Im Untergeschoss des Conrad-Schick-Kindergartens – das Bild zeigt das Erdgeschoss – ist noch Platz. Dort soll, mit ebenerdigem Eingang zum Parkplatz, zu dem die Treppe (rechts) führt, eine U3-Gruppe Platz finden.Archiv-Foto: Schulze-Temming Foto: Schwarzwälder Bote

Kindergarten: Beim Ausbau der Kita Conrad Schick bezahlt die Gemeinde 80 Prozent

Zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt die Gemeinde Bitz mit einer Entscheidung. Vorberaten hatte der Gemeinderat sie schon vor Wochen – und nun einen Knopf daran gemacht: Die Kita Conrad Schick bekommt eine neue Gruppe.

Bitz. Erst dürfen die Kinder unter drei Jahren einziehen in den Gruppenraum, den die Gemeinde Bitz im Untergeschoss des Conrad-Schick-Kindergartens – ebenerdig zum Parkplatz – herrichten lässt. Plätze für sie sind in Bitz bereits jetzt knapp. Laufend gebe es Wartelisten, wie Bürgermeister Hubert Schiele und Hauptamtsleiterin Tania Maier in der jüngsten Gemeinderatssitzung berichteten. Bis die Kindertagesstätte in der Wilhelmstraße – Nachfolgerin des Heinrich-Cless-Kindergartens – steht und das Problem gelöst ist, gehen allerdings noch mindestens zwei Jahre ins Land.

Zwar ist der Architektenwettbewerb entschieden und der Turnverein Bitz hat inzwischen dem Verkauf seines Turnerheims an die Gemeinde zugestimmt, so dass es abgerissen werden kann und der Platz für die Kita frei wird. Doch bisher ist noch kein Stein auf dem anderen. Eine Zwischenlösung muss her.

Die Verwaltung hatte sich deshalb mit dem Architekturbüro Haller ins Benehmen gesetzt und die Möglichkeiten für die Einrichtung eines Gruppenraums im Conrad-Schick-Kindergarten ausgelotet. Der Vorteil: Sobald die U3-Kinder in der Wilhelmstraße einziehen können, kann dieser genutzt werden für Kinder über drei Jahren (Ü3), denn auch für sie werden spätestens ab Frühjahr 2022 die Plätze knapp. Die Gemeinde schlägt also zwei Fliegen mit einer Klappe.

Kontrovers diskutiert hatten die Räte in der Februarsitzung noch die Frage der Kostenbeteiligung der evangelischen Kirche, die den Conrad-Schick-Kindergarten trägt. Die hat sich mittlerweile bereit erklärt, 20 Prozent der Investitionskosten zu übernehmen. Zwar sehe der Kindergartenvertrag eine Beteiligung von 30 Prozent vor, heißt es in der Sitzungsvorlage der Gemeinde, "aber wenn man berücksichtigt, dass die Kirchengemeinde das Gebäude an sich unentgeltlich einbringt, ist das ein faires Angebot".

Hallers erste Kostenschätzung hatte auf 100 000 Euro gelautet, und inzwischen hat sich herausgestellt, dass diese Kosten nicht wesentlich unterschritten werden können. Allerdings hat die Gemeinde einen Zuschussantrag gestellt und rechnet mit 77 000 Euro. Außerdem hofft sie auf ein günstiges Ausschreibungsergebnis, wenn die Arbeiten in Auftrag gegeben werden.

Nun müssen nur noch die kirchlichen Gremien ihr Plazet geben, denn Bauherrin ist offiziell die evangelische Kirchengemeinde. Die Gemeinderäte jedenfalls waren mit dem Vorgehen einverstanden. Zwei von ihnen haben sich in der Abstimmung enthalten.