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Narretei: Schon die Schwarzkopf Band sorgte für beste Stimmung / Auch Daagdieab Lompa sind über die Fasnet hinaus sehr aktiv

Wenn die Lumpenkapellen eins verstehen, dann wie man so richtig Gas gibt: Bei den Umzügen sorgen sie mit ihren teils schrillen Tönen für Stimmung. Darauf hat sich schon die erste närrische Kapelle Bisingens bestens verstanden, nämlich die Schwarzkopf Band.

Bisingen (jw). Seit vielen Jahrzehnten bereichern einheimische Lumpenkapellen die fünfte Jahreszeit. Sowohl in Bisingen als auch über die Gemeindegrenze hinaus sorgten sie für ausgelassene Stimmung. Ihr Repertoire besteht zumeist aus fetzigen Musikstücken, angefangen von altbekannten Schlagern bis hin zum aktuellsten Hit.

n Schwarzkopf Band: Vor rund 40 Jahren formierte sich in Bisingen die erste Lumpenkapelle mit dem Namen Schwarzkopf Band, bekannt aber auch unter dem Namen LWC (Lotsch-West-Company). Die Lumpenkapelle bestand aus neun Personen, nämlich Friedbert Haug, Dieter Volm, Hans-Peter Schoy (Joints), Herbert Vogt (Bälz), Armin Schoy (Leder), Klaus Marek, Armin Haspel, Emil Schoy (Leder) und Helmut Gauggel und war eine eingeschworene Gesellschaft.

Beim Großteil handelte es sich um talentierte Musiker, die teils bis heute in einer Kapelle spielen. Das Outfit bestand aus einem Lumpenanzug mit möglichst vielen Flicken, einem schwarz angeschmierten Gesicht und natürlich aus dem Instrument. Mit dem VW-Bus gelangte man seinerzeit zu den umliegenden Fasnetsumzügen, zog aber auch von Wirtschaft zu Wirtschaft und machte Eindruck.

Mit dem Geld, das bei den Auftritten in einen Hut gesammelt wurde, konnte jährlich ein Ausflug bezahlt werden. Geprobt und zu den Terminen gestartet wurde bei "Joints" (Hans-Peter Schoy). Als Busfahrer engagierte sich Klaus Marek. Er war es auch, der die Heimfahrt jeweils auf 2 Uhr nachts ansetzte – "wer nicht mit will, soll selbst schauen, wie er nach Hause kommt", so seine Worte damals. Stets gelang es mit motivierter Publikumsbeteiligung das Stimmungsbarometer in die Höhe zu treiben. Der plötzliche Unfalltod von Dieter Volm im Jahr 1984 bedeute zugleich das Aus für die Lumpenkapelle Schwarzkopf Band.

n Lumpenkapelle Bisingen-Steinhofen: Im Jahr 1983 formierte sich die nächste Generation, die Lumpenkapelle Bisingen-Steinhofen. Diese bestand etwa zehn Jahre. Die Jungmusiker waren alle zwischen 14 und 16 Jahren und hielten ihre Proben beim "Karle-Bäck" (frühere Bäckerei Sauter) ab. Alexander Klotz kann sich noch recht gut daran erinnern, als sie als erste Lumpenkapelle das Landratsamt und das Rathaus in Bisingen stürmten. Außerdem zogen sie in der Fasnetsaison von einer Wirtschaft zur nächsten. Angefangen im Sportheim Steinhofen, über das Schützenhaus nach Thanheim und zurück nach Bisingen, keines der Wirtshäuser wurde ausgelassen und überall erklangen durch den verrückten Narrenhaufen lautstark die fetzigen Musikstücke.

Einmal haben sie beim Umzug in Weildorf gespielt und mussten danach im Storchen in Weildorf den musikalischen Part bei einer Hochzeit übernehmen, weil die verpflichtete Band nicht kam. Natürlich war es für alle eine Riesengaudi. Außerdem haben sie schon in der Schweiz zur Fasnetzeit aufgespielt.

n Lumpenkapelle Bisingen und Dia Aubachana: Erst als neue Jungmusiker hinzukamen, entstand Anfang 1989 die "Lumpenkapelle Bisingen", daraus wurde nur vier Jahre später die Lumpenkapelle "Dia Aubachana". In ihr musizierten rund 30 Bläserinnen und Bläser. Etliche Auftritte sowohl im In- als auch Ausland haben sie über regionale Grenzen hinaus bekannt gemacht.

Unter dem Motto "Late-Night-Show" veranstalteten "Dia Aubachana" vor 25 Jahren, im Jahr 1996 sogar ihren ersten eigenen Fasnetball in der Hohenzollernhalle. Die Lumpenkapelle, welche sich mittlerweile in weitem Umkreis einen Namen gemacht hatte und an jenem Abend über 50 Köpfe zählte, verstand es, den Gästen ein Programm der Super-Spitzenklasse zu servieren.

nBisinger Daagdieab Lompa:  Parallel dazu gab’s in Bisingen schon damals aber auch noch eine zweite Lumpenkapelle, welche bis heute Bestand hat: Die "Bisinger Daagdieab Lompa" entstanden 1987 anfangs noch aus einem kleinen Haufen musizierender Talente und unter dem anfänglichen Namen "LKB juniors". Seit damals wuchs die Mitgliederzahl stetig an. Inzwischen begleiten die Daagdieab Lompa die Nichthuldiger und Kirchamäus bei deren Auftritten und Umzügen, ganz abgesehen von ihren Arrangements bei der Bisinger Ortsfasnet.

Neben den großen Fasnetsbällen in der Hohenzollernhalle sind sie bei der Schulbefreiung, beim Rathaussturm, Auftritten in den Wirtshäusern bis hin zur Teilnahme am großen bunten Kirchspiel-Fasnetsumzug am Fasnetdienstag mit von der Partie. Die Gemeinde Bisingen repräsentieren sie auf unzähligen Umzügen.

Aktiv sind sie nicht nur in der fünften Jahreszeit, sondern das ganze Jahr über, fallen hier und da Auftritte und Verpflichtungen bei Geburtstagen und Hochzeiten an.

Mit ihrem unverkennbaren Outfit und den gut besetzten Registern verstehen sie ihre Kunst und heizen überall ein, wo sie auftauchen. Die Daagdieab Lompa präsentieren sich gut aufgestellt und mit der konsequenten Nachwuchsaquise sind für die Zukunft die Weichen sicherlich zum Besten gestellt.