Markus Heinemann war 17 Jahre lang erster Vorsitzender des Bad Dürrheimer Blasorchesters. Mit vielen Erinnerungen blickt er nun zurück. Foto: Ursula Kaletta

Nach 17 Jahren gibt Markus Heinemann sein Amt als erster Vorsitzender des Blasorchesters Bad Dürrheim ab. Er blickt auf eine bewegte Zeit zurück.

Nicht immer verläuft es problemlos, wenn in einem Verein ein Vorstandsposten besetzt werden soll. Nicht aber beim Blasorchester Bad Dürrheim. Hier war Markus Heinemann seit 2009 als erster Vorsitzender tätig. Nach 17 Jahren übergab er das Amt an Nachfolgerin Carolin Hirt.

 

Als er vor 17 Jahren gefragt wurde, ob er bereit sei, erster Vorsitzender des Blasmusikvereins zu werden, hat er gerne zugesagt. Erfahrungen für dieses Amt waren vorhanden, von 2003 bis 2006 war er erster Vorsitzender bei den Bad Dürrheimer Urviechern. Bedingt durch die Übernahme des väterlichen Sanitärbetriebes und Umbauarbeiten gab er dieses Amt ab, bis es drei Jahre später beim Blasorchester weiterging.

Mit vielen Erinnerungen an besondere Ereignisse kann er nun auf die 17-jährige Amtszeit zurückblicken. Nicht rosig sah die finanzielle Lage zu Beginn seiner Amtszeit aus, berichtet er. Um diese zu überbrücken, war er ein ganzes Jahr als Bundesfreiwilligendienstleistender (BufDi) tätig, was ihm als selbstständiger Unternehmer möglich war. Den Verdienst für die abgeleisteten Stunden, darunter auch Fortbildungen speziell für Vereine, ließ er in die Kasse des Blasorchesters fließen.

In schöner Erinnerung bleibt das dreitägige Blasmusikfest, das 2015 zum 150-jährigen Bestehen des Blasorchesters ausgerichtet wurde. Ebenso das Musical „Freude“, das im Jahr 2011 mit viel Erfolg mit dem Jugendchor der katholischen Kirche aufgeführt wurde.

Bläserklasse hat sich gut entwickelt

Erfolgreich hat sich auch die von Heinemann gegründete Bläserklasse entwickelt. Das Erlernen von Instrumenten wurde Grundschülern aus der Werkrealschule angeboten und damit wurde das Ziel erreicht, junge Menschen für die Blasmusik zu begeistern, was ihm sehr am Herzen liegt.

Eine schwierige Zeit musste während der Corona-Pandemie bewältigt werden. „Wir haben in dieser Zeit alles getan, was möglich war“, erinnert er sich. Geprobt wurde teilweise im Freien, bei Proben im Pfarrsaal musste Abstand eingehalten werden, durchgeführt wurden auch Online-Proben als notdürftiger Ersatz. „Es hat viel Kraft gekostet, aber war wichtig, den Verein am Leben zu erhalten.“ Leider gingen während dieser Krise dem Verein einige junge Musiker verloren, bedauert Heinemann.

Auch administrative Aufgaben gehörten zu seiner 17-jährigen Amtszeit: Termine für Konzerte und Veranstaltungen suchen und festlegen, Programmhefte entwerfen und drucken lassen, zweimal gab es einen Dirigentenwechsel, der Telefonate und Vorstellungsgespräche erforderlich machte.

Dem Verein bleibt er als aktiver Musiker erhalten

Mit seinem Entschluss, das Amt niederzulegen, zeigt sich Heinemann zufrieden. „Meine Zeit ist vorbei, das nötige Feuer ist verbraucht, nun ist es Zeit für neue Impulse.“ Als Glück bezeichnet er, dass der Verein ein stark verjüngtes Vorstandsteam habe.

Ganz verabschieden wird er sich natürlich nicht, er bleibt dem Verein als aktiver Musiker treu und möchte sich weiterhin um die Bläserjugend kümmern.

Nicht unerwähnt lässt er, dass er das Amt mit den vielfältigen Aufgaben, durch die nicht selten private Vorhaben in den Hintergrund gerieten, durch das Verständnis und durch die Mithilfe seiner Ehefrau Gudrun ausüben konnte, die selbst 16 Jahre lang als Beisitzerin in der Vorstandsriege tätig war.