Ausverkauftes Haus, volle Tenne und ein Wochenende voller moderner Blasmusik: In Linach zeigte sich eindrucksvoll, wie vielfältig und energiegeladen das Genre heute ist.
Endlich wieder einmal Wilder Michel und wieder einmal laut – aber anders: Am Muttertags-Wochenende luden die Michels um Urs und Ute Fischbach zu einem Blasmusikfestival der Extraklasse ein.
„Wir haben so viele Tickets wie noch nie verkauft“, strahlte Urs Fischbach schon am Freitagabend.
Anders als beim Michel gewohnt präsentierte sich das musikalische Genre. Weder Heavy Metal noch ähnlich harte Musik war zu erleben, vielmehr fand erneut das „Blechfeschd“ statt.
Begonnen wurde am Freitagabend mit den „Brasserfällen“ aus Triberg, die schon zum zweiten Mal da waren – wie andere Formationen hatten auch sie Platzprobleme auf der eher kleinen Bühne in der Tenne.
Alls andere als verstaubt
Sie bewiesen, dass Blasmusik keinesfalls verstaubt ist, sondern im modernen Gewand mit Wahnsinns-Drive aufwartet. Sie wurden sogar noch getoppt von „Spicy Roots“, eine Ska-Brass-Band aus dem Schwabenländle, die auch schon international Erfolge gefeiert und mehrere Tonträger aufgenommen hat. Neben bläserischen Leckerbissen warteten sie auch mit Gesang auf.
Auch am Samstag herrschte Party-Blasmusik in der Tenne. Zunächst war es „Brass27“ von der Baar. Die noch jungen Musikerinnen und Musiker bringen Blasmusik der modernen Musikwelt näher. Gesang, eine knallende E-Gitarre und diverse Blasinstrumente brachten die Tenne zum Beben.
Der absolute Brecher aber war der modern gestaltete „Mestizo“-Sound der südamerikanisch-deutschen Band „El Flecha Negra“, geprägt von lateinamerikanischen Rhythmen mit Cumbia, Reggae und Mestizo-Power, die direkt in die Hüften gehen und schon zwanghaft zum Tanzen anregten. Da reichte für Brass-Feeling dann auch eine einzige Trompete, die dann aber sehr beherrschend war.
Am Sonntag erlebten die Besucher dann eher „Heimisches“ mit der Pfuttli Musik – einem Gute-Laune-Ensemble des Musikvereins Aufen.
Hits für alle
Dieser Teil des Blechfeschds war kostenlos. Die Musiker überzeugten mit zahlreichen altbekannten und aktuellen Hits aus der Charts- und Schlagerwelt.