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Bitz Das Volk gehört dem, der es einfängt

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Hobbyimker Georg Miller „pflückt“ die Schwarmtraube mit Tausenden Bienen in die mitgebrachte Box.Foto: Gauggel Foto: Schwarzwälder Bote

Was tun, wenn ein riesiger Bienenschwarm sich auf dem Grundstück niederlässt? Ein Imker kann Abhilfe schaffen – wie kürzlich auf dem Hof Hermannslust bei Bitz.

Bitz. So etwas erlebt man nicht alle Tage: Als Claudia Lanz jüngst nach einem Ausritt zum Hof Hermannslust bei Bitz, dem großen Anwesen der Familie Schmid, zurückkehrte und ihr Pferd in den Stall bringen wollte, entdeckte sie neben sich einen laut summenden Schwarm Bienen. Die flogen geradewegs zu einem Birnbaum, der nur wenige Schritte vom Hof entfernt steht. Dort sammelten sie sich unter einem Ast zu einer riesigen Schwarmtraube, die mit jeder ankommenden Biene größer wurde.

Und nun? Hofchefin Renate Schmid rief ihren Verwandten Georg Miller an. Der Harthauser ist Hobby-Imker und weiß, was in solchen Fällen zu tun ist. Im Schutzanzug und bewaffnet mit einem leeren Bienenkasten machte er sich auf den Weg zum Hof Hermannslust. Dort platzierte er den Kasten direkt unter der etwa fußballgroßen Insektentraube auf einem kleinen Tisch.

Der Schwarmtrieb, ließ er seine Zuhörer wissen, sei den Bienen angeboren und diene ihrer natürlichen Vermehrung – durch Teilung des Bienenstaates: Kurz bevor im Mai oder Juni eine junge Königin schlüpfe, so Miller, könne es zum sogenannten Schwärmen kommen: Angeführt von der alten Königin verlasse etwa die Hälfte des Volkes den Heimatstock und begebe sich auf die Suche nach einer neuen Behausung – nur die Präsenz der Königin gewährleiste, dass die Tiere dabei zusammenblieben und sich nicht in alle Himmelsrichtungen zerstreuten. Auf der Suche lege so ein Schwarm nicht selten mehrere Kilometer zurück; dort, wo die Königin lande, versammle sich das Bienenvolk und bilde rings um sie eine kugelförmige Schwarmtraube.

Nicht immer, so Miller, lässt ein wanderndes Bienenvolk sich so leicht einfangen wie in diesem Fall. Der Birnbaum, den sich die Bitzer Bienen ausgesucht hatten, war nicht allzu hoch. Manchmal lassen sich die Schwärme mitten in einer Baumkrone mitten im Wald nieder, so hoch, dass sie für den Imker unerreichbar sind.

Auf dem Hof Hermannslust dauerte Millers Mission nur etwa eine Viertelstunde. Geschützt durch Imkeranzug, Gesichtsschleier und Handschuhe strich er mit den Händen und einem kleinen Handbesen die wuselige Gesellschaft in aller Ruhe in den Kasten, schloss vorsichtig den Deckel und öffnete die Einflugöffnung auf der Unterseite. Nach und nach beruhigten sich die aufgeschreckten Insekten, und die ausgeflogenen steuerten Millers Kasten direkt an, sobald sie von der Neuerung Wind bekommen hatten, und krabbelten, angelockt durch den Geruch ihrer Königin, in die Box hinein.

"Wenn es dunkel und kühler wird, werden so gut wie alle wieder bei der Königin sein", erzählte Miller. Erst dann werde er das neue Volk zu seiner kleinen Imkerei nach Harthausen bringen, wo sich sich das Volk alsbald an die neue Umgebung gewöhnen, sich vermehren, Nektar sammeln und Honig in die Waben einlagern werde. Miller schätzt, dass der eingefangene Schwarm aus etwa 15 000 Arbeiterinnen und der Königin besteht.

Da in der Imkerschaft das ungeschriebene Gesetz gilt, dass ein entflogener Bienenschwarm seinem Fänger gehört, braucht Georg Miller auch kein schlechtes Gewissen zu haben – er hat niemandem etwas weggenommen. Und auch für die Bienen selbst sei das Einfangen letztlich von Vorteil, gibt er zu bedenken: Ihre Chancen, als Wildbienen zu überleben, wären denkbar schlecht gewesen.

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