Armin Temp und Ursula Schurer sprachen sich beim Ortstermin gegenüber den Gemeinderäten gegen die Installation einer Ampelanlage aus – die Nutzerzahlen seien zu gering. Foto: Kistner/Bronner

Bitzer Gemeinderat entscheidet sich nach Testlauf gegen neuerliche Installation einer Anlage in der Ebinger Straße.

Bitz - Die Testphase hat es gezeigt: Eine Fußgängerampel an der Einmündung der Freudenweiler Straße in die Ebinger Straße im Bereichlohnt sich nicht. Der Gemeinderat hat sich deshalb in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich gegen ihre In­stallation entschieden. Mindestens 50 Ampelnutzer sollten es sein, besagt eine Richtlinie – pro Stunde wohlgemerkt. Die Anzahl der Fußgänger, welche die im Oktober installierte Ampel in der Ebinger Straße während der viermonatigen Testphase nutzten, lag weit unter diesem Wert – sie rechtfertigte den dauerhaften Betrieb nicht.

Eine Auszubildende der Gemeindeverwaltung hatte an insgesamt sechs Tagen periodisch die Situation an der Ampel beobachtet. "Die Zahlen sind ernüchternd", stellte Bürgermeister Hubert Schiele beim Ortstermin mit dem Gemeinderat fest. Zur Verdeutlichung: Am betriebsreichsten Tag der Beobachtungen hatten innerhalb von zwei Stunden lediglich zehn Personen den mit der Ampel gesicherten Übergang genutzt. Die Auszubildende hatte zudem beobachtet, dass oft Personen über die Straße gingen, ohne die Ampel zu betätigen. So geschehen am 13. November zwischen 8 und 11 Uhr: Eine Frau drückte den Knopf, fünf weitere Personen überquerten die Straße bei roter Ampel.

Die Sachverständigen, Ursula Schurer von der Straßenverkehrsbehörde Albstadt und Armin Temp vom Polizeipräsidium Tuttlingen, waren sich daher bei der Besichtigung einig: Eine Ampel sei an dieser Stelle überflüssig; es lohne sich nicht, sie zu installieren. Erstens sei die Zahl der Nutzer zu gering, zweitens – der Einwand kam von Temp – sei es schwierig, den Strom der querenden Fußgänger zu bündeln. Eine Stelle, die allen recht sei, gebe es nicht.

Die Ampel war auf Anregung der Bevölkerung geschaffen worden, um vor allem Senioren und Kindern den sicheren Übergang im Umfeld von Tankstelle, Penny-Markt und der Einmündung der Freudenweiler Straße zu ermöglichen. Sie hatte schon im Vorfeld für Diskussionsstoff gesorgt; auch in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats gingen die Meinungen auseinander: Gemeinderat Hans-Eugen Eberhardt sieht zwar ein, dass die Ampel an dieser Stelle schlecht angenommen worden sei, jedoch will er sich "im Fall der Fälle nichts vorwerfen lassen". Er plädierte deshalb dafür, die Ampel um 50 Meter zu verschieben – in den Bereich der Bushaltestelle. Hubert Schick und Berthold Koch schlossen sich diesem Vorschlag an.

Wolfgang Ziemen dagegen zweifelt die Notwendigkeit einer Ampel an und stellte erneut die Frage nach einer Bündelung des Fußgängerstroms in den Raum – die Straße, so sein Argument, sei dafür einfach zu lang. Dem pflichtete Michael Schröder zu: Die Ampel würde seiner Meinung nach nicht genutzt werden, da es keine "Kanalisierung" gebe. Es sei "schade ums Geld".

Wieviel Geld? Die Installation einer Fußgängerampel würde die Gemeinde rund 25 000 Euro kosten. Der Gemeinderat lehnte sie ab – elf Ratsmitglieder folgten dem entsprechenden Verwaltungsantrag, drei stimmten dagegen.