Pascal Reinhardt versucht sich nach dem Talk an einer speziellen Variante des Torwandschießens. Foto: Kopf

„Alles neu“ war das diesjährige Motto beim Bitzer Cup in Ergenzingen. Erstmals gab es am Sonntagmorgen auch eine Gesprächsrunde, bei der neben lokalen Politikern und Unternehmern auch Pascal Reinhardt und Nico Willig Rede und Antwort standen.

Bereits zum Start um 11 Uhr hatte das Thermometer an der Ergenzinger Breitwiese die 30-Grad-Marke geknackt. Unbeeindruckt davon führten die Moderatorinnen Carolin Pöltl und Sina Azevedo launisch durch den Talk und brachten die Gäste ab und an mit ihren Fragen noch etwas mehr zum Schwitzen.

 

Neher über den HSV

Zunächst musste Rottenburgs Oberbürgermeister Stephan Neher erklären, wie groß als Fan seine Enttäuschung über den wieder einmal verpassten Aufstieg des HSV war. Neher gab sich diplomatisch und meinte: „Die hielt sich dieses Mal in Grenzen. Hier im Schwabenland war es gegen den VfB natürlich eine besondere Konstellation. So habe ich mir einige Kommentare ersparen können.“ Er merkte zudem an, dass der HSV auch in der 2. Liga einen Zuschauerschnitt von über 50 000 hatte und dass es den HSV-Fans im Unterhaus auch zu gefallen scheint.

Die Gäste hatten sich alle auf der Bühne eingefunden. Foto: Kopf

Aus sportlicher Sicht waren vor allen Dingen die Gesprächsinhalte von Pascal Reinhardt und Nico Willig interessant. Zunächst wurde der Neu-Coach der SG Sonnenhof Großaspach, der als Spieler nie beim Pfingstturnier dabei war, gefragt wieso das Turnier trotzdem ein Pflichttermin für ihn gewesen sei. „Ich komme ja aus der Umgebung. Das hat man sich dann nicht entgehen lassen – man hat immer viele Bekannte und Freunde getroffen.“

Angesprochen auf seinen Wechsel erläuterte er: „Es hat sich in kurzer Zeit viel geändert. Ich habe in den letzten Wochen positiven Stress gespürt. Der Druck und die Erwartungshaltung sind in Großsaspach noch einmal anders. Ich bin gespannt was auf mich zukommt.“ Das erste Testspiel mit seiner neuen Truppe hatte er am Samstag gegen den TV Oeffingen 6:0 gewonnen. „Das war ein top Test“, so Reinhardt.

Michel als Vermittler

Weniger erfreulich seien seine vielen Verletzungen in der Spielerlaufbahn gewesen. Hierzu sagte er: „Das war natürlich schwer zu begreifen und prägt einen. Aber wenn eine Tür aufgeht, öffnet sich eine andere.“ Reinhardt startete als Trainer durch und verrat, dass er über seinen guten Freund Janik Michel mit dem FC Holzhausen in Kontakt kam.

Schon deutlich länger als Trainer aktiv ist Nico Willig. Er ließ sich nicht entlocken, wie lange er dem VfB noch die Treue halten werde. „Gute Frage, aber keine Antwort von meiner Seite. Um zu wissen was in zwölf Monaten ist, bräuchte ich eine Glaskugel und die habe ich nicht dabei. Pascal hätte vor sechs Wochen auch noch nicht gedacht, dass er nun Großaspach trainiert.“

Willig lobt Walter Baur

Was Willig, der mit seiner Mannschaft beim Turnier den 2. Platz erreichte, klar definieren konnte, war seine Meinung zum TuS Ergenzingen. Speziell Walter Baur hätte ihm eine ganz andere Sicht auf den Fußball gegeben. „Es waren drei tolle Jahre hier. Bevor ich nach Ergenzingen kam, wurde ich dafür gelobt, wenn ich einen Ball einfach ins Aus geklärt habe. Walter Baur hat mich geschimpft. Ich habe sehr viel von ihm gelernt.“

Launig berichtete der Fußball-Lehrer auch darüber, wie er schlussendlich vom Platz fest an die Seitenlinie gewechselt war. „Ich habe ja mit einer E-Jugend angefangen und bin als Trainer immer mehr gewachsen. Irgendwann habe ich auf dem Platz dann auch mehr gesprochen als ich gelaufen bin und ich habe das Spielen schnell gar nicht mehr vermisst.“ Weitere Gäste waren Ergenzingens Ortsvorsteher Timo Wachendorfer und der Werksleiter von Bitzer am Standort Ergenzingen, Kai Schuppler.