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Bitz Jessica Fuhrmann ist als Model und Fotografin weltweit unterwegs

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Jessica Fuhrmann aus Bitz hat bei Mey in Albstadt Modeschneiderin gelernt, war Jahrgangsbeste, und ist seit 2017 als Model unterwegs. Ihre Erlebnisse dokumentiert sie unter anderem auf ihrem Instagram-Account @veggiejessonthego. Foto: Engelhardt

Bitz - Jessica Fuhrmann lebt den Traum vieler junger Frauen: Sie arbeitet als Model. Laufstege und Fotoshootings sind aber nur ein Teil ihres derzeitigen Lebens. Die 24-Jährige aus Bitz bereist die Welt, lernt dabei viele Menschen und Kulturen kennen – und hält ihren Alltag mit einer analogen Kamera ganz klassisch auf Film fest.

Das Café im Herzen Albstadts ist an diesem Abend gut besucht. Gleich am Eingang sitzt eine junge Frau in einem modischen roten Oberteil. Sie genießt nicht nur ihre heiße Zitrone, sondern auch die Zeit, die sie sich für diesen Cafébesuch genommen hat. Für Zeitvertreib sorgen verschiedene Modemagazine, in denen sie mit einem leicht verträumten Blick blättert. Als sie eine Seite mit ihrem Konterfei entdeckt, schmunzelt sie unvermittelt. Auch wenn sie schon seit einiger Zeit in der Modebranche ist und als Model um die ganze Welt reist, ist es immer wieder etwas ganz Besonderes, wenn sie sich auch in den heimischen Illustrierten wiederfindet.

Weihnachten und Neujahr in Japan

"Ich bin ein absoluter Familienmensch", erzählt Jessica Fuhrmann. Umso schwerer sei es für sie, wenn sie manchmal wochenlang von zu Hause weg sei. "Das ist schon echt hart für mich", sagt sie. Die Familie gebe ihr den nötigen Rückhalt und die Kraft, ihren Traum zu leben. Dafür sei sie sehr dankbar. Und wenn sie wieder in der Heimat sei, treffe sich die ganze Familie – ihre Eltern und ihre beiden Schwestern sowie Großeltern, Tanten und Onkel.

Ein solches Treffen gab es dieses Mal in der Weihnachtszeit allerdings nicht. "Ich bin jung, die Welt ist groß und ich möchte natürlich soviel wie möglich für meine berufliche Zukunft mitnehmen", sagt die 24-Jährige. Und als das verlockende Angebot aus Japan kam, konnte sie einfach nicht Nein sagen. Adventszeit und Weihnachten in Tokio – eine ganz neue Erfahrung für die junge Frau aus Bitz.

In Metzingen ist Jessica Fuhrmann 2012 das erste Mal mit dem Modeln in Berührung gekommen, bei einem Casting im Rahmen der Veranstaltung "Fashion & Music". "Die Modewelt hat mich schon immer fasziniert", sagt Fuhrmann, die nach einem sehr guten Abiturabschluss eine Ausbildung als Modeschneiderin bei der Albstädter Firma Mey gemacht hat – und als Jahrgangsbeste in Baden-Württemberg abschloss. Noch im selben Jahr ging sie für zwei Monate nach Istanbul, um erste Erfahrungen im Modeln zu sammeln. "Das war erst einmal ein richtiger Schock", meint sie. Das Model-Leben habe nicht viel mit dem im TV immer dargestellten Glitzer zu tun. "Das ist harte Arbeit", betont Fuhrmann. Doch der ganze Stress und die beengten Verhältnisse in der Model-WG haben sich für sie ausgezahlt. "Ich habe tolle Freunde in der Türkei gefunden", erzählt sie.

Im "Nachschlag" landete sie über mehrere Zwischenstationen schließlich bei der international bekannten Model-Agentur Linden Staub in London. "Das hat gleich auf beiden Seiten gepasst." Und Jessica Fuhrmann war zur richtigen Zeit am richtigen Ort, wurde einem ganz besonderen Kunden der Agentur vorgeschlagen: Victoria Beckham. Bereits während ihrer Zeit bei den Spice Girls galt die Britin als Stilikone, was ihr den Spitznamen Posh Spice einbrachte. Mittlerweile ist sie eine weltweit gefeierte Designerin. "Für Victoria Beckham arbeiten zu dürfen, war das Beste, was mir passieren konnte", sagt Fuhrmann, die auf der Fashion Week in New York für Beckham auf dem Laufsteg war.

Fashion Week in New York

Die Macher von Linden Staub erschlossen Jessica Fuhrmann nach und nach weitere Agenturen in Europa, sodass sie unter anderem auch in Paris und Mailand Aufträge erhielt. Zwei Monate New York mit mehreren Kampagnen und im September 2018 für Jil Sander in Mailand am Start – ein Traum für Jessica Fuhrmann. "Ich mache das mit dem Modeln mal ein Jahr, habe ich am Anfang zu mir gesagt", erzählt die 24-Jährige, die mittlerweile auch in Mailand und London viele Freunde gefunden hat.

