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Bisingen Martin Schulz hält flammende Rede

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Martin Schulz spricht in Bisingen. Das Publikum ist danach völlig aus dem Häuschen. Foto: Dick

Bisingen - Martin Schulz, ehemaliger SPD-Bundesvorsitzender, hat in Bisingen eine glühende Rede für den Zusammenhalt in Europa gehalten. Die Zuhörer in der Hohenzollernhalle hörten zu, fieberten mit – und verabschiedeten Schulz stehend und mit donnerndem Applaus.

Es beginnt alles ganz gemächlich. Als Schulz’ dunkler Ford mit Tübinger Kennzeichen vorfährt, verdrehen sich in der überfüllten Hohenzollernhalle viele die Köpfe, um die Szene durch die bodentiefen Fenster mit anzusehen. Wenig später ist der Sozialdemokrat dann drinnen im Saal, er schüttelt Hände, bekommt Applaus, die Kapelle auf der Bühne spielt ihm "The Lion Sleeps Tonight". Schulz, 63, wird an diesem Abend die Reihe hochkarätiger Redner zum politischen Aschermittwoch in Bisingen fortsetzen.

Zunächst nimmt der Sozialdemokrat aber am Tisch lokaler Politgrößen, darunter auch CDU-Landrat Günter-Martin Pauli, Platz – ganz bodenständig bei Schmalzbrot und Mineralwasser. Bundestagsabgeordneter Martin Rosemann (SPD) spricht zunächst.

Als Schulz sich dann ans Rednerpult stellt, beginnt er aus seinem Leben erzählen, von seinen Eltern, die beide Kriege miterlebt hatten. Später wird klar, warum er so weit ausholt.

Schnell kriegt er die Kurve zur Europawahl am 26. Mai, die er "Schicksalwahl" nennt. Im Bewusstsein dabei die Engländer und den Brexit, Trump in den USA, der "Demokratie in Frage stellt" und damit "die EU angreift", und er nennt die "herrschende Diktatur" in China. Und dass die beiden letztgenannten Länder immer enger zusammenarbeiteten.

"Bei der Europawahl geht es darum, ob wir unser Demokratiemodell verteidigen wollen", sagt Schulz. Sein Tonfall ist nicht mehr gelassen. Laut und leidenschaftlich redet er, gestikuliert, und er sagt, dass er für die Europäische Union kämpfen werde, bis er "nicht mehr atmet".

Appell: "Wählt eine demokratische Partei!"

Eine freie Presse, die hinterfragt, analysiert und der Politik auf die Finger schaut, sei nicht immer nett, "aber ein Grundpfeiler der Demokratie". Leuten, die die Presse zensieren wollen, müsse man sich in den Weg stellen. In diesem Zusammenhang nennt er die AfD, die alles, was ihr nicht passe als und "Lügenpresse" bezeichne, und er nennt nicht nur Trump und die chinesische Regierung, die "den wegsperre, der das Maul aufmacht", sondern er nennt auch Victor Orbán in Ungarn, in Europa, ganz nah. Wieder Applaus.

Schulz zitiert den Schriftseller Edmund Burke: "Für den Sieg des Bösen reicht es, wenn die Guten nichts tun." Geht am 26. Mai wählen!, bedeuten diese Worte, "wählt eine demokratische Partei, am besten natürlich die SPD."

Er warnt: "Demokratie und Frieden werden wahrgenommen, wie Strom, der selbstverständlich aus der Steckdose kommt." Aber die Zeit sei vorbei. Er appelliert: "Lasst nicht zu, dass die Demokratie zerstört wird", brüllt er fast. "Tut das für Eure Kinder und Enkel!" Er wolle das, was er genießen konnte, nämlich "die beste Zeit" in einem demokratischen und wirtschaftlich starken Deutschland, das seine Eltern mit aufgebaut hatten, für die nächsten Generationen bewahren.

Deutschland im Besonderen sei Europa verpflichtet, da es nach dem Zweiten Weltkrieg das Geschenk annehmen durften, die eigene Demokratie zu gestalten. "Die EU ist das Beste, was dem Kontinent passiert ist", sagt er weiter. Obgleich er natürlich wisse, dass es da noch viel zu verbessern gebe.

Schulz schließt, indem er Burkes Zitat wiederholt. Wieder der Appell: "Geht wählen"! Als Schulz das Rednerpult verlässt, steht beinahe jeder steht, applaudiert, ist hingerissen.

Alexander Maute, SPD-Kreisvorsitzender, verspricht Schulz: "Wir werden uns für die europäische Idee stark machen". Noch nie, so Maute, sei bei einem politischen Aschermittwoch die Halle so voll gewesen. Das sei ein gutes Zeichen.

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