Sinnbildlich: Doppelpacker Tom Bischof bejubelt einen Treffer, die Freiburger sind enttäuscht. Am Ende hieß es 2:3 aus SCF-Sicht. Foto: Tom Weller/dpa

Bitteres Ende für den SC Freiburg: Nach zwei Gegentoren in der Nachspielzeit verloren die Breisgauer am Ende mit 2:3 gegen den FC Bayern München.

Bayerns Trainer Vincent Kompany persönlich hatte auf der Pressekonferenz den Fokus auf das Spiel gegen den SC Freiburg gelegt – trotz der großen Schatten, die das Hinspiel im Champions-League-Viertelfinale gegen Real Madrid am Dienstag voraus wirft.

 

In der Bundesliga gönnte sich der souveräne Tabellenführer jedoch den Luxus einer gewissen Rotation. Die gegen Real wohl gesetzten Michael Olise, Dayot Upamecano und Konrad Laimer saßen zunächst auf der Bank, Superstar Harry Kane fehlte zudem angeschlagen.

Und zu Beginn des Spiels wirkte es so, als wären die Freiburger deutlich fokussierter als die Gäste aus München. Der Sport-Club presste früh, der Tabellenführer zeigte sich beeindruckt. Bestes Beispiel: Manuel Neuer ließ sich bei einem versuchten weiten Schlag von Lucas Höler blocken – der Patzer blieb jedoch ohne Folgen für den Bayern-Keeper.

Manuel Neuer zeigte in Halbzeit eins mehrere starke Paraden gegen den SC Freiburg. Foto: Tom Weller/dpa

Auch in der 15. Minute hatte der FCB Glück: Nach schnellem Umschaltspiel flanke Jan-Niklas Beste flach in den Strafraum, wo Philipp Treu frei zum Abschluss kam. Der ein oder andere im Europa-Park-Stadion hatte da wohl schon den Torschrei auf den Lippen, der Schuss ging jedoch links am Tor vorbei.

SC Freiburg scheitert mehrfach an Manuel Neuer

Es war der erste Höhepunkt in einem Spiel, in dem die Freiburger extrem präsent waren und früh pressten. Mehrfach kam der Sport-Club nach Ballgewinnen zu gefährlichen Umschaltmomenten. Zudem parierte Neuer, dessen Sinne durch seinen Patzer zu Beginn offensichtlich geschärft wurden, zweimal Weltklasse – auch wenn ohnehin jeweils wohl eine Abseitsstellung der Freiburger vorlag.

Der SC Freiburg (hier Philipp Treu im Duell mit Luis Diaz) war extrem präsent und war in Durchgang eins das bessere Team. Foto: Tom Weller/dpa

Die Bayern brauchten dagegen bis kurz vor der Pause, ehe wirklich Gefahr für den Kasten von SCF-Keeper Noah Atubolu bestand. Serge Gnabry Schuss aus der Distanz ging jedoch knapp am Tor vorbei. Kurz zuvor hatte Tom Bischof nach missglücktem Fallrückzieher von Luis Diaz verzogen. So blieb es zur Pause bei einem aus Bayern-Sicht schon fast schmeichelhaften 0:0.

Johan Manzambi trifft direkt nach der Pause aus der Ferne

Nach Wiederanpfiff dauert es dafür keine 90 Sekunden, ehe sich die Freiburger für ihren Aufwand belohnten. Während die Bayern-Hintermannschaft kollektiv noch in der Kabine schien, traf Johan Manzambi äußerst sehenswert aus gut 25 Metern zur Führung. Neuer im Tor war chancenlos und reagierte nicht einmal.

Dreifach-Wechsel der Bayern verpufft

Während der ob der Leistung seiner Mannschaft sichtlich genervte Bayern-Coach Kompany einen Dreifach-Wechsel (Olise, Laimer und Pavlovic kamen in die Partie) vorbereitet, hätten die Freiburger die Führung verdoppeln können, ja müssen. Doch zunächst schoss Lucas Höler unter Bedrängnis übers Tor. Kurz später machte er erst alles richtig, traf dann den Ball aber nicht gut, so dass er knapp am Pfosten vorbei trudelte.

Danach wurden die Bayern stärker. Joker Oliser hätte fast kurz nach seiner Einwechselung zum Ausgleich getroffen, schob den Ball jedoch aus kurzer Distanz am Tor vorbei. Wer nun jedoch dachte, dass der Rekordmeister zu einer 30-minütigen Schlussoffensive ansetzen würde, sah sich getäuscht. Die Bayern wirkten fahrig, ein Missverständnis im Aufbauspiel reihte sich an das nächste.

Lucas Höler verwandelt das Stadion in ein Tollhaus

In der 72. Minute war es dann ausgerechnet Höler, der gut zehn Minuten zuvor das 2:0 verpasste. Nach einer Ecke von rechts war er im Getümmel wach und verwandelte einen zweiten Ball zum 2:0 für den SC Freiburg.

Jubel nach dem 2:0 durch Lucas Höler. Foto: Tom Weller/dpa

Das Stadion glich danach einem Tollhaus. Jede gelungene Aktion der Freiburger wurde lautstark bejubelt. Gleich mehrfach im Mittelpunkt: Schlussmann Atubolu, der mehrere starke Paraden zeigte. In der 81. Minute musste er sich jedoch geschlagen geben. Tom Bischofs Distanzschuss schlug unhaltbar links unten im Eck ein. Danach begann das große Zittern aufseiten der Freiburger, während der FC Bayern München alles nach vorne warf.

Und in der Nachspielzeit passierte es dann tatsächlich: Erneut war es ein Fernschuss von Bischof nach einer Ecke, der im Freiburger Netz zappelte. In der neunten Minute der Nachspielzeit – acht waren angezeigt – erzielte Lennart Karl sogar noch das 3:2 für den FC Bayern und schockte damit den SC Freiburg spät. Die Enttäuschung bei den Freiburgern, die am Donnerstag in der Europa League ranmüssen, war danach riesig.