Doch anstatt 2019 kürzer zu treten, startete die smarte Bitzerin so richtig durch. Bei der Fashion Week in New York war sie komplett eingespannt, etliche Fotoshootings für verschiedene Marken, beispielsweise für "Diesel", folgten. "Jobs auf der Fashion Week zu bekommen, ist alles andere als leicht", erzählt die 1,80 Meter große Schwäbin. "Das Auswahlverfahren ist sehr hart, bis zu zehn Castings am Tag stehen dabei an."

Jessica Fuhrmann hat sich mittlerweile als Model etabliert und wird in diesem Jahr unter anderem auch im spanischen Fernsehen zu sehen sein. Denn als sie auf der iberischen Halbinsel im Urlaub war, wurde sie kurzerhand in Barcelona für eine TV-Werbung gebucht. Wenig später stand sie erneut für eine Werbekampagne vor der Filmkamera, dieses Mal in Shanghai für "Out of Office". Drei Wochen lang hat sie das Leben in der größten chinesischen Stadt kennengelernt. "Die kulturellen Unterschiede zu uns hier in Europa sind beträchtlich", meint sie. Richtig geschockt sei sie dort über das fehlende Umweltbewusstsein und die Verschwendung von Ressourcen gewesen. "Manchmal hat mich das fast verrückt gemacht." Und für Chaos hat die große Blondine bei den kleinen Einkaufsläden um die Ecke ebenfalls gesorgt, als sie ihre Einkäufe soweit als möglich ohne Plastikverpackungen tätigen wollte.

Auch in der Mode(l)-Welt sei vieles nicht so, wie es vielleicht idealerweise sein könnte, meint Jessica Fuhrmann, daher wolle sie die Erfahrungen, die sie derzeit mache, für mehr Nachhaltigkeit einsetzen. Denn an der Hochglanzwelt der Fashion-Industrie würden und dürften auch Bewegungen wie Fridays for Future nicht spurlos vorbeigehen. "Das Umdenken bei den Menschen findet überall statt, ich war so bei einer Demonstration in Italien dabei."

Einblicke in ihr Leben auf Instagram und Website

Für nachhaltige Mode hat Jessica Fuhrmann ein besonderes Faible, daher möchte sie beruflich auch in diese Richtung gehen. Als Fundament dafür hat sie ihre Ausbildung bei Mey mit Auszeichnung absolviert und sich dadurch einen Anspruch auf Begabtenförderung durch die Handwerkskammer erworben. Außerdem ist sie an der Central Saint Martins College of Art and Design, einer Hochschule für Kunst und Design in London, eingeschrieben. "Meine Online-Kurse mit Bezug auf Mode kann ich weltweit machen", so Fuhrmann und ergänzt: "Manchmal ist es aufgrund der Zeitverschiebung allerdings schon etwas schwierig, an den Einheiten teilzunehmen, aber bisher hat alles gut geklappt."

An ihren Erfahrungen möchte die bekennende Vegetarierin und Tierliebhaberin alle Interessierten teilhaben lassen. Gleich auf mehreren Kanälen gewährt sie interessante Einblicke in ihr Leben. Auf Instagram beispielsweise unter @veggiejessonthego. Auf ihrer neuen Website www.auriga-diary.com hat sie zudem begonnen, ihre Reiseerinnerungen zu sammeln. Dort zeigt sie auch, dass sie selbst das gewisse Auge und das Gespür für Menschen und Bilder hat. "Hier in Japan hat sich für mich bestätigt, dass es wichtig ist, Kulturelles zu schützen und zu dokumentieren. Denn es geht heutzutage so viel an Tradition verloren. Außerdem lassen manche Touristen leider den nötigen Respekt vermissen." Die Pflege der Online-Kanäle sei auf Reisen manchmal nicht so einfach. "Um meinen Instagram-Account und meine neue Website werde ich mich intensiv kümmern, sobald ich wieder zurück bin."

Unterwegs ist die 24-Jährige übrigens ganz Old School mit einer analogen Spiegelreflexkamera. Ihre geliebte Olympus hat sie in London gebraucht für 90 Pfund erworbenen und lichtet seither Alltägliches aus teils ungewöhnlichen Blickwinkeln ab. Die Kamera besitzt dabei nur ein lichtstarkes 50 Millimeter-Objektiv und ist mit 35mm-Filmpatronen geladen. "Ich habe meine Kamera überall mit dabei, bei privaten Ausflügen genauso wie bei Fotoshootings, wo ich hinter den Kulissen interessante Momente einfange", sagt Jessica Fuhrmann, die ihre Begeisterung für Bilder sicherlich auch von ihrem Vater Arno hat. Denn er fotografiert seit Jahrzehnten professionell, unter anderem auch schon für den Schwarzwälder Boten.

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