Das Ehepaar Stamberg mit Realschülern, Rektor Christhardt Tröger und Uta Hentsch. Foto: Wahl Foto: Schwarzwälder-Bote

Shalom Stamberg besucht Zehntklässler in Bisingen / Besondere Geschichtsstunde

Von Jörg Wahl

Bisingen. Mahnung an die junge Generation gegen Intoleranz und das Vergessen: Shalom Stamberg, Überlebender des KZ Bisingen, berichtete in der Realschule von den Geschehnissen im Zweiten Weltkrieg.

Stamberg sprach vor Schülern der Klassenstufe zehn. Mit dabei waren seine Ehefrau Selda, die Enkeltochter des ehemaligen SS-Lagerkommandanten, Silvia Pauli, und Uta Hentsch, Vorsitzende des Vereins Gedenkstätten KZ Bisingen.

Shalom Stamberg kam 1927 in Zakroczin in Polen zur Welt und wuchs in Warschau auf. Seine Familie war jüdisch, sie kam 1940 ins Ghetto und wurde kurz später nach Ausschwitz deportiert. Shalom Stamberg wurde Anfang 1945 ins KZ Bisingen gebracht und durchlebte hier die Hölle. Bisingen sei das schlimmste Lager von allen gewesen. Im Mai 1945 wurde er von Amerikanern befreit.

Silvia Pauli ist seit fast 30 jahren Ordenschwester in einem Kloster in der Schweiz. Auch ihr liege sehr viel daran, die Geschichte aufzuarbeiten und offen darüber zu sprechen. Zwei Stunden lang berichteten die Besucher aus ihrem Leben. Rektor Christhardt Tröger sagte, ihre Geschichten seien Mahnung. Er überreichte den Frauen Blumensträuße. Die Schülerband gestaltete diese außergewöhnliche Geschichtsstunde mit. Die Schüler sangen das Lied "Wie ein Fest nach langer Trauer", das von Versöhnung handelt. Seit 2008 gibt es an der Schule die AG "Spurensuche Geschichte". Ein Brief von Realschülern, vor drei Jahren geschrieben, hängt heute eingerahmt im Wohnzimmer der Stambergs. Die Jugendlichen nutzten die Gelegenheit, dem Gast die Hand zu geben.

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