Mechtild Bender merkt in ihrem Haushaltsladen bei den Kunden noch Zurückhaltung. Foto: Piskadlo

Den heutigen "Black Friday" markieren sich einige Schnäppchenjäger ganz dick im Kalender. Rabatte locken deutschlandweit in die Geschäfte oder in den Online-Shop. Im Kinzigtal spielt aber auch ein ganz anderer Tag eine Rolle – der "Red Friday".

Mittleres Kinzigtal. - Angebote, Rabatte und Prozente – der "Black-Friday" ist für viele Einzelhändler der Startschuss für das Weihnachtsgeschäft. So werden Kunden mit reduzierter Ware in Geschäfte gelockt. Unsere Redaktion hat bei Gewerbevereinen und Händlern im Raum Haslach nachgefragt, wie sich Unternehmer in der Region auf den "schwarzen Freitag" vorbereiten und was sie sich vom diesjährigen Weihnachtsgeschäft erhoffen.

Gewerbeverein Haslach: Der Haslacher Gewerbeverein hat es bereits hinter sich – und eine Woche vor dem "Black Friday" den "Red Friday" veranstaltet. "Wir setzen uns damit vom Black Friday ab – vor allem durch das vorgezogene Datum – und als große Gemeinschaftsaktion haben wir natürlich so auch eine sehr hohe Durchschlagskraft", so Martin Schwendemann, Geschäftsführer des Haslacher Handels- und Gewerbevereins. Ein Großteil der Betriebe habe "insgesamt guten Erfolg" gemeldet.

Generell hänge der Umsatz oft noch bei etwa 80 Prozent im Vergleich zu vor Corona, aber das schwanke sehr von Betrieb zu Betrieb und auch von Woche zu Woche, gibt er über die aktuelle Stimmung Auskunft. "Und nun dräut das Thema Gaspreise und Energiekosten allgemein: selbst mit den jeweiligen Preisbremsen sind die Erhöhungen nur recht schwer für die Betriebe zu verkraften und die diesbezügliche massive Verunsicherung auf Kundenseite macht es dem Handel auch nicht einfacher." Der HGH hofft aber nach wie vor auf ein gutes Weihnachtsgeschäft, die Weihnachtsaktionen laufen gerade an. Gewerbeverein Hausach: Stefan Keller vom Forum Hausach sieht den "Black Friday" kritisch. "Es ist schwierig, in der Corona-Zeit dafür zu werben, alle Leute an einem Tag ins Geschäft zu locken. Viele Leute konzentriert an einem Ort halte ich da nicht für sinnvoll". Bei einem Treffen mit den Händlern sei aber vor kurzem klar geworden, dass die Meinungen in der Stadt unter der Burg dazu auseinandergehen. "Einige profitieren beim Umsatz auch davon und bieten daher Rabatte an. Das kann jeder für sich selbst entscheiden", so Keller. Online-Handel würde zwar die Anzahl an Kunden zur gleichen Zeit im Geschäft kleiner halten. "Aber hier betreibt ja nicht jeder einen Online-Shop." Eine zentrale Aktion des Gewerbevereins zum "Black Friday" gibt es in Hausach nicht. Gewerbeverein Wolfach: "In Wolfach spielt der ›Black-Friday‹ keine Rolle", erklärt der Geschäftsführer des Gewerbevereins, Simon Vollmer. Man setze eher auf "Glückgulden" – eine Aktion der Stadt, bei der Kunden des stationären Einzelhandels Gutscheine gewinnen können. Laut Vollmer sei der "Black Friday" eher etwas für Großstädte, in denen "die Masse gegeben ist". Dennoch hofft der Geschäftsführer auf einen regen Ansturm im Hinblick auf die kommenden Wochen. "Trotz aller Umstände blicken wir positiv in Richtung Weihnachtsgeschäft. Wir rechnen zwar mit Zurückhaltung vieler Kunden, sind aber zuversichtlich", erklärt Vollmer.

n Best Haushalt, Küche und Genuss Haslach: "Der ›Red Friday‹ war kein besonderer Ausreißer", erklärt Geschäftsführerin Mechtild Bender auf Nachfrage unserer Redaktion. Ein Grund dafür könne laut Bender eine gewisse Zurückhaltung der Kunden sein. "Man merkt natürlich, dass Kunden eher auf den Preis schauen", stellt die Geschäftsführerin fest. "Wir sind ganz gut aus der Pandemie rausgekommen, jetzt kommt die Energiekrise", fügt sie an. Vom Weihnachtsgeschäft erhoffe man sich, dass "der Verkauf gut läuft" und der Einzelhandel im Allgemeinen einen Aufschwung erlebt. "Wir freuen uns auch schon über kleine Ergebnisse", erklärt Bender weiter. Exklusive Angebote zum heutigen "Black-Friday" soll es nicht geben, man habe jedoch "immer wieder gute Angebote und Schnäppchen", versichert Bender.n Saresa Haslach: Ein anderes Bild ergibt sich in der Haslacher Hauptstaße 32 – Geschäftsführerin Sabrina Renter vom Modeschmuckgeschäft "Saresa" zeigt sich "sehr zufrieden" mit dem "Red-Friday". "Es war sehr viel los. Das hat man allein daran gesehen, wie viele Tüten in der Innenstadt getragen wurden", erinnert sich Renter.

Von Zurückhaltung der Kunden habe sie nichts gemerkt. In Bezug auf das Weihnachtsgeschäft herrsche bei ihr bereits Vorfreude: "Wir sind gut gerüstet, alle Waren sind rechtzeitig angekommen – ich freue mich sehr." Auch hier seien keine speziellen Angebote zum "Black-Friday" geplant.

Vorbild USA

"Black Friday" (Schwarzer Freitag) wird in den Vereinigten Staaten der Freitag nach Thanksgiving genannt. Da dieses Fest immer auf den vierten Donnerstag im November fällt, gilt der darauffolgende "Black Friday" als Start der Weihnachtseinkaufsaison. Da die meisten US-Amerikaner diesen Tag als Brückentag nutzen und erste Weihnachtseinkäufe tätigen, werden große Umsätze in den Geschäften gemacht.