Auf TikTok und Instagram wird das "Black Forest"-Wasser aus Bad Peterstal-Griesbach derzeit von zahlreichen Influencern angepriesen. Foto: dpa/Peterstaler

Stilles Mineralwasser der Marke "Black Forest" erfährt gerade einen Hype auf Social Media. Vielerorts ist das Wasser aus Bad Peterstal-Griesbach ausverkauft. Was dahinter steckt.

„Seitdem wir dieses Wasser zu Hause haben, trinke ich viel öfter Wasser als davor.“ Mit diesem Satz beginnt ein Video eines jungen Mädchens auf TikTok. Darin hält sie eine Flasche "Black Forest"-Mineralwasser in die Kamera, nimmt einen Schluck und nickt anerkennend. Es schmecke „richtig klar.“

 

Das Video ist Teil eines größeren Social-Media-Trends, den das Unternehmen selbst inzwischen deutlich spürt. „In Social Media ist ein regelrechter Hype um die Marke entstanden“, stellt auch der Hersteller des Wassers unserer Redaktion gegenüber fest. Peterstaler Mineralquellen GmbH ist das Unternehmen hinter dem "Black Forest"-Wasser und hat seinen Sitz in Bad Peterstal im Ortenaukreis.

Trend-Wasser in vielen Märkten ausverkauft

„Das ist überall ausverkauft“, sagt „kapi01_“ in einem Video auf Instagram. Mehr als eine halbe Million Aufrufe hat ein TikTok-Video von „siiielle“, in welchem sie die Frage stellt: „Wer hat Black Forest Wasser hier auf TikTok gehyped? Ich finde nichts mehr.“ Seit Wochen suche sie laut eigenen Aussagen in verschiedenen Getränkemärkten erfolglos nach dem Wasser. Die Kommentare sind voll von ähnlichen Erfahrungen oder Tipps, wo es noch erhältlich sei.

Dass das Wasser teilweise komplett ausverkauft ist, wundert nicht, wenn man die Videos des Influencers „Jebote Marko“ ausgespielt bekommt. In seinem Wohnzimmer stapeln sich die Wasserflaschen aus dem Schwarzwald kistenweise. Für 650 Euro habe seine Frau "Black Forest"-Wasser auf Vorrat gekauft.

Besonders auf TikTok und Instagram trendet die Marke. Wie dieses Wasser so beliebt geworden ist, das weiß keiner so genau. Der Wasserhersteller arbeite laut eigenen Aussagen nicht aktiv mit Influencern zusammen. Das Unternehmen freue sich aber über die Videos und Beiträge über ihr Mineralwasser.

Unternehmen erzielt Rekordabsatz

Der Hype ist dabei längst nicht nur virtuell, sondern zeige sich seit etwa zwei Jahren auch in den Verkaufszahlen. Inzwischen belegt das "Black Forest"-Wasser nach Absatz und Umsatz in Deutschland Platz drei unter den 200 stillen Mineralwässern. Mit mehr als 200 Millionen verkauften Flaschen habe Peterstaler Mineralquellen 2024 einen Rekordabsatz in der 99-jährigen Firmengeschichte erzielt. Für das große Wachstum sorgt in erster Linie die Marke "Black Forest".

Währenddessen hat Ökotest im Juli dieses Jahres stille Mineralwasser getestet, "Black Forest" hat die Bewertung „sehr gut“ erhalten. Laut der Zeitschrift sei es unter anderem für Säuglinge geeignet.

Das Unternehmen bestätigt, dass das stille Mineralwasser aus dem Schwarzwald in Geschäften derzeit schnell vergriffen ist. „Wobei wir größte Anstrengungen unternehmen, um alle Kapazitäten maximal hochzufahren und die deutschlandweit riesige Nachfrage bestmöglich bedienen zu können“ so eine Sprecherin des Unternehmens. Auch ein eigener Webshop wurde ins Leben gerufen – ursprünglich laut Website als Reaktion von wiederkehrenden Anfragen von Urlaubern, die ihr „Lieblingswasser“ weiter trinken wollten.

Alltagsprodukte im Trend auf Social Media

Dass ein einfaches Wasser zum viralen Hit wird, mag zunächst überraschend klingen, ist aber Teil eines größeren Trends. Auf TikTok und Co. gewinnen Alltagsprodukte immer wieder an Aufmerksamkeit.

Im vergangenen Jahr hielten Influencer reihenweise Dubai-Schokolade in die Kameras, eine Schokolade mit Pistaziencreme und Engelshaar gefüllt. Monatelang war die Süßigkeit überall ausverkauft oder nur für einen hohen Preis zu erwerben. So schnell der Trend auf Social Media gekommen ist, war er aber auch schon wieder vorbei. Heute kostet die Pistazienschokolade im Geschäft kaum mehr als andere Sorten.

Ob der Hype rund um das Wasser aus dem Schwarzwald anhält oder bald der nächste Trend durch die Feeds rauscht, bleibt abzuwarten. Klar ist: Wer es derzeit probieren möchte, braucht entweder Glück im Supermarkt oder muss online bestellen und Versandkosten in Kauf nehmen.

Millioneninvest bei Peterstaler Mineralquellen

Um der Nachfrage gerecht zu werden, investiere das Unternehmen im großen Stil, aktuell werden zwei zusätzliche Abfüllanlagen in Betrieb genommen, damit wurden die Kapazitäten mehr als verdoppelt. In den vergangenen beiden Jahren seien 60 neue Mitarbeitende eingestellt worden. Außerdem wurden am Standort in Bad Rippoldsau-Schapbach im Kreis Freudenstadt Lager- und Versandhallen abgerissen und neu gebaut. Geschäftsführer Klaus Bähr kündigte Ende 2024 an, dass rund 20 Millionen Euro in die Erweiterung fließen sollen.