Bitterer kann ein Saisonaus kaum sein: Nach der 0:20-Wertung des eigentlich gewonnen zweiten Spiels verlieren die Panthers auch das entscheidende Duell im Halbfinale mit 66:75.
Zu Beginn dieser Partie hatten die Gastgeber offensichtlich Wut im Bauch. Nachdem sie das zweite Spiel der Halbfinalserie gegen die College Wizards in Karlsruhe eigentlich gewonnen hatten, ihnen der Sieg – und damit der Einzug ins Finale – aber nachträglich aufgrund eines Formalfehlers im Spielberichtsbogen aberkannt wurde, wollten die Schwenninger nun im Entscheidungsspiel vor heimischer Kulisse alles klar machen. Mit geradezu erdrückender Defense hielt man die Gäste in den ersten fünf Minuten punktlos. Allerdings war auch auf der anderen Seite in Abwesenheit des verletzten Top-Scorers Nkosi Kedar Sand im offensiven Getriebe, so dass man sich keine allzu komfortable Führung herausspielen konnte.
Wende durch Buzzer Beater
Mit der Schlusssirene des ersten Viertels brachte ein erfolgreicher Wurf aus der eigenen Hälfte von Karlsruhes Tom Arkan die Wende. Den 10:15-Rückstand aus dem ersten Spielabschnitts machten die Wizards innerhalb kürzester Zeit wett und gingen nach mehreren getroffenen Dreiern plötzlich mit 24:15 in Führung.
Chris Okolie von der Freiwurflinie und Keeving Etienne mit einem schwierigen Treffer aus der Mitteldistanz brachen den Schwenninger Bann, doch die Wizards fanden immer wieder in entscheidenden Momenten die passende Antwort. So betrug der Rückstand zur Halbzeitpause aus Sicht der Gastgeber 22:31. Auch nach dem Seitenwechsel schafften es die Panthers nicht, sich endgültig zurück in die Partie zu kämpfen. Es ging hin und her. Jedes Mal, wenn eine starke Aktion der Hausherren die Deutenberghalle zum Beben brachte, ließ der nächste Nadelstich der einmal mehr enorm abgezockten Wizards nicht lange auf sich warten. Zum Ende des dritten Viertels war die Karlsruher Führung wieder in den zweistelligen Bereich angewachsen (49:38). Die Panthers standen also im letzten Spielabschnitt mit dem Rücken zur Wand.
Thomas Binelli sorgte in diesem zwar mit einem erfolgreichen Dreier für einen guten Einstand, doch in den folgenden Minuten bot sich ein ähnliches Bild wie zuvor: Die Wizards ließen nicht zu, dass ihnen der Tabellenführer der Hauptrunde zu nahe kam. Ohne Kedar, den im Laufe der Partie ebenfalls verletzten Ediz Burgunder und das nötige Wurfglück fanden die Panthers nie wirklich in ihren offensiven Rhythmus. Insgesamt trafen sie nur vier ihrer 30 Dreier.
Wizards eiskalt
Sechs Minuten vor Schluss erreichte die Stimmung am Deutenberg ihren Siedepunkt. Denis Zenelaj brachte die Schwenninger mit einem Korbleger und anschließendem Freiwurf wieder auf fünf Punkte heran (50:55). Doch wenig später flachte diese Welle der Euphorie jäh wieder ab. Erneut waren es Arkan und Vincent Hennen, die über die gesamte Spielzeit hinweg zusammen sieben Dreier trafen (drei mehr als die gesamte Panthers-Mannschaft), die das enorm bittere Saisonaus der Panthers besiegelten. Am Ende gewannen die Karlsruher mit 73:64 – die geringste Punkteausbeute der gesamten Saison für die Panthers.
Personal
Panthers: Zenelaj (36:36 Minuten/14), Etienne (35:56/21), Isbetcherian (34:09/15), Okolie (27:14/9), Binelli (23:51/5), Burgunder (18:25/2), Hoppert (12:46/0), Schäfer (07:34/0), Stojcevic (03:29/0).