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Bisingen Zur Hitzewelle "leichte Literatur"

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Marc-Oliver Dambrowski bei der Arbeit. Foto: Frank

Bisingen - Sommer- und Urlaubszeit ist auch Lesezeit. Was bei den Bisingern gerade besonders gut ankommt, weiß Marc-Oliver Dambrowski, Leiter der Gemeindebücherei.

Was haben die Temperaturen mit dem Lesen zu tun? Tatsächlich eine ganze Menge. "Bei der Hitzewelle bevorzugen die Leser eher 'leichtere Literatur'", erzählt der Leiter der Bisinger Gemeindebücherei, Marc-Oliver Dambrowski. Insbesondere Regional- oder Provinzkrimis kämen derzeit sehr gut an, zum Beispiel die Schwabenkrimis von der Tübinger Autorin Sybille Baecker oder Romane wie "Dampfnudelblues" von Rita Falk, aber auch Ostfrieslandkrimis werden von den Bisingern gelesen. Natürlich sind zur Urlaubszeit auch Reiseführer oder -magazine beliebt.

Derzeit kommen noch mehr Leserinnen als Leser in die Bücherei. Das möchte Dambrowski aber ändern – durch einen verbesserten Bestand, der hoffentlich auch Männer wieder mehr für das Lesen begeistert. Dauerbrenner bei den Leserinnen seien auch die Romane von Jojo Moyes oder Elena Ferrante, die werden "geliehen wie verrückt". Wie sieht es eigentlich mit Klassikern aus? Liest die heutzutage überhaupt noch jemand? Die Auswahl an klassischer Literatur ist groß in der Gemeindebücherei ist groß, und die Werke würden auch nach wie vor gelesen, erzählt Dambrowski. Teilweise platziere er schön aufgemachte Neuauflagen von Klassikern auch im Neuheiten-Regal, oder schafft Klassiker der Weltliteratur als Graphic Novels an.

Bei den Kindern gefragt sind gerade die Reihe "Haferhorde", in der es um Pferde und Ponys geht, und "Der magische Blumenladen". Es lesen eher die Mädchen; Jungen fürs Lesen zu begeistern, sei schwierig, sagt der Büchereileiter. Zeitloses wie "Die drei ???" gehe noch ganz gut. Verstärkt will die Bücherei aber auch aktuelle Comics der Marvel und DC-Universen anbieten.

Die Gemeindebücherei bietet seit einiger Zeit auch eine "Onleihe" an. Die Nutzer finden dort E-Books, Hörbücher und E-Paper von Zeitungen und Zeitschriften zum Herunterladen. Macht das dem klassischen, gedruckten Buch Konkurrenz? Dambrowski berichtet, dass die Bisinger beides nutzen. Zur Urlaubszeit seien E-Books, die man bequem auf dem E-Reader "mitnehmen" kann, natürlich praktischer. Die Ausleihzahlen in der "Onleihe" würden jährlich ansteigen, beim Printbestand seien die Zahlen stabil. "Alle sagen, das Buch stirbt, aber ich merke nichts davon." Auch DVDs und Hörbuch-CDs werden nach wie vor regelmäßig ausgeliehen. Videotheken gebe es ja praktisch nicht mehr. "Für viele Familien ist es noch ein 'Ritual', aus dem Haus zu gehen und gemeinsam den Film auszusuchen", meint Dambrowski. Musik-CDs werden hingegen kaum noch ausgeliehen. Da überwiegt doch das Streaming im Netz.

Die Nutzung der Gemeindebücherei ist übrigens völlig kostenfrei. Neue Bücher kauft Dambrowski selbst in kleinen, unabhängigen Buchhandlungen in der Region, Ketten mit vielen Filialen kommen für ihn nicht infrage. "Und Bücher im Internet zu kaufen, das geht gar nicht. Damit trägt man zum Kernstadtsterben bei." Warum die Bücher nicht im Großhandel eingekauft werden? Da habe man nicht die freie Wahl, sondern bekommen eine Vorauswahl – eine sogenannte "standing order". Mit den Kindergärten und der Grundschule der Gemeinde arbeitet die Bücherei ebenfalls zusammen. Vier "Medienkoffer" gibt es derzeit an der Grundschule und es werden bei Bedarf zusätzliche Themenkisten von der Bücherei zusammengestellt. "Wir wollen die Kinder an Bücher und an das Lesen binden."

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