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Bisingen Welchen Befehl hätten Sie erteilt, Herr Fecker?

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Bisingen - Die Bilder von der brennenden Kathedrale Notre-Dame in Paris sind um die Welt gegangen und haben zahlreiche Reaktionen hervorgerufen. Wir haben mit Dieter Fecker, Gesamtkommandant der Bisinger Feuerwehr, über den Großbrand mitten in Paris gesprochen. Was ging ihm am Dienstagabend durch den Kopf, als er die Flammen sah?

Als Sie im Fernsehen die Bilder der brennenden Kathedrale gesehen haben: Welche Kommandos hätten Sie den Feuerwehrleuten zugerufen?

Wasser marsch. Quatsch, bei einem so großen Objekt muss man versuchen, sich schnellstmöglich einen Überblick zu verschaffen, um dann die richtige Entscheidung zu treffen. Es muss entscheiden werden, ob es noch Sinn macht zu Löschen oder ob man sich auf die Schadensbegrenzung der umliegenden Gebäude konzertiert. Je nach Entscheidung wird dann der Befehl formuliert.

In dem Gebäude hat der Brand eine lebensfeindliche Umgebung geschaffen. Wie viel Überwindung gehört dazu, sich als Feuerwehrmann in diese Flammenhölle hineinzuwagen?

Es ist keine Überwindung notwendig, denn für den Erhalt von Sachwerten, egal um welches Objekt es sich handelt, für keine Sache der Welt ist es vertretbar, Menschenleben bewusst in Lebensgefahr zu bringen. Ich spreche von Sachen nicht von Menschenleben, bei Menschenleben gehen wir ein höheres Risiko ein, das aber immer noch kalkulierbar sein muss.

Haben Sie solche Situationen auch persönlich schon durchlebt?

Gott sei Dank in diesen Ausmaßen noch nicht. Wir hatten auch in Bisingen schon sehr schwierige Einsätze, bei denen "Gott sei Dank" die richtigen Entscheidungen getroffen wurden, und unsere sehr gut ausgebildeten Feuerwehrfrauen und -männer die Entscheidungen sehr gut umgesetzt haben. Dazu braucht man auch die nötigen Fahrzeuge, Schutzkleidung und Material, das uns von der Gemeinde Bisingen immer zur Verfügung gestellt wird.

Auch Träger von Atemschutzgeräten waren in Paris im Einsatz. Wie anstrengend ist so ein Einsatz mit Atemschutzgerät?

Schnallen Sie sich 20 Kilogramm auf den Rücken, ziehen Sie Ihre Skikleidung an und gehen Sie in die Sauna, machen Sie 50 Liegestützen dann haben Sie die körperliche Belastung. Die seelische Belastung ist ebenfalls nicht zu vernachlässigen, Blitze, Gewitter, Lärm, Stress – und das alles auf einmal, da muss man fit und stabil sein.

Könnte ein Großfeuer auch in Bisingen ausbrechen? Wenn ja: wo?

Na ja, Notre-Dame haben wir nicht, aber unsere Objekte in Bisingen, wenn ich an die Kirchen und die Hohenzollernhalle oder unsere Industriegebiete denke, da haben wir genügend Brandlast, die es auch in Zukunft erforderlich machen, hohe Summen in den Brandschutz und in die Feuerwehr zu investieren. Diskutiert bei Beschaffungen wird immer, das ist auch in Ordnung. Ist aber der Schadensfall eingetreten, sollten wir eigentlich schon vor Ort sein, sollten wir auf alles vorbereitet sein, sollten wir sämtliche Fahrzeuge und Geräte vorhalten, die notwendig sind, um das in diesem Fall, das Feuer zu bekämpfen.

Das Gebäude von Notre-Dame steht auch für ein sehr geschichtsträchtiges Bauwerk, wie es auch die Burg Hohenzollern ist. Was, wenn auf der Burg ein Feuer ausbricht? Gibt es dafür Notfallpläne?

Natürlich gibt es Notfallpläne. Die Burgübung ist ein jährliches Muss für unsere Feuerwehr Bisingen. Alle fünf Jahre machen wir die so genannte große Burgübung, bei der das Wasser vom Brielhof bis in den Burghof befördert wird. Die Neubeschaffung der Drehleiter die zur Menschenrettung auf der Burg Hohenzollern benötigt wird, steht in einigen Jahren an, ich hoffe nicht, dass ich zur Argumentation der Beschaffung der neuen Drehleiter auf den Brand der Notre-Dame zurückgreifen muss.

Und auch sonst ist die Feuerwehr ziemlich aktiv, wenn es um die Burg Hohenzollern geht.

Die Burg Hohenzollern hat sehr viele Events, bei denen die Feuerwehr zum Brandsicherheitswachdienst – Vorbeugung von Bränden und Sofortmaßnahmen einleiten – vor Ort ist, oft werden wir belächelt, aber den Sinn solcher Dienste wurde uns wieder einmal durch diesen verheerenden Brand vor Augen geführt.

Was war der größte Einsatz, an dem sie in ihrer Feuerwehr-Karriere teilgenommen haben?

Der größte? Jeder, der von einem Brand oder sonstigen Schadensereignis betroffen ist, meint das ist schlimm, das ist immer relativ. Einsätze mit Personenschaden oder gar Toten, das sind die größten Einsätze, die größten Einsätze deshalb, weil wir Feuerwehrleute damit noch lange nach dem Einsatz leben müssen, mit den Einsatzbildern die Du nicht mehr aus dem Kopf heraus bekommst, das ist die größte Herausforderung, das zu verarbeiten.

Ihre Redaktion vor Ort Hechingen

Klaus Stopper

Fax: 07471 9874-21

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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