Vor dem Spitzenspiel gegen Verfolger Reutlingen spricht Panthers-Kapitän Paul Isbetcherian im Interview über die bisherige Saison und die Playoffs-Aussichten.
Für Paul Isbetcherian und die Black Forest Panthers könnte die bisherige Saison kaum besser laufen. Auch am Valentinstag werden sie dafür womöglich wieder viel Liebe von den Rängen der Deutenberghalle ernten. Bevor am Samstag das Spitzenspiel gegen den Tabellenzweiten aus Reutlingen ansteht, spricht der Schwenninger Kapitän über die Stimmung in der Mannschaft, die Leistungen in der bisherigen Saison und die Aussichten auf die Playoffs.
Herr Isbetcherian, wie geht die Mannschaft in das Duell mit den Reutlingen Ravens? Ist es ein Spiel wie jedes anderes oder eine besondere Herausforderung?
Ein bisschen von beidem, denke ich. Natürlich gehen wir das Spiel an wie jedes andere auch, aber es ist definitiv ein Top-Spiel. Das hat man auch im Hinspiel in Reutlingen gesehen, als zwei Mannschaften auf Augenhöhe aufeinandertrafen. Da lagen wir deutlich hinten, haben am Ende aber noch gewonnen. Das wünschen wir uns natürlich wieder, um unser Polster an der Tabellenspitze zu vergrößern. Aber selbst dann hätten wir noch nichts erreicht, schließlich kommen noch die Playoffs.
Sie sprechen es an: Die Ravens sind natürlich auch ein möglicher Playoff-Gegner...
Das stimmt, aber das ist jetzt noch kein Thema für uns. Wir konzentrieren uns auf die reguläre Saison, wollen unbedingt Erster werden. Aber ja, so ist nun mal der Modus: Erst in den Playoffs entscheidet sich dann die Meisterschaft. Da kann alles auch schnell wieder vorbei sein.
Die Panthers spielen eine bärenstarke Saison und scheinen auch im Vergleich zum letzten Jahr einen großen Schritt gemacht zu haben. Woran liegt das?
Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen sind viele Leistungsträger geblieben. Es ist immer gut, wenn ein Team länger zusammenspielt. Außerdem haben die jungen Spieler eben jetzt ein Jahr mehr Erfahrung. Und man muss auch ganz deutlich sagen, dass wir in dieser Saison mehr Vollprofis im Kader haben. Das hilft natürlich auch.
Der Fokus auf möglichst professionelle Bedingungen ist etwas, das man auch aus dem Vereinsumfeld immer häufiger hört...
Genau, das ist sicherlich auch ein Hauptgrund dafür, das so viele Spieler – inklusive mir - geblieben – sind. Von den Trainingsbedingungen bis hin zum Social-Media-Auftritt – hier in Schwenningen hat das alles mindestens ProB-, wenn nicht sogar ProA-Niveau. Ich habe fünf Jahre lang in der ersten Liga in Österreich gespielt und hatte dort nur bei einem Verein ähnlich gute Bedingungen. Hier wissen alle, dass der Verein zurück in die 2. Bundesliga möchte. Das ist das große Ziel. Und als Spieler ist das natürlich auch ein Anreiz, auf dem Parkett alles zu geben.
Kann diese Erwartungshaltung aber auch zu einer Art Ablenkung werden?
Vielleicht manchmal, wir bekommen die Ambitionen des Vereins natürlich mit. Aber unser Job ist es, dass wir uns voll und ganz auf das Sportliche konzentrieren.
Zum Abschluss: Haben Sie einen Wunschgegner für die Playoffs?
Ich denke, dass sich jeder Spieler und Coach seine Gedanken macht, auf wen er gerne im Halbfinale oder Finale treffen würde. Aber am Ende des Tages muss das eigentlich egal sein. Wir haben den Anspruch, das beste Team der Liga zu sein – da muss man eben jeden Gegner schlagen. Unser Fokus liegt auf der restlichen Regular Season und dann nehmen wir es so, wie es kommt.
Heinrichs warnt vor den Ravens
Wenn am Samstagnachmittag die Reutlingen Ravens ihre metaphorischen Zelte in der Deutenberghalle aufschlagen, ist allen Beteiligten bewusst, dass eine enorm starker Kontrahent auf sie zukommt. „Karlsruhe, Reutlingen und wir – das sind die Top-Teams der Liga. Im Vergleich zu den Wizards würde ich sogar sagen, dass Reutlingen noch einmal etwas tiefer besetzt ist“, so Panthers-Headcoach Pascal Heinrichs über den Tabellenzweiten. Im Hinspiel in Reutlingen bekamen die Schwenninger das am eigenen Leib zu spüren. „Da lagen wir zwischenzeitlich mit 15 Punkten zurück und mussten uns erst zurückkämpfen“, erinnert sich der 36-Jährige an den packenden 83:80-Auswärtssieg am siebten Spieltag.
Treffsichere Reutlinger
Bei diesem Duell Anfang November avancierte Chris Okolie mit 27 Punkten und 13 Rebounds zum Matchwinner. Auch diesmal könnte der Center wieder ein Schlüssel zum Erfolg sein – allerdings nur einer von vielen. „Das Team, das die simplen Dinge besser aufs Parkett bringt, wird das Spiel am Ende gewinnen“, ist sich Heinrichs sicher. Dabei denkt er vor allem den Auftritt seiner Schützlinge am defensiven Ende des Feldes: „Reutlingen hat dynamische Guards, die wir in den Griff kriegen müssen. Und sie sind das beste Dreier-Team der Liga (34,6% Trefferquote, Anm. d. Red.) – da müssen wir in der Defense über 40 Minuten hinweg hellwach sein.“