Auf Tour mit Udo Lindenberg: Profi-Wrestlerin Jazzy aus Bisingen. Foto: Besch

Profi-Wrestlerin aus Bisingen steigt bei Deutschland-Tournee des Panikrockers in den Ring.

Bisingen - Udo Lindenberg hat eine Stimme "wie ein rauer Straßenwind", soll er über sich selbst sagen. Im Mai ist er zu einer Deutschland-Tournee aufgebrochen. Mit dabei: Profi-Wrestlerin Jazzy aus Bisingen, die im Ring die raue Alphawoman spielt.

Als Profi-Wrestlerin Jazzy Gabert das Telefon abnimmt, sitzt sie im Hotelzimmer in Hannover: Gerade tourt sie mit Rocklegende Udo Lindenberg durch Deutschland. Wie sie dazu kommt? "Ich habe es erst gar nicht geglaubt", platzt es aus ihr heraus, als sie die Facebook-Nachricht von den Programm-Organisatoren Lindenbergs liest – schon Ende Mai sollte die große "Paniktour" starten. "Ich bin spontan", soll sie zurückgeschrieben haben. Und erhält zur Antwort: So spontan, dass sie den nächsten Tag nach Mannheim kommen könnte? Keine Frage. Die Wahl-Bisingerin kommt – und zeigt Interesse.

Jetzt steht sie als Aphawoman im Ring mit Darstellern der Präsidenten Wladimir Putin und Donald Trump: Udo Lindenberg lässt eine große Show um seine großen Hits bauen, er hat einem Wrestlingring einrichten lassen und die Pyrotechnik knallt und kracht, während die muskulöse Jazzy gegen schlanke Models kämpft und die Rock-Ikone "Bunte Republik Deutschland" singt. Die actiongeladene Botschaft: "Die Staatschefs sollen selbst in den Krieg ziehen, also selbst in den Ring steigen", erklärt Gabert. Die Charaktere im Ring symbolisieren die Armeen im Feld. Sie tritt jedoch nicht nur als Teil der Show auf, sie hat diese selbst entworfen. Ab Mai hat sie ihre Kontrahenten in Timmendorf (Schleswig-Holstein) ausgebildet.

"Es macht einen Riesenspaß"

Und warum ist Lindenberg auf Gabert aufmerksam geworden? "Eigentlich wollen wir nur Dich", soll man zu ihr gesagt haben, schließlich sei die einzige Frau Deutschlands, die mit dem Wrestling hauptberuflich ihr Geld verdient. Kurios: Nicht nur im Ring zieht sie bei den spektakulären Udo-Konzerten die Blicke auf sich – sondern auch als Tänzerin für den Hit "Candy Jane". Jazzy: "Neben den Tänzerinnen sehe ich nicht so gut aus, aber es macht einen Riesenspaß." Und überhaupt: "Es gibt da auch ganz filigrane, die sind so weiblich, dass ich ihr Ehemann sein könnte", erzählt sie am Telefon lachend.

Udo sei ja ohnehin ein Wrestling-Fan. Autogramme tauschen die beiden Stars nicht aus: "Ich bin nicht der Autogramme-Sammler", sagt Jazzy nüchtern. Alles andere als nüchtern soll ihr Outfit sein: "Ich zeige viel Popo."

Damit will sie zeigen: Auch Frauen, die stämmiger sind, müssen sich nicht für ihr Äußeres schämen. Gabert: "Natürlich falle ich damit neben den ganzen Models auf." Doch mit dem Im-Mittelpunkt-Stehen hat die 37-Jährige Bisingerin sowieso keine Probleme.

Das müssten doch beste Voraussetzungen für Profi-Wrestlerin sein, in der neuen Branche Fuß zu fassen. Die Antwort am Telefon folgt prompt: "Ich wollte schon immer etwas in diesem Bereich machen. Wenn mich jemand dafür haben wollte, würde ich es gerne machen." Als Fernseh-Schauspielerin könnte sie sich gut vorstellen.

Schon am Freitag wird Jazzy mit Udo in Köln auftreten. Auch nach Stuttgart kommt die Paniktour mit der Profi-Wrestlerin Anfang Juli. Karten dafür dürfte es aber nicht mehr geben. Dann brauchen ihre Fans wohl noch etwas Geduld. Vielleicht erspähen sie Jazzy ja auch mal während des Alltags in Bisingen.