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Bisingen Film zeigt das Leben im Konzentrationslager

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Der jüdische Häftling Rudolf Breslauer bei Filmaufnahmen im Durchgangslager Westerbork. Foto: NIOD Foto: Schwarzwälder Bote

Bisingen. Der Verein Gedenkstätten KZ Bisingen veranstaltet aus Anlass des Holocaust-Gedenktags am Montag, 27. Januar, von 19.30 Uhr an einen Filmabend im KZ-Museum an der Kirchgasse 15. Gezeigt wird der Film "Aufschub" über das Durchgangslager Westerbork. Ergänzend werden Auszüge aus den Aufzeichnungen des niederländischen Gefangenen Philipp Mechanicus vorgelesen. Das schreibt der Gedenkstättenverein in einer Pressemitteilung.

Die bekannteste Insassin von Kamp Westerbork war Anne Frank. Sie war seit dem 8. August 1944 im Lager und wurde rund vier Wochen später, am 3. September, nach Auschwitz deportiert, heißt es weiter. Dies war der letzte Transport aus dem Durchgangslager nach Osten.

Insgesamt wurden in den Jahren 1942 bis 1944 mehr als 107 000 Juden aus Westerbork per Zug deportiert, überwiegend in die Vernichtungslager Sobibor und Auschwitz-Birkenau. Nur etwa 5000 von ihnen überlebten. Auch Sinti und Roma und Widerstandskämpfer befanden sich unter den Opfern.

Zum Durchgangslager Westerbork gibt es ein einzigartiges historisches Dokument: Filmaufnahmen, die von einem jüdischen Häftling auf Anordnung des Lagerkommandanten angefertigt wurden. Für welchen Zweck, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Sicher ist aber, dass der jüdische KZ-Häftling Rudolf Breslauer 1944 vom SS-Lagerkommandanten Albert Konrad Gemmeker beauftragt wurde, einen Film über den Alltag im Lager zu drehen.

Breslauer machte Filmaufnahmen von der Ankunft der Häftlinge, von Sportveranstaltungen, Konzerten, Revue-Darbietungen, von der Arbeit in verschiedenen Werkstätten und von der Abfahrt der Deportationszüge nach Auschwitz, Sobibor, Bergen-Belsen und Theresienstadt, die jeden Dienstag abgingen.

Bevor die Aufnahmen gezeigt werden, gibt es eine Einführung

Breslauer selbst wurde später im Jahr 1944 zusammen mit seiner Frau, zwei Söhnen und einer Tochter ins Vernichtungslagerlager Auschwitz-Birkenau deportiert. Das Filmmaterial blieb ungeschnittenes Fragment. In der Filmmontage "Aufschub" (Deutschland 2007) greift der Regisseur Harun Farocki auf dieses Filmfragment zurück. Faroki verändert Breslauers stummes Filmmaterial nicht, fügt jedoch Texttafeln ein, um auf Details hinzuweisen. Er wiederholt kurze Sequenzen oder hält sie an.

Trotz der dezenten Bearbeitung erschließt sich der Gehalt des Films nur, wenn man den Kontext kennt. Daher wird bei der Veranstaltung des Gedenkstättenvereins am 27. Januar zunächst in den Film eingeführt.

Zusätzlich werden Auszüge aus den Tagebuchnotizen des jüdischen Journalisten Philipp Mechanicus vorgetragen, der ungefähr zur selben Zeit wie Breslauer im Lager Westerbork war.

Nach dem Film besteht die Gelegenheit zum Austausch. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung frei.

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