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Bisingen Gemeinderat fasst den Baubeschluss

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Der Gutenberg-Kindergarten entspricht nicht mehr den aktuellen pädagogischen Standards.Fotos: Kauffmann Foto: Schwarzwälder Bote

Der neue Kindergarten wird gebaut. Es ist eine historische Grundsatzentscheidung, die der Gemeinderat am gestrigen Dienstagabend getroffen hat. Bürgermeister Roman Waizenegger spricht im Hinblick auf die Kosten vom derzeit "größten Einzelprojekt" in Bisingen.

Bisingen. Klar ist: Bisingen braucht mehr Kapazitäten in den Kindergärten im Ort, denn die Nachfrage steigt unaufhörlich. So ist die Nachfrage nach Ü3-Plätzen etwa unverändert hoch.

Im U3-Bereich ist die Nachfrage nach Ganztagsbetreuungsplätzen eher gering. Es gibt in diesem Bereich keine Warteliste. Die Verwaltung geht davon aus, dass sich das Interesse künftig weiter nach oben entwickelt. Die derzeit bestehenden 320 Ü3-Plätze werden laut der Prognose der Verwaltung zum Ende des Kindergartenjahres 2020/ 2021 ausgereizt. Die Freiheit, den Kindergarten selbst zu wählen, besteht dann nur noch bedingt. Zudem kommen in den nächsten Jahren die Kinder hinzu, die im Neubaugebiet Fronwiesen-Raubrühl leben und auch auf dem künftigen Maute-Areal könnte Wohnraum entstehen.

Maßnahmen im U3-Bereich seien derzeit nicht unbedingt erforderlich, weil die gesetzliche Quote erfüllt wird. Im Ü3-Bereich bestehe jedoch ein gesetzlicher Zwang, Kindern einen Platz zuzuweisen. Für Bürgermeister Roman Waizenegger ist es deshalb eine Notwendigkeit, einen Kindergarten neu zu bauen. Waizenegger sprach im Hinblick auf die Kosten vom "größten Einzelprojekt, das ich mit Ihnen begleiten darf".

Zustimmung kristallisiert sich bei der Diskussion schnell heraus

Bei der Diskussion kristallisierte sich am Dienstagabend schnell das Meinungsbild heraus, dass eine neue Einrichtung gezwungenermaßen gebraucht wird. Klaus Ertl (Freie Wähler) sagte dazu: "Normalerweise bin ich als Revoluzzer verschrien", doch auch er stimme dem Vorhaben zu. Gisela Birr (SPD): "Ich bin froh, dass wir heute endlich die Grundsatzentscheidung treffen." Konrad Flegr (ALB) teilte dem Gremium mit, dass er "keinerlei Bedenken" habe.

Er stellte indirekt aber auch die Frage, welche Auswirkungen das Wachstum Bisingens in Zukunft haben wird. Es werde immer wieder vom Antieg der Einwohnerzahl auf 10 000 gesprochen – dann wäre Bisingen eine Stadt –­, doch "das alles zieht einen Rattenschwanz nach sich". Die Kinder gingen sechs Jahre nach ihrer Geburt in die Grundschule, vier Jahre später gehe die Hälfte von Ihnen auf die Realschule. Außerdem würden mehr Einwohner gleichzeitig auch die Infrastruktur, etwa Straßen, stärker belasten. Flegr mahnte an: "Es ist nicht damit getan, nur neue Bürger anzusiedeln." Dieter Fecker (CDU) hat sich den Worten Flegrs angeschlossen.

Waizenegger sagte darauf, man müsse deshalb gleichzeitig planen: Nächstes Jahr gehe es schon um die Sanierung des Schulzentrums. Und mit den Sanierungen nicht genug: Auch der Humboldt-Kindergarten brauche dringend eine Auffrischung: In den vergangenen 50 Jahren sei das Gebäude nur sporadisch und punktuell erneuert worden. Auch der Gutenberg-Kindergarten entspreche einfach nicht mehr dem aktuellen pädagogischen Standard. Es kommt also noch einiges auf die Gemeinde zu. Allerdings bleibe abzuwarten, wie man die Sanierung der Kita Humboldt genau ausgestaltet. Soll heißen: Je nach dem wie sich die Belegung der Plätze in Bisingen insgesamt entwickelt, könnte man die dortigen Kapazitäten verknappen oder auch beibehalten.

Kritik kam von Christoph Michailidis: Er monierte nicht, dass ein neuer Kindergarten gebaut werden soll, sondern vielmehr das Vorgehen. Er spricht sich in mehreren Redebeiträgen dafür aus, die Kosten detailliert aufzustellen. Zum Beispiel: Wie viel wird das Personal kosten? Wie viel die Erschließung? Die Informationslage war ihm am Dienstagabend noch viel zu dünn.

Die Gemeinde erhält keinen Zuschuss für den neuen Kindergarten

Waizenegger sagte darauf, dass die Gemeinde verpflichtet sei, die Plätze vorzuhalten, zumal im Ü3-Bereich alle Kinder betreut werden können müssen. 15 Kinder befänden sich schon heute auf der Warteliste für einen Ganztagesplatz. Zur Frage, ob die Gemeinde einen Zuschuss erhält, teilte Waizenegger mit: "Wissen Sie, was wir kriegen als Zuschuss? Nix." Die Kommunen müssten solche Einrichtungen selbst finanzieren.

Im Hinblick auf die Kosten sagte Karel Deh: "Für mich ist das eine utopische Bausumme." Waizenegger berichtet, ihn habe es auch überrascht, wie hoch die Zahlen sind, doch sie seien realistisch, zumal es für die Einrichtung bis ins Detail gehende Vorschriften gebe, die baulich zwingend umgesetzt werden müssten.

Nach längerer konstruktiver Diskussion hat der Gemeinderat schließlich einstimmig bei einer Enthaltung, entschieden, das neue Gebäude zu bauen. Es ist ein Großprojekt, das das Gremium noch länger begleiten wird.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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