de Noel“, stimmten die Zuhörer unter Anleitung der Sopranistin und begleitet vom Flügel drei traditionelle Weihnachtslieder an – und es klang durchaus passabel.

Zugaben

Mit dem reizenden „Sandmännchen und Abendsegen“ aus Engelbert Humperdincks Oper „Hänsel und Gretel“ und unter minutenlangem Beifall ging das so eindrucks- wie stimmungsvolle Konzert zu Ende – nach zwei Puccini-Arien als Zugaben. Aber selbst dann wollte der Beifall lange nicht aufhören.