Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft auch gegen sie: Mariana Krüger. Foto: Rath

Bisinger Affäre wird juristisch immer komplexer. Gegen Mariana Krüger besteht Anfangsverdacht der Untreue.

Bisingen - Die Krüger-Affäre wird juristisch immer komplexer. Mittlerweile ermittelt die Staatsanwaltschaft Hechingen auch gegen die Frau des Bisinger Bürgermeisters.

Es besteht offenbar auch gegen Mariana Krüger ein Anfangsverdacht der Untreue. Zum Verfahren und zum Stand der Ermittlungen wollte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hechingen, Nicole Luther, gestern jedoch noch keine Stellungnahme abgeben.

Auch Susanne Alex von der Bisinger Kanzlei Haid und Alex, die Mariana Krüger im Verfahren vor dem Arbeitsgericht Reutlingen vertritt, wollte den Vorgang nicht kommentieren. Im Moment sei es zu früh für eine Bewertung, ob und wie sich dieser neue Umstand auf die arbeitsrechtliche Auseinandersetzung auswirkt.

Mit einer Einschätzung hält sich auch Harald Schwabenthan noch zurück. Der stellvertretende Bürgermeister und Rechtsanwalt vertritt die Gemeinde vor dem Arbeitsgericht. "Wir werden das strafrechtliche Verfahren sehr gespannt verfolgen und prüfen, welche Auswirkungen es auf das arbeitsrechtliche Verfahren hat. Wenn es strafrechtlich relevante Vorkommnisse gab, sehe ich keine Möglichkeit für eine Weiterbeschäftigung von Mariana Krüger", so Schwabenthan.

Die Ausweitung der Ermittlungen erfolgen offenbar auf Grundlage des Berichts der Gemeindeprüfungsanstalt und geht wohl von der Staatsanwaltschaft aus. Die Gemeinde Bisingen habe jedenfalls keinen Strafantrag gestellt, so Schwabenthan. Trotzdem fühle sich der Gemeinderat in seiner Haltung bestätigt. Als der Rat Mariana Krüger vom Dienst freigestellt hatte, habe er von den strafrechtliche Ermittlungen gegen die Frau des Bürgermeisters noch nichts gewusst. Allerdings gehe dies "in die gleiche Richtung" dessen, was der Rat ohnehin annimmt: dass Mariana Krüger "ihren Beitrag" zu den Vorgängen im Rathaus geleistet habe, der jetzt zu den rechtlichen Verwicklungen und dem politischen Erdbeben führt.

Wie berichtet, gibt es seit mehr als einem Jahr Differenzen zwischen dem Gemeinderat und Bürgermeister Joachim Krüger. Krüger machte seine Frau ohne die sonst übliche Abstimmung im Gemeinderat zur Amtsleiterin, was der Rat nicht akzeptierte. Darauf hin zog Mariana Krüger vor das Arbeitsgericht Reutlingen und klagte auf Wiedereinstellung als Amtsleiterin. Derzeit ruht dort das Verfahren. Zwischenzeitlich hatte auch die Gemