Ist endgültig Geschichte: die Firma Maute in Bisingen. Foto: Rath

Insolvenzverfahren abgeschlossen. Quoten für Gläubiger liegen über dem Durchschnitt.

Bisingen - Die Bisinger Firma Maute ist endgültig Geschichte. Das Insolvenzverfahren, das im Jahr 2003 eingeleitet wurde, ist abgeschlossen. Die 135 Gläubiger, die noch Forderungen an Maute hatten, erhalten jetzt einen Teil ihres Geldes überwiesen.

 

Allerdings nicht den ganzen Betrag. Im Verlauf des Insolvenzverfahrens wurde das gesamte Vermögen der Firma Maute zu Geld gemacht und addiert. Dem gegenübergestellt wurden die Forderungen sämtlicher Gläubiger. Daraus wurde eine Quote errechnet.

Und wie viel Prozent erhalten nun die Maute-Gläubiger? "Die Quote darf ich nicht nennen", erklärte gestern der Reutlinger Insolvenzverwalter Jürgen Sulz, aber immerhin so viel: "Sie liegt deutlich über dem Durchschnitt solcher Verfahren".

Verfahren zieht sich über zehn Jahre hin

Für Sulz ein Beleg dafür, dass er gut gearbeitet hat. Dass das Verfahren zehn Jahre gedauert habe, sei angesichts der komplexen Aufgabe nicht ungewöhnlich. "Schwierig und langwierig ist vor allem die Verwertung von Immobilien". Für Wälder und Wiesengrundstücke sowie für Produktionsanlagen mussten Käufer gefunden werden. Und dabei galt es möglichst viel Geld zu erlösen.

Mit dem Abschluss des Maute-Insolvenzverfahrens endet eine über 100-jährige Firmengeschichte in Bisingen. 1889 hatte Heinrich Maute die Trikotfabrik gegründet, die sich in den folgenden Jahrzehnten zum größten Arbeitgeber der Gemeinde entwickelte. Über 1000 Beschäftigte wurden in Spitzenzeiten gezählt. Dem langen Niedergang der deutschen Textilindustrie konnte sich Maute nicht entziehen. Zur Jahrtausendwende wurden die Probleme dann existenzbedrohend, 2002 wurde der Betrieb eingestellt. Damals zählte die Firma noch 33 Beschäftigte. 2003 wurde der Insolvenzantrag gestellt. Dieses Verfahren ist nun abgeschlossen. Die Firma Maute ist endgültig Vergangenheit. Das gilt allerdings nicht für das Maute-Fabrikgelände, das im Jahr 2007 für 400.000 Euro an die Firma Euro Plus1 GmbH versteigert wurde. Die Nutzung des Geländes ist seither zwischen Investor und Gemeinde umstritten, das Gebäude verfällt, Teile ließ das Landratsamt wegen Einsturzgefahr abreißen.