Fester Bestandteil der närrischen Zeit ist in Bisingen die Seniorenfasnet. Das Orga-Team hatte im katholischen Gemeindezentrum nicht nur ein witziges Programm vorbereitet, sondern banden Bürgermeister Roman Weizenegger auch auf besondere Weise ein.
Eingeladen hatte wieder das „Forum Älterwerden“ der Kirchengemeinde und das Gemeindezentrum füllte sich schon vor offiziellem Beginn bis auf den letzten Platz. Musikalische Unterhaltung durch Musiker Robert Steinemer, etliche Büttenreden und schlagfertige Darbietungen trugen allesamt zur närrischen und ausgelassenen Atmosphäre bei.
Das Orga-Team zeigte sich in Indianer-Verkleidung und bediente die Besucher. Neben einem Begrüßungssekt gab es leckere Fasnetsküchle und weitere kulinarische Köstlichkeiten. In Versform hieß Sprecherin Gemma Benintende alle Anwesenden willkommen.
Politik wurde kräftig auf die Schippe genommen
Völlig frei von Zahlen und Daten lieferte Bürgermeister Roman Waizenegger Lustiges und Humorvolles in seiner schlagfertigen gereimten Büttenrede: In der Politik bleibe nicht viel zu lachen und die Ampel ende mit einem großen Knall. Der Wahlkampf verspreche oft sehr viel, wobei die Wahrheit oftmals auf der Strecke bleibe.
„Jetzt ische do die Fasnetzeit“, verkündete wiederum Hildegard Schell: Sie sprach frei von der Leber und nahm dabei die Kommunal- und Landespolitik auf die Schippe. Und auch die Geistlichen und das Gemeindeoberhaupt bekamen reichlich Fett ab: Der Sparkurs auf dem Rathaus bedeute etwa, kleinere Weckle zu backen. Begrüßenswert sei der geplante Ausschank auf dem Maute-Quartier.
Nicht unerwähnt ließ Schell die Freidhofsquereleien sowie den Fußgängersteg über die Gleise. Durch den Kakao gezogen wurden aber auch Kretschmann, Scholz, Habeck, Lindner und Baerbock. Auch auf die Weltpolitik ging sie ein: Wie könne man nur solche Menschen wählen wie Trump und Putin, denen der Menschenverstand fehle.
In seinem Vortrag „Erlebnis auf einer Kreuzfahrt“ stellte danach Rudolf Haller fest, dass der Aufenthalt auf einem Schiff billiger und bequemer ist als in einem Altersheim.
Bürgermeister landete am „Marterpfahl“
Die „Drei von der Kirchgas“, nämlich die Lästermäuler „Emma“ (Gemma Benintende), „Kathre“ (Vroni Steinemer) und „Mariele“ (Ingrid Oertel) sorgten mit ihrem Auftritt wieder für gute Laune beim Publikum: Angefangen von Alterswehwehchen über Sparmaßnahmen im Schaukasten bis zur Suche eines neuen Hausmeisters für Gemeindezentrum wussten sie einiges zu berichten. Das leerstehende Pfarrhaus solle etwa als Pilgerhotel zur aufgehenden Sonne dienen, damit wieder Leben einziehe. Mit dem Ententanz motivierten die drei das gut gelaunte Publikum zum Mitmachen. Über Brauchtum und Geschichte der Sadbolla aus Stein wussten hingegen die gekommenen Zunftmitglieder Interessantes zu berichten, ebenso wie ihr Häs vorzustellen.
Am Ende wurde der Bürgermeister vom Indianervolk des Orgateams sogar an den „Marterpfahl“ gebunden. Viel Applaus erhielten außerdem Maria Wiesenberger und Ursula Deck als galante Büttenrednerinnen. Dem bunten spritzigen Programm folgten eine große Polonäse wie auch Schunkel- und Tanzrunden bis zur Abendstunde, wo es noch für alle ein leckeres Essen gab.