Die Bisinger Feuerwehr ist ganz heiß auf ihr nächstes sportliches Ziel: Zehn aus der Abteilung rund um Kommandant Steffen Schmidt treten in Rottweil beim Towerrun an.
Wir sprachen mit dem Abteilungsleiter der Bisinger Feuerwehr, Steffen Schmidt, über das ehrgeizige Ziel, das sich zehn seiner Brandbekämpfer da gesetzt haben. Schmidt ist sich sicher: Der schweißtreibende Sport außerhalb der Brandbekämpfung schweißt auch die Truppe als solche zusammen.
Die Herausforderung die da einmal im Jahr in Rottweil winkt, ist inzwischen zum Event geworden, jeweils im September wird der TK Elevator Towerrun abgehalten. Am Start sind viele Einzelpersonen und Läufer aus verschiedenen Vereinen die es wissen wollen.
In voller Schutzkleidung den Turm hinauf
Die beeindruckendste Disziplin unter den verschiedenen Kategorien ist aber der Feuerwehr-Lauf: Feuerwehrleute rennen dann in voller Montur – mit Schutzkleidung und voller Atemausrüstung die enge Treppe mit ihren insgesamt 1 390 Stufen hinauf.
Am Sonntag, 21. September 2025 findet der nächste TK Elevator Towerrun im Aufzugstestturm in Rottweil statt. Er ist auch diesmal mit 1200 Teilnehmern ausgebucht.
Seit 17. März sind die Bisinger im Training
„Es gibt auch Wettrennen auf die Türme in Berlin, Frankfurt oder Köln. Da sind wir dann auch manchmal dabei. Als Training. Der Rottweiler Thyssen-Krupp-Turm ist aber der höchste Europas, deshalb sind die Plätze sehr begehrt. Wir haben auf das Anmeldedatum im Frühjahr, am Montag, 17. März, regelrecht hingefiebert. Um Punkt 10 Uhr morgens öffnet sich dann online ein Fenster, unter dem man die begehrten Plätze ergattern kann. Und die sind nach kurzer Zeit alle weg“, erzählt Steffen Schmidt im Gespräch mit unserer Redaktion.
Die 1200 Plätze sind in kurzer Zeit vergriffen
Es ist nicht das erste Mal, dass die Bisinger Wehr an diesem Lauf in Rottweil teilnimmt und es ist auch nicht die einzige Truppe aus dem Zollernalbkreis: Die Albstädter und Balinger sind meist dabei, auch die Rangendinger waren schon in Rottweil. Man kenne sich, freunde sich an, verbringe nach dem Lauf oft noch Zeit miteinander, erzählt Schmidt.
Auch einer aus der Altersabteilung ist dabei
Von seinen 65 Aktiven hätten sich zehn gemeldet, um mitzumachen. Der Seniorbrandbekämpfer Werner Braun startet ohne Feuerwehrausrüstung in ganz normaler Sportkleidung. Dann gibt es einige, die starten mit Feuerwehrkleidung und Atemschutzgerät auf dem Rücken, einer wird das aber nicht angeschlossen haben sondern ohne Atemschutz die 1390 Stufen erklimmen.
Den Sauerstoff in die Muskeln kriegen
„Jeder setzt sich da sein persönliches Ziel und trainiert auf eine gute Zeit hin, die er erreichen will“, erzählt Schmidt. Die schnellsten Wehrleute schaffen den Rottweiler Turm in 14 Minuten und 25 Sekunden, berichtet er. Schmidt gibt aber auch zu Bedenken, dass für die, die zum ersten Mal zu diesem Rennen antreten es ja „massiv interessant“ sei.
Alles sei neu und ungewöhnlich. Die neuen Teilnehmer wüssten noch nicht was auf sie zukommt und müssten sich erst einmal orientieren. Wer schon öfter dabei war, tut sich leichter.
„Wir haben das Ziel es in 25 bis 30 Minuten zu schaffen“, erzählt Schmidt, der auch selber teilnimmt. Die Herausforderung sei es, die Atemfrequenz zu regulieren und den Sauerstoff beim Treppenlaufen in die Muskeln zu kriegen.
Gemeinsame Vorbereitung in Tailfingen
Schmidt verrät, wie und wo die Wehrleute trainieren. Einige treffen sich in Tailfingen in Friedhofsnähe auf Langendwand und Stiegel und rennen da eine Treppe durch den Wald, wieder andere gehen ins Fitnessstudio oder laufen regelmäßig. Und dann gibt es ein Studio, das einen sogenannten Staircase anbietet. „Das ist natürlich ideal um darauf in Feuerwehrmontur mit Atemschutz zu üben“, erzählt er.
Das ist die Bisinger Feuerwehr
Aktive
Die Bisinger Feuerwehr, so erzählt ihr Kommandant Steffen Schmidt, habe 65 Aktive. „Auf diese Mitgliederzahl sind wir auch stolz“, sagt der Chef der Retter und Brandbekämpfer. Sie sei das Ergebnis einer jahrelangen, intensiven Pressearbeit und viel Werbung und ständige Präsentation der Truppe und ihrer Ausbildung und Ziele in den sozialen Medien. Diese Anzahl an Aktiven brauche man in Bisingen aber auch, um das „Einsatzgeschehen“, wie es Schmidt nennt, abdecken zu können. Die Anforderungen würden größer und die Bisinger Feuerwehr habe einen guten Ruf im Ort. Sie ist auch bei gesellschaftlichen Anlässen und sonst im Ortsgeschehen mit von der Partie und bringt sich ein, was von vielen geschätzt und anerkennend gewertet wird.