Die „Black Forst Comedy Night“ in der Uhrmacher-Ketterer-Halle in Schönwald soll sich auf Dauer etablieren, hofft Veranstalter Thomas Bührer – mit BlackForestComedy als Markenzeichen. Längerfristig soll es auch ein Fernsehformat geben.
Drei Mann hoch brachten sie die Uhrmacher-Ketterer-Halle des beschaulichen Kurorts zum Beben – wobei sich der Schweizer mit deutscher Vergangenheit Frank Richter als Moderator des Abends ansah, aber bei Weitem nicht nur moderierte.
Frank Richter Vielmehr kamen ständig Frank Richters Hang zu Stand-up-Comedy und auch Satire kam dabei nicht zu kurz. Dabei kokettierte er mit seiner sexuellen Ausrichtung: er sei schwul. In der Schweiz setze sich das langsam durch, es gebe mittlerweile schon vier seiner Art – zwei seien allerdings weiblich. Aber wenn man schwul sei, könne man Frauen jederzeit tolle Komplimente machen, ohne Probleme wegen sexueller Belästigung zu bekommen. Zudem sei es hilfreich, wenn es um Strafen gehe: „Ist das jetzt so teuer, weil ich schwul bin“, helfe da unheimlich. „Probieren sie es, wenn sie hier Speisen oder Getränke kaufen“, empfahl Richter.
Er sei am Vortag in Titisee gewesen und fand den Schwarzwald schön – bis er durch Furtwangen gefahren sei. „Was kann man empfehlen, wenn man Furtwangen sagt?“ lästerte er. Er komme in jüngster Zeit fast nicht mehr dazu, aufzutreten, weil er ständig in Meetings sei. In der Schweiz beginne ein Meeting aber erst dann, wenn alle Beteiligten da seien – und das könne sich ziehen. Und dann gehe das Gespräch los: „Wir nennen es Weihachten – wo keiner dem anderen zuhört.“
Sein Freund sei Chinese, „die sind uns um Jahrzehnte voraus. Wenn mein Freund Bezahlen will, lächelt er in sein Handy, dann zahlt das für ihn. Und wenn er zuvor Lippenstift auflegt, zahlt seine Schwester“, erklärte Richter zum Vergnügen der Besucherinnen und Besucher.
Jozo Brico In eine andere Richtung tendierte der zweite Schweizer, allerdings kam mit Jozo Brico ein anderer Comedian als angekündigt. Brico ist Schweizer mit Migrationshintergrund, macht seit drei Jahren nach vielen Hilfsjobs Comedy und hat 2023 den „Swiss Comedy Award“ als bester Newcomer gewonnen.
Sein Vater sei als Kroate ohne Sprachkenntnisse in die Schweiz gegangen und habe als Koch in der Gastronomie gearbeitet. Einmal habe ihn ein Kollege zum Metzger geschickt, er solle Schneckenfleisch kaufen – und er habe es geschafft, indem er „Fleisch mit Haus drauf“ signalisierte. Probleme habe sein Papa mit dem Abschließen: „In Kroatien kommt der Weihnachtsmann nicht durch den Schornstein, sondern durch die Haustür, weil keiner abschließt“, behauptete er. Sein Vater habe ihn fast in den Wahnsinn getrieben mit seiner Art, jedem alles zu verzeihen, doch der habe ihm gesagt: „Bau in jedem Dorf ein Haus.“
Als Kind habe er an einem See Schwanenküken bewundert und sei ihnen wohl sehr nah gekommen, bis die aufgebrachte Schwanenmama ihn attackiert habe. „Mein Vater hat sie am Hals gepackt und auf den See geschleudert.“ Darauf sei ein Naturschützer gekommen und seinen Vater übel beschimpft. Es kam zum Streit, der immer mehr ausartete. Er habe sich dazwischen gestellt und seinem Vater empfohlen: „Papa, bau in jedem Dorf ein Haus.“ Zudem trauert er seinen alten Frisuren nach und musste feststellen, dass nicht nur seine Haare zu wünschen übrig lassen.
Tobi Freundenthal Der dritte im Bunde, Tobi Freundenthal, bekannte sich als Dauer-Schnellsprecher, der ADS hat – „gebt mir Ritalin, dann wird es langsamer“, betonte er. Auch Schnarcher bekamen ihr Fett weg, wobei sich der Kölner vor allem seinen Vater vornahm – der ihm beim Besuch schlaflose Nächte beschere, aber steif behaupte, er schnarche nicht. Und Beweisaufnahmen seien manipuliert. Sein Vortrag sei eine Selbsthilfegruppe, bei der „nur einer reden darf – das bin ich“.
Thomas Bührer Man könnte sich solche Veranstaltungen mit wechselnden Comedians durchaus vorstellen, sie machen Laune und die Halle sei dafür bestens geeignet, waren sich die Zuschauer einig. Auch die Bewirtung durch den DRK-Ortsverein war nach ihrer Ansicht wieder hervorragend. Auf Dauer will Veranstalter Thomas Bührer diese Veranstaltungen im Südwesten etablieren als eigenes Format – das dann auch fernsehtauglich werden soll.