Andreas Kraut Foto: Nico Pudimat/Bizerba

Andreas Kraut hat sich auf Anfrage unserer Redaktion zu der Rückkehr von Bizerba in den Arbeitgeberverband Südwestmetall geäußert. Er spricht von einem „erfreulichen Schritt“.

Dass der Balinger Waagenhersteller Bizerba den Weg zurück zum Arbeitgeberverband Südwestmetall gefunden hat, wurde am Mittwoch öffentlich. Alle Parteien sind sich demnach einig geworden. Wir haben Bizerba-Chef Andreas Kraut gefragt, wie er auf die jüngsten Entwicklungen blickt.

 

Auf unsere Frage, welchen Einfluss die Entscheidung auf die wirtschaftliche Entwicklung von Bizerba hat und wie es dem Unternehmen ergangen wäre, wenn es nicht zur Einigung gekommen wäre, erklärt uns Kraut:

Bizerba-CEO Kraut: äußerst erfreulicher Schritt

„Die Einigung ist für unser Unternehmen ein äußerst erfreulicher Schritt. Unser Ziel war es von Anfang an, gemeinsam eine Lösung zu entwickeln, die sowohl langfristige finanzielle Stabilität als auch eine klare Perspektive schafft. Ein Ergänzungstarifvertrag war dabei unser bevorzugter Ansatz, um die notwendigen Einsparpotenziale zu realisieren.“

Und weiter: „Bereits in unserer Pressemitteilung im November bedauerten wir ausdrücklich das Scheitern der Verhandlungen und wiesen darauf hin, dass alternative Maßnahmen geprüft werden müssen, um zusätzliche Einsparpotenziale zu erschließen und unsere Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.“

Kraut sei überzeugt, „dass wir durch das Engagement aller Beteiligten eine Lösung gefunden haben, die Stabilität und Zuversicht für die kommenden Jahre gewährleistet“.

Durch die international angespannte Wirtschaftslage und weiter rückläufige Absatzprognosen hat Bizerba im Juli Verhandlungen über einen Ergänzungstarifvertrag mit der IG Metall aufgenommen. Diese sind damals aber laut Unternehmensangaben gescheitert.

Andreas Kraut: Verhandlungen anspruchsvoll für alle Beteiligten

Und wie zufrieden ist Kraut nun mit der gefundenen Lösung? Diese sei „in vielen Punkten nah an den Inhalten, die wir in den ersten Verhandlungsrunden definiert haben. Aufgrund der zwischenzeitlichen Entwicklungen und der zeitlichen Verschiebung wurde sie in einer etwas anderen Zusammensetzung finalisiert“, meinte der Bizerba-Chef.

Weder Bizerba noch die IG Metall gingen detailliert auf die zurückliegenden Verhandlungen ein und auf den Weg, der diese Rückkehr zu Südwestmetall ermöglichte. Kraut brachte in seiner Stellungnahme nun etwas Licht ins Dunkel.

„Die Verhandlungen waren ohne Frage anspruchsvoll für alle Beteiligten und von intensiven Gesprächen geprägt. Das Scheitern im November war zweifellos ein Rückschlag. Umso mehr freue ich mich, dass wir letztlich eine Einigung erzielen konnten, die eine stabile und zukunftsgerichtete Grundlage für beide Seiten schafft.“

Verzichte auf Arbeitnehmerseite bei Bizerba

Die Einigung bedeutet auch finanzielle Verzichte auf Arbeitnehmerseite. Im Gegenzug wurden die Beschäftigungssicherung sowie die Rückkehr von Bizerba in den Arbeitgeberverband Südwestmetall für die vereinbarte Laufzeit bis 2027 vereinbart.

„Darüber hinaus wurde festgelegt, dass vor Ablauf der Laufzeit erneut Gespräche zu einem möglichen Anschluss-Ergänzungstarifvertrag aufgenommen werden“, teilte das Unternehmen am Mittwochabend mit.

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