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Bisingen Wasserfreuden im Klingenbach

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Bauwerke haben den Klingenbach im Laufe des vergangenen Jahrhunderts stetig verändert. Im lauschigen Ambiente im Hölzle wird das Fest des Heimatvereins Bisingen am 15. September stattfinden. Fotos: Wahl Foto: Schwarzwälder Bote

Der Heimatverein Bisingen-Steinhofen plant derzeit das "Gompa-Fest", das an die "Weiber- und Mannengumpen" im Klingenbach erinnert. Was hat es mit dieser Episode aus der Geschichte des Ortes auf sich?

Bisingen. In gleichem Maße wie die Temperaturen steigen, wächst das Bedürfnis nach Abkühlung. Das ist nicht nur heute so: Sittlich getrennt nach dem Geschlecht, bot der Klingenbach die erfrischende Abkühlung. Gumpen sind Stellen im Bach, in denen sich Wasser angestaut hat, so dass man Baden gehen kann.

Mit Wasser sauber machen

Genutzt wurden solche Stellen vor allem, als es in den Wohnhäusern noch keine Bäder gab und die morgendliche Hygiene am Schitzstoa (aus Naturstein gehauener Waschtisch) in der beheizten Küche oder aber am Waschtisch im Schlafzimmer erfolgte. Ortsbrunnen (gespeist durch natürliche Quellen) und Bäche dienten den Menschen ebenfalls zur Körperwäsche. Nach der Wende zum 20. Jahrhundert gab es in Bisingen auch schon Waschgelegenheiten in angesiedelten Firmen, etwa bot Maute seinen Mitarbeitern Waschräume und sogar ein Schwimmbad an. Zudem konnten Badeanstalten der Gemeinde genutzt werden, sowohl im Gebäude, wo heute das Rathaus untergebracht ist als auch im Kellergeschoss der Gutenbergschule (heute ein Kindergarten).

Einladung zum Abkühlen

Obendrein waren es die gefüllten Bachbetten und große Gumpen (mit bis zu zwei Metern Tiefe), die das Wasser ausspülte, und zum Baden und Abkühlen geradezu einluden, ganz abgesehen vom Spaß.

Viele ältere Bisinger können sich noch gut erinnern, als das Bachwasser in allen Farben den Flecken durchfloss, je nachdem was bei der Textilfabrik Maute gerade gefärbt wurde, so auch Irene Vogt. Sie selbst verbrachte ihre Kind- und Jugendzeit im Katzenloch, wo unweit der Männergompa bestand. "Mit einem dicken Seil spielten wir Kinder oftmals Tarzan, schwangen uns von Baum zu Baum; und da kam es schon mal vor, dass wenn der Schwung ausging, man sich nur noch ins Wasser in den Gumpen fallen lassen konnte."

Auch Paula Koch weiß noch von solchen Erlebnissen: "Wenn es heiß genug war, wurde auch gebadet." Die Aufforderung von daheim, "Gang jo it an Bach", war egal, schließlich bedeute dies stets Abenteuer und Erlebnis.

Bach verändert sich

Solche Gumpen mit Liegewiesen gab es in Bisingen oberhalb des Kindergartens Gutenberg – das Wasser wurde ohnehin gestaut für den Mühlkanal zum Betrieb der Mühle –, im Katzenloch (Lindenplatz), hinter der jahrzehntelang betriebenen Gärtnerei Kleemann sowie hinter dem Züchterheim, unweit von dem Ort, an dem das Gumpenfest des Heimatvereins stattfindet.

Infolge baulicher Maßnahmen hat sich der Klingenbach in den vergangenen 140 Jahren stark verändert. So etwa beim Bau der Eisenbahnlinie 1874. Beim Bau des Marktplatzes wurde der Klingenbach dann 1980 unter die Erde verlegt.

Holzbrücke entsteht

Vor 50 Jahren befanden sich im Hölzle noch private stattliche Gärten teils mit Gartenlaube. Unter anderem gehörten diese dem ersten Arzt in Bisingen, Valentin Mayer, einen weiteren Garten betrieb der frühere Bisinger Friseur Erich Heller.

1976 wurde von der Feuerwehr Bisingen der Florianweg über den Klingenbach angelegt – er dient bis heute als Verbindungsweg vom "Sträßle" (Steinhofenerstraße) hin zum Schulgelände, (zwischen Feuerwehrhaus und Züchterheim) und wird auch oft von Friedhofsbesuchern und Spaziergängern genutzt.

In diesem Zusammenhang entstand die Holzbrücke mit Überdachung. Ebenso aber auch die Neuanlage des Wegesystems, welches den Benutzer von Steinhofen entlang am Klingenbach durch den Tunnel bis zur ehemaligen Gärtnerei Kleemann führt.

Kirmes bis 1976

Genau diesen naturbelassenen Platz möchten nun der Heimatverein aufwerten und rekonstruieren für die vorgesehen Klingenbach-Hockete (siehe Info). Nicht unerwähnt soll sein, dass auf dem damals noch unbebauten Gelände "In der Au" in den 60er- und 70er-Jahren kleinere Kirmesveranstaltungen stattfanden. Erst 1976 wurde das Gelände bebaut, zunächst mit dem Feuerwehrgerätehaus.

Die für Sonntag, 15. September, vorgesehene Festlichkeit findet im Gewann Hölzle, quasi in Verlängerung des Züchterheimes, am Ufer des Klingenbaches statt. Neben dem leiblichen Wohl gibt es auch ein Kinderprogramm. Außerdem wird durch Stauung des Wassers ein "Gumpen", wie einst eingerichtet. Je nach Wetterlage kann gebadet werden. Ebenso dürfen sich die kleinen Besucher am Quietsch-Enten-Rennen beteiligen. Für musikalische Unterhaltung ist gesorgt.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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