Zur Saisoneröffnung der Konzertreihe Mittwochs im Museum begeisterte das Duo „Bitter Green“ in der Schlosshalle ein großes Publikum. Foto: Buchta

Zur Saisoneröffnung „Mittwochs im Museum“ trug das Duo „Bitter Green“ Lieder vor, die bei ihrem zahlreichen Publikum in der Schlosshalle Fernweh weckten.

Sie ist mittlerweile ein weit über Wolfach hinaus bekannter, nicht mehr wegzudenkender Begriff für Musikfreunde, die Konzertreihe Mittwochs im Museum. Am 1. April erlebte die Reihe einen vollauf gelungenen Start in die neue Spielzeit: „Bitter Green“ lud zu einer musikalischen Reise mit Liedern vom Glück am Horizont ein. Und das nicht einmal in unerreichbarer Ferne, sondern ganz greifbar: in der Schlosshalle.

 

„Bitter Green“ – das sind Barbara Gräsle (akustische Gitarre, Gesang) und Stephan Kalinke (akustischer Bass, Gesang und nebenbei Banjo, Bluegrass-Mandoline, Percussion sowie Mundharmonika). Ihren Bandnamen haben sich die beiden bei einem Song von Gordon Lightfoot ausgeliehen.

Bei „Bitter Green“ trifft die Ausdruckskraft einer virtuosen Gitarristin auf Gesang und Gitarre eines Erzählers mit seiner eingängigen, gewaltigen und doch sanft temperierten Stimme. „Erzählkonzert“ könnte man das Ganze nennen, mit sehr eigenwillig und kreativ gecoverten Reise-Songs. Ein ständiger Wechsel zwischen Aufbruch und Ankunft, Abschied und Wiederkehr.

Reiselieder weckten die Sehnsucht nach der Ferne

Mit Julian le Plays „Rollercoaster“ startete die Reise mit Stephan Kalinkes raumgreifender, Rhythmus-durchtränkter Stimme und Barbara Gräsles hinreißender Gitarre und ihrem von kontrastierenden Höhen geprägten Gesang.

Alles andere als romantische Aufbruchstimmung prägte dann den Song irischer Auswanderer „The Land of the free“: Eine dramatische Mischung aus Hoffnung und vorweggenommenem Heimweh in authentisch irischer Intonation und Diktion, die großen Beifall erntete.

Reiselieder wie „The Traveller“ oder „The Gambler“ weckten die Sehnsucht nach der Ferne, aber auch die Suche nach Sehnsuchtsorten wie „Paradise“, dem Titel eines Stücks, bei dem der Sänger zu „betroffenem Schunkeln“ einlud. Aber auch Erinnerungen wie „Thunderbird“ wurden musikalisch lebendig – und die Trauer nach einem Unglück mit dem Greyhound („Three wooden crosses“) oder im finalen Sonderzug „Spanish Train“. Mit Herbert Grönemeyers „Flugzeuge“ brachten die Musiker einen leicht veredelten Rockstar zum Vorschein.

Zuhörer bekamen noch zwei Zugaben

16 Songs, einer hinreißender inszeniert als der andere, reihten sich an dem Abend aneinander, bis mit John Denvers romantischer „Ballad of St. Anne’s Reel“ erst einmal Schluss war.

Der Beifall war enorm und die begeisterten Zuhörer bekamen noch zwei Zugaben: Einmal Gordon Lightfoots „Into The Great Wide Open“, dem Song, der dem Konzert den Namen gab, und, was könnte besser passen, Reinhard Meys „Gute Nacht, Freunde“. Dann war endgültig Schluss – nicht ohne das Versprechen der beiden, gerne mal wiederzukommen.

Musik und mehr

Konzerte:
Weiter geht’s am 6. Mai mit Gitarrist Matthias Waße. Am 10. Juni gibt’s „Klezmer-Lieder und Geschichten“ mit dem Freiburger Trio „Chotsch“. Am 5. August kommen die Oberwolfacher „The Dorph“ ins Schloss, am 2. September serviert die Formation „Hip Shaker“ zum Picknick im Schlosshof Jazzfunk mit Pop. Das letzte Konzert bestreiten am 7. Oktober der aus Wolfach stammende Perkussionist Julian Belli und seine Frau Cristina Alvarado-Belli.

Weinlesen:
Genuss für Gaumen und Ohr versprechen die Weinlesen, zu denen Assistant Sommelière Anja Kopp edle Tropfen samt passendem Fachwissen kredenzt, während am Donnerstag, 23. April, Gernot Braun und Eberhard Jäckle mit Musik und am Donnerstag, 22. Oktober, das Ensemble „Impro Vision“ mit Improvisations-Theater für Unterhaltung sorgen.

Vorträge:
Ihren Wissensdurst können die Besucher der beiden Vorträge im Museum stillen: Am Dienstag, 14. April, holt Harald Schmidt den Vortrag über den Schwarzwälder Weltwanderer Eduard Haas, genannt „Geissen-Haas“, nach. Am Dienstag, 19. Mai, nimmt Hans Armbruster die Zuhörer mit in die Welt der Imkerei. Für junge Theaterfans ab fünf Jahren gibt es am Sonntag, 15. November, ein Wiedersehen mit dem Ensemble „Theaterbühne im Keller“ des Kulturkreises Lahr, das ein Märchen auf die Bühne der Wolfacher Schlosshalle zaubern wird.

Anfangszeit:
Beginn für alle Konzerte, Vorträge und Weinlesen ist jeweils um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen.