Gemeinde geht in die Offensive. Eigene Pläne liegen auf dem Tisch. "Wir starten durch".
Bisingen - Überraschung: In Sachen Maute-Areals legt die Gemeinde Bisingen jetzt den Vorwärtsgang ein. Die Kommune hat eigene Pläne, wie es mit der Industriebrache weitergehen soll. Auf dem Areal könnten Läden und Wohnungen entstehen – sowie offenbar ein neues Rathaus.
"Jetzt starten wir durch, zumindest so weit wie wir das selbst in der Hand haben", sagte Bürgermeister Joachim Krüger am Rande der Sitzung des gemeinsamen Ausschusses der Verwaltungsgemeinschaft Bisingen/Grosselfingen. Krüger kündigte an, dass der gemeinsame Ausschuss im Oktober noch einmal zusammentreten müsse. Es gehe ums Maute-Areal.
Die Industrie-Brache ist auch Thema in der Sitzung des Gemeinderats am Dienstag. Dann schlägt die Verwaltung dem Rat laut Tagesordnung vor, das Verfahren für den Bebauungsplan Maute-Areal zu stoppen und stattdessen einen neuen Bebauungsplan einzuleiten, der auch die Eichgasse umfasst, die das Quartier an der Bahnhofstraße mit der historischen Ortsmitte rund um den Marktplatz verbindet.
Die Verwaltung will außerdem die Ergebnisse der vorbereitenden Untersuchung vorstellen, mit der Planungsbüros Stadtentwicklung GmbH und IS-Projektentwicklung beauftragt hatte. Danach soll der Rat das neue Sanierungsgebiet festlegen, ein Zuschussmodell für die Sanierung privater Immobilien absegnen und einen Sanierungsträger beauftragen.
Mit dem Konzept kann die Gemeinde allerdings vorerst nur auf dem Papier die Weichen stellen. Denn das Maute-Areal ist immer noch in Privateigentum, gammelt nach dem Teilabriss weiter vor sich hin. Einem neuen Transparent zufolge sucht Jürgen Bohnenberger für die verbliebenen Gebäudeteile Mieter, die große Lagerflächen brauchen.
Thema köchelt seit Jahren vor sich hin
Der Zustand des Geländes in zentraler Lage ist Rat und Verwaltung schon lange ein Dorn im Auge. Krüger kündigte bereits an, was die Gemeinde im Falle eines Kaufs mit dem Komplex vorhätte: Totalabriss. Entstehen sollen Wohnhäuser und Flächen für Handel und Dienstleistung. Nach bislang unbestätigten Informationen unserer Zeitung könnte auf dem Maute-Areal auch ein neues Rathaus gebaut werden. Das Thema köchelt ebenfalls seit Jahren vor sich hin. Jetzt sollen offenbar zwei Problemfälle auf einmal gelöst werden.
Mit einem eigenen Konzept für das Areal gibt die Gemeinde nun ihre passive Haltung auf, will nicht länger warten, ob und welche Ideen Eigentümer Bohnenberger auftischt. Sie muss auch was tun: Mit der Veränderungssperre sicherte sich die Gemeinde bislang ein Mitspracherecht, aber auf ewig lässt sich das Blockadeinstrument nicht verlängern.
Jetzt soll ein Bebauungsplan aufgestellt werden, der ebenfalls den Einfluss der Gemeinde auf die Entwicklung wahrt. Sie will die städtebaulich einmalige Chance nutzen, die das Areal bietet, und deshalb eine Planung aus einem Guss.