Warum sehe ich diesen Hinweis?

Sie sehen diesen Hinweis, weil Sie einen Adblocker eingeschaltet haben oder im privaten Modus surfen. Deaktivieren Sie diesen bitte für schwarzwaelder-bote.de, um unsere Artikel ohne diesen Hinweis lesen zu können.

Mehr zum Thema Adblocker / Privater Modus und wie Sie diesen deaktivieren, finden Sie, indem Sie auf deaktivieren klicken.

Deaktivieren

Bisingen Kommt Schlachthof ins Gewerbegebiet?

Von
Hier soll das interkommunale Gewerbegebiet entstehen. Foto: Kauffmann

Bisingen - Das neue interkommunale Gewerbegebiet an der B27 zwischen Balingen und Bisingen sorgt für Gesprächsstoff: Stimmt es, dass dort ein neuer Schlachthof gebaut werden könnte?

Die Gespräche über das interkommunale Gewerbegebiet stehen noch ganz am Anfang. Es ist noch nicht einmal entschieden, ob dieses Megaprojekt überhaupt realisiert wird – und doch sorgt es schon jetzt für Gesprächsstoff: Einerseits, weil der Regionalverband Druck macht, denn die neue Version des Regionalplans soll idealerweise schon dieses Jahr verabschiedet werden. Andererseits wird im Zusammenhang mit dem interkommunalen Gewerbegebiet die Behauptung laut, dass Balingen den Schlachthof auf die Gemarkung Bisingen verlegen könnte – und das neue Gewerbegebiet bietet dazu ausreichend Fläche. Diese Vermutung äußern mehrere Gemeinderäte inoffiziell. Ist es nur ein Gerücht?

Wir haben uns umgehört und fassen die wichtigsten Fakten dazu zusammen:

Rückblick

Der Balinger Gemeinderat hat sich bereits 2017 mit dem Thema Schlachthof befasst. In einer Pressemitteilung der Stadt heißt es dazu: Das Gremium habe "aufgrund des derzeitigen Gebäude- und Betriebszustandes beschlossen, den Schlachthof letztmalig bis zum 31.12.2022 an die Firma Färber zu verpachten und dann zu schließen". Der Zeitraum bis zur Schließung sollte laut Pressemitteilung Betreiber und Nutzern die Möglichkeit eröffnen, in dieser Zeit einen "alternativen Standort in der Region für einen Neubau oder für eine Sanierung eines Bestandsgebäudes auszumachen".

Das sagt der Pächter

Die Betreiber des Schlachthofs bewerten die Situation freilich anders. Karsten Binder, Leiter der Balinger Niederlassung des Metzgerei-Betriebs Färber, teilt auf Nachfrage mit: "Einen neuen Schlachthof wird es mit der Firma Färber nicht geben."

Viel zu teuer wäre ein solcher Neubau. Die Kosten dafür schätzt er auf gut 20 Millionen Euro – und das rechne sich ja nie. Stattdessen favorisiere der Schlachtbetrieb Färber ein anderes Vorgehen: Dieser wolle das bestehende Gebäude kaufen und sanieren. Dies sei die wirtschaftlichste aller Varianten. Erst jüngst habe die Firma ihre Kaufabsicht gegenüber der Stadt schriftlich bekräftigt.

Das sagt die Stadt Balingen

Das Gebäude des Schlachthofs gehört der Stadt Balingen. Der Stadtsprecher teilt auf die Frage, ob es Überlegungen gibt, den Schlachthof auf dem potenziellen künftigen interkommunalen Gewerbegebiet neu zu bauen, nur mit: "Das kann ich zum heutigen Zeitpunkt nicht sagen" – er widerspricht aber auch nicht. Derzeit gebe es keine Infos dazu, und das Projekt mit dem Gewerbegebiet stehe erst am Anfang.

Kreishandwerkerschaft

"Bisingen ist kein schlechter Standort", sagt Jürgen Greß, Geschäftsführer der Kreis-Handwerkerschaft und der Kreis-Fleischerinnung, im Hinblick auf einen Schlachthof. Er habe diese Idee bereits vor mehr als einem halben Jahr in Fachkreisen geäußert – zu diesem Zeitpunkt ist noch gar nicht öffentlich gewesen, dass ein interkommunales Gewerbegebiet im erwogen werden könnte. Bisingens Industriegebiet Nord schien ihm wegen der geografischen Lage gut geeignet. Viele Betriebe, die den Balinger Schlachthof beliefern, sind im Kirchspiel, in Grosselfingen und in Hechingen beheimatet. Greß macht aber auch ganz deutlich: Einen Schlachthof in Bisingen zu bauen sei "utopisch", schließlich seien die Kosten (er spricht von zehn Millionen Euro) für einen Neubau riesig, und wer solle das bezahlen wollen? Er hoffe deshalb, dass die Verhandlungen zwischen der Stadt Balingen und dem Schlachthofbetreiber noch zu einem guten Ende finden, und der Schlachthof am bestehenden Standort erhalten bleibt. Und wenn nicht?

Dann müssten die Landwirte ihre Tiere nach Gärtringen (Kreis Böblingen) oder Mengen (Kreis Sigmaringen) fahren. Die Anfahrt wäre deutlich länger als bisher. 

Keine Alternative

Im Zollernalbkreis gibt es keine Alternative zum Balinger Schlachthof, er ist der letzte in der Region. Doch selbst, wenn die Einrichtung schließen muss: "Es ist nichts geplant in Bisingen", sagt Greß im Hinblick auf einen Neubau. Es wäre "keine realistische Planung" und "kein Thema", macht er weiter klar.

Unabhängig von diesem Thema: Von Schlachthöfen bekomme die Bevölkerung auch nicht mehr mit als von anderen Betrieben, abgesehen vom Anlieferungsverkehr, sagt er auf Nachfrage. Schlachthöfe würden weder Gerüche noch Lärm verbreiten. Die Antipathie gegen solche Einrichtungen kann er deshalb nicht nachvollziehen. Greß empfiehlt allen, die sich interessieren, an einer Führung durch den Balinger Schlachthof teilzunehmen, um sich mit eigenen Augen ein Bild vor Ort zu machen.

Und weil der Balinger Schlachthof der einzig verbliebene im Landkreis ist, hat er für die Landwirte in der Region eine nicht zu unterschätzende Bedeutung – das betrifft auch Viehhalter aus Bisingen.

Fotostrecke
Artikel bewerten
17
loading

Ihre Redaktion vor Ort Balingen

Steffen Maier

Fax: 07433 901829

Ihre Redaktion vor Ort Hechingen

Klaus Stopper

Fax: 07471 9874-21

Flirts & Singles

 
 
0

Kommentare

Artikel kommentieren

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.