Mit ihrer ergonomischen Fahrrad-Rückenunterstützung waren Josef Bogenschütz aus Bisingen-Zimmern und Andreas Tscheinig am Montagabend in der Fernsehshow „Die Höhle der Löwen“ zu sehen.
Bei ihrem Fernsehauftritt in der „Höhle der Löwen“ am Montagabend erhielt ihre Erfindung „Rollerback“ große Bewunderung.
Für ihre ergonomische Fahrrad-Rückenunterstützung hatten sich die beiden Gründer ein Investment von 150 000 Euro gewünscht, im Gegenzug boten sie den fünf „Löwen“ 20 Prozent Firmenanteile an.
Einen Deal konnten Josef Bogenschütz aus Bisingen-Zimmern und Andreas Tscheinig aber nicht mit nach Hause nehmen.
„Braucht man das wirklich?“
Judith Williams, die sich in lilafarbenen High Heels auf das Test-Fahrrad schwang, bemerkte sogleich die angesprochene Entlastung durch das Produkt: „Das ist wie so eine Lehne für den Po. Man hat den Eindruck, die Beine sind stärker im Einsatz.“ Dennoch: Für sie sei Rollerback eher die „Kirsche auf der Sahne“, Radfahren sei ohne Abstützhilfe schließlich auch schon gesund. „Braucht man das wirklich?“, fragte sie deshalb kritisch.
Hohe Kosten
Der ausschlaggebende Punkt ist für Williams jedoch der hohe Preis. Das ergonomische Produkt gibt es in zweierlei Ausführungen und kostet 299 Euro („Comfort“-Modell) beziehungsweise 269 Euro („Performance“-Modell) – „beinahe so teuer wie ein Fahrrad“, findet die Beauty-Expertin.
Dabei lägen die Produktionskosten lediglich bei knapp 100 Euro, so die Gründer. Weswegen der hohe Preis, will Wirtschaftsgröße Carsten Maschmeyer von ihnen wissen. Bogenschütz spricht von der Edelstahl-Aluminium-Legierung, einer Schraubensicherung und den bislang niedrigen Stückzahlen; bei einer größeren Zahl ließe sich der Verkaufspreis auf 199 Euro senken.
Kleine Zielgruppe
Trotzdem ein „cooles“ und hochwertig verarbeitetes Produkt, wie die Investoren betonen. Allerdings: Nicht alle Menschen könnten sich diesen Komfort leisten. Investorin Tijen Onaran könne es nicht mit ihren Werten vereinbaren, eine Erfindung zu fördern, die eine höhergestellte Zielgruppe fokussiere.
Investment bei Freibeik
Länger scheinen Ralf Dümmel und Carsten Maschmeyer mit sich zu hadern. Dann jedoch die ernüchternde Entscheidung: „Wir bleiben bei Freibeik und sind bei Rollerback raus“, teilt Maschmeyer den Gründern mit. Mit ihrem Investment in das neuartige Sattelgelenk würden sie bereits komfortables Fahrradfahren unterstützen, so Maschmeyer.
Löwe Nils Glagau fügt hinzu: Die Fahrradbranche sei „nicht ohne“, außerdem handele es sich bei Rollerback um ein „erklärungsbedürftiges Produkt“.
Die Enttäuschung ist den Gründern, die Rollerback in der Heidelbergstraße in Bisingen produzieren, anzusehen. Doch sie lassen sich nicht entmutigen und ziehen ein optimistisches Fazit: „Der Preis ist ein Thema – wir wissen, an was wir arbeiten müssen.“