Panthers-Geschäftsführer Diego Santos bezieht Stellung. In den vergangenen Wochen wurden manche personellen Entscheidungen von ihm im Umfeld des ProB-Ligisten kritisch bewertet. Foto: Roland Sigwart

Der Geschäftsführer sagt im Interview auch: „Wir brauchen jetzt die ganze Energie und befassen uns noch nicht mit der Zeit nach einem möglichen Abstieg aus der ProB.“

Die Basketballer der Black Forest Panthers schweben als Schlusslicht der ProB mit nur sechs Punkten in höchster Abstiegsgefahr. Sieben Spieltage vor dem Ende der Hauptrunde beträgt der Rückstand zum rettenden Ufer vier Zähler – jeweils auf die Teams von Ehingen und Breitengüßbach.

 

Zwei Absteiger wird es geben. Wo der sportliche Erfolg ausbleibt, wird die Kritik lauter. Panthers-Geschäftsführer Diego Santos steht dabei im Mittelpunkt. Wir sprachen ihn konkret auf die Kritikpunkte an.

Herr Santos, was exakt muss passieren, damit die Panthers noch den Klassenerhalt schaffen?

Natürlich ist die Ausgangslage für uns schwer. In den restlichen sieben Hauptrundenspielen brauchen wir mindestens noch vier, fünf Siege. Dennoch sehe ich noch ein kleines Licht am Ende des Tunnels. Die Mannschaft hielt am Samstag bei der 69:82-Niederlage in Ludwigsburg bis zwei Minuten vor dem Ende das Spiel offen. Es war eine klare Steigerung im Vergleich zu unserem Spiel gegen Ehingen. Für mich ist das viel Kopfsache bei den Spielern. Wie bisher benötigen wir nach wie vor die volle Unterstützung der Fans und Sponsoren. Ich denke viel zu sehr als Sportler, als das wir jetzt schon resignieren.

Sie haben im vergangenen Frühsommer nach der Insolvenz die Verantwortung als Geschäftsführer übernommen. Haben Sie gedacht, dass der Neustart sportlich in der ProB so schwer wird?

Nein. Ich hatte erwartet, dass vieles schiefgehen könnte, aber nicht wie jetzt. Wir haben in vielen Bereichen Fortschritte gemacht, nur sportlich nicht. Im Nachhinein hätten uns ein, zwei absolute Führungsspieler sicherlich gutgetan.

Mit diesem Kritikpunkt müssen wir klarkommen. Als die ersten Erfolge ausblieben, hat unser damaliger Trainer Marti Zamora das Team verloren.

Kritiker halten Ihnen vor, dass Georgi Davidov nicht die richtige Trainerwahl als Nachfolger von Zamora nach Weihnachten war.

Das sehe ich anders. Georgi Davidov hat für mehr Disziplin und Struktur innerhalb des Teams gesorgt. Die Fitness ist besser geworden. Ich mache unsere acht Niederlagen zuletzt in Folge nicht nur am Trainer fest. Wir werden ihn weiterhin unterstützen, damit er die Kurve schafft.

Der nächste große Kritikpunkt ist der, dass es nicht zu einer beratenden Zusammenarbeit zwischen den Verantwortlichen und Alen Velcic im sportlichen Bereich gekommen ist. Velcic hat ihnen personell bis zuletzt Vorschläge gemacht, die sie nicht umsetzten.

Zunächst einmal schätze ich die fachliche Kompetenz von Alen Velcic sehr. Wenn er einen Ratschlag gibt, dann höre ich immer sehr genau zu. Es ist richtig, dass wir als Team, das betrifft uns Verantwortliche und auch den Trainer, uns für andere Spieleroptionen in den vergangenen Wochen entschieden haben.

Es ist auch richtig, dass es vor der Saison geplant war, dass uns Alen Velcic berät. Doch die Zusammenarbeit ist aus verschiedenen Gründen offiziell nicht zustande gekommen.

Alex Lagermann soll im kommenden Heimspiel am Sonntag gegen die Fraport Skyliners Junors wieder dabei sein. Foto: Roger Müller

Ihr Topscorer Alex Lagermann soll mit dem Coach nicht mehr auf einer Wellenlänge liegen.

Aber Alex Lagermann ist nicht suspendiert worden, sondern hat sich zwei Tage vor dem Spiel in Ludwigsburg an der Hand verletzt. Wir hoffen, dass er und auch Christian Okolie, der am Samstag umgeknickt ist, am Sonntag gegen Frankfurt wieder dabei sind.

Was passiert bei einem Abstieg in die Regionalliga, der das Ende des großen Basketballs in Schwenningen bedeuten würde? Werden Sie dann weitermachen?

Wir brauchen die ganze Energie jetzt, um noch den Klassenerhalt zu schaffen. Deshalb kann ich auf diese Frage noch keine Antwort geben. Für mich ist aber klar, dass der Basketball hier in der Region ein großes Potenzial hat. Wir haben so viele positive Veränderungen vorgenommen, dass wir eine Basis für die Zukunft etabliert haben.