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Bisingen Musikverein beschreitet jetzt neue Wege

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Zweimal dort schon geprobt und am 29. November Location für ein Livestream-Konzert: die Produktionshalle von Willy Mayer Häuser fürs LebenFoto: Dehner Foto: Schwarzwälder Bote

Von Jürgen Renner

Eigentlich war für 24. Oktober das Herbstkonzert des Musikvereins Bisingen geplant. Nach dem plötzlichen Tod von Schriftführerin Beate Ebel entschied er sich, das Konzert zu verlegen und Ende November erstmals via Livestream weltweit zu übertragen.

Bisingen. "Ich bin keiner, der den Kopf in den Sand steckt. Es gibt immer eine Lösung, und man muss deshalb stets neue Modelle entwickeln", betont Vorstand Wolfram Dehner.

Gesagt, getan. Die ganze Welt kann nun am Sonntag, 29. November, um 17 Uhr das Konzert ohne Zuschauer via Livestream verfolgen. Es wird 45 Minuten dauern und in der Produktionshalle von Willi Mayer Häuser fürs Leben (rund 250 Quadratmeter) stattfinden. "Eine besondere und coole Location. Es hat sich ergeben, dass wir dort schon zweimal proben konnten", erzählt Dehner.

Um den Livestream kümmert sich die Hechinger Firma AWS um Jürgen Wirth. "Das haben wir noch nie gemacht und kostet zwar viel Geld, während wir nichts einnehmen. Aber wir brauchen das Konzert für den Erhalt des Vereins", so der Vorstand. Die Mitglieder bräuchten ein Ziel, für das sie proben.

Die vergangenen Monate waren für den Musikverein nicht einfach. Manche Musiker erschien nicht mehr zu den Proben, als diese ab Ende Juli wieder möglich waren, weil ihnen das Risiko, sich anzustecken zu groß war oder sie einfach Angst hatten . Und dann gab es auch Mitglieder, die gar nicht mehr kamen. Dadurch entstand ein Besetzungsproblem, womit das Orchester nicht spielfähig war.

Doch Dehner wäre nicht Dehner, wenn er nicht eine Idee gehabt hätte. Eigentlich hätte ausschließlich das Stammorchester das Herbstkonzert spielen sollen, doch Dehner rührte bei der Jugendkapelle und Bläserklasse Erwachsene eifrig die Werbetrommel. Das Angebot, mitspielen zu dürfen, nahmen aus diesem Fundus einige an, sodass jetzt 50 Musiker beim Livestream-Konzert auftreten werden. Dehner: "Es werden die schweren Stücke aus dem Programm genommen, so dass die Lieder für alle spielbar sind. Und was passiert, wenn neue Corona-Verordnung kein Konzert zulassen? "Dann verschieben wir das Konzert nochmals. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben", bekräftigt der MVB-Vorstand.

Er ist selbst gespannt, wie das Konzert ankommen wird. "Ohne Publikum wird die Anspannung viel größer sein, schließlich kann das Konzert auf der ganzen Welt angeschaut werden. Wichtig ist, dass die Bevölkerung sieht, dass wir etwas machen."

Auf Youtube bereits einen Kanal eingerichtet

Auf der Online-Plattform Youtube wurde ein eigener Kanal für den Musikverein angelegt. Angedacht ist dann auch, beispielsweise via Betterplace um Spenden zu bitten, da auf dem Vereinsheim, das 350 000 Euro gekostet hat, Schulden drauf sind, die jeden Monat abbezahlt werden müssen.

Schließlich fehlen auf der Einnahmeseite die Vermietung des Vereinsheims für Geburtstage und Hochzeiten. "Wir sind bis Ende des Jahres nicht weit von einem fünfstelligen Betrag, die uns in diesem Jahr wegbricht", verrät Dehner. Zuletzt wurde Altpapier gesammelt und es kam Geld dadurch in die Kasse. "Hier haben wir durch Corona einen positiven Effekt erzielt. Früher sind zwei, drei LKW’s unterwegs gewesen, jetzt haben wir es wie im März mit Familientrupps gemacht, die für ein paar Straßen zuständig waren. Wir haben festgestellt, dass das die viel bessere Lösung ist", findet Dehner. Als die Vatertagshockete ausfiel, gab es einen Schnitzel-Lieferdienst. "Wir haben überlegt, ob wir das im Herbst nochmals machen. Aber wir wollen den Bogen nicht überspannen."

Zurzeit probt der Musikverein im Vereinslokal, in der Hohenzollernhalle ("da reicht der große Saal gerade so aus ") sowie freitags und sonntags bei Willi Mayer. Das nächste Mal am 6. und 8. November. "Das ist auch logistisch eine Riesengeschichte", erklärt Dehner, schließlich müsse das Schlagzeug immer wieder auf- und abgebaut sowie transportiert werden.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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