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Bisingen Kamin erhalten, in Module aufteilen

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Oliver Buchstor (links) und Armin Haspel stellen ihre Vision für die künftige Bebauung des Maute-Areals zur Diskussion. Das Gebäude in der Mitte mit dem Kamin ist das historische Turbinen- und Kesselhaus, das erhalten werden soll. Foto: Stopper Foto: Schwarzwälder Bote

Schornstein samt Kessel- und Turbinenhaus erhalten, Gelände in einzelnen Modulen bebauen – das sind Eckpunkte der "Vision", die die Bisinger Architekten Oliver Buchstor und Armin Haspel für die Neubebauung des Maute-Areals entwickelt haben.

Bisingen. Eigentlich ist das ein kleiner Frühstart. Die Gemeinde hat im November 2017 den Fabrikkomplex für 950 000 Euro ersteigert und zunächst das Stuttgarter Stadtentwicklungsbüro "Steg" mit einer Entwicklungsplanung für das Gelände beauftragt. Die soll die grobe Richtung für die künftige Entwicklung des Geländes weisen.

"Wir sind halt Bisinger Jungs", erklärt Armin Haspel, warum er und Oliver Buchstor sich ohne Auftrag schonmal daran gemacht haben, einen Plan für das Maute-Gelände zu entwickeln. Bürgermeister Roman Waizenegger habe die Einwohner ja auch ausdrücklich aufgefordert, Ideen dafür einzubringen, "und da fühlten wir uns als Profis natürlich besonders aufgerufen."

Beide Architekten betonen auch, dass das keineswegs in Konkurrenz zum Stadtentwicklungsbüro steht und alles bisher unverbindlich und auf eigene Kosten erarbeitet worden ist.

Modell im Schaufenster

Das professionelle Modell im Maßstab 1:500 dürfte allerdings schon Eindruck auf die künftige Diskussion haben. Bürgermeister und Gemeinderat haben es bereits gesehen, von Freitag, 14. September, an wird es im Schaufenster des Bisinger Fotogeschäfts Vogt ausgestellt und das Konzept im Internet unter der Adresse "www.bau-designer.de" präsentiert. Es besteht aus mehreren Modulen.

 Kessel- und Turbinenhaus samt Kamin: Dieses historische Ensemble wollen die beiden Architekten erhalten als Reverenz an die Bisinger Industriegeschichte und weil der große Schornstein das Bild der Gemeinde prägt. Die Bausubstanz des Gebäudes sei gut, sind sie überzeugt, beim Kamin müsse man schauen. Das Turbinenhaus könnte als Seminargebäude genutzt werden, das Kesselhaus als Tagescafé und Eventraum.

 Hotel: Auf dem Gelände an der Bahnhofstraße, das derzeit Parkplatz ist, soll ein Business-Hotel gebaut werden. Der Bedarf in der Region sei auf jeden Fall da. Es könnte Synergieeffekte mit dem Seminarraum im Turbinengebäude geben.

 Rathaus: Das Gelände, das Armin Haspel als "Schokoladenstückchen" bezeichnet, ist der Bereich daneben, wo bereits Teile des Mautegeländes abgerissen sind. Hier sehen die Architekten den richtigen Standort, falls die Gemeindeverwaltung tatsächlich in einem neuen Rathaus untergebracht werden soll. Ratssaal mit weitem Blick in die Landschaft inklusive. Als Idee haben Haspel und Buchstor ein futuristisches, abgerundetes Gebäudemodell entworfen.

 Gebäude mit Penthouse: Im Anschluss an das Rathaus an der Raichbergstraße sind zwei unabhängig voneinander realisierbare Gebäude für anspruchsvolles Wohnen und Büroräume vorgesehen, alle versehen mit Penthouse-Wohnungen mit grandiosem Blick. Insgesamt sollen diese Gebäude Platz für 40 Wohnungen bieten.

 Tiefgarage: Unter Hotel, Rathaus und den beiden oben genannten Gebäuden könnte eine Tiefgarage mit 160 Stellplätzen gebaut werden, die gemeinsam genutzt wird.

 Bezahlbares Wohnen: Die Penthouse-Gebäude sind was für sehr Betuchte, aber auch Normalsterbliche sollen auf dem Maute-Gelände zum Zug kommen. Für sie würden an der Zollerstraße Gebäude mit Platz für 20 Wohnungen entstehen.

 Einfamilienhäuser: Im Anschluss an diesen Bereich würde dort, wo heute das Lagergebäude steht, Platz für Einfamilienhäuser bereitstehen.

 Freiräume: Die Gebäude sind so angeordnet, dass sich von der Eichgasse her das Gelände öffnet. Mit Bäumen sind Wege gesäumt, der Rathausvorplatz und ein weiterer kleiner Platz liegen auf dieser Achse.

 Module: Wesentlich am vorgestellten Plan ist, dass er aus unabhängigen Modulen besteht. Und ob eine solche Struktur gewollt ist, müsste der Gemeinderat wohl festlegen, bevor weitere Schritte unternommen werden können. Die Alternative zu den Modulen wäre möglicherweise ein großer Gebäudekomplex für das gesamte Gelände. "Das würde aber einen Großinvestor erfordern, und wir finden, dass wir uns nicht in so eine Abhängigkeit begeben sollten", meint Armin Haspel. Falls sich etwa eine High-Tech-Firma finde, die am Platz bauen wolle, wo jetzt das Hotel vorgesehen sei, dann sei das problemlos machbar.

 Verzicht auf Discounter: Bekanntlich auch diskutiert wird, ob auf dem Gelände ein Discounter angesiedelt werden kann. "Ein flaches Gebäude an diesem zentralen Platz mit dieser Anbindung zum Bahnhof und dieser tollen Sicht, das wäre Verschwendung", finden Armin Haspel und Oliver Buchstor.

Was Gemeinderäte und Bürgermeister zu ihren Plänen denken, wissen die beiden zumindest offiziell noch nicht. Den Plan habe man zwar vorstellen dürfen, "aber Fragen und Diskussion waren nicht erwünscht". Aber die Debatte in Bisingen ist hiermit wohl auf jeden Fall eröffnet.

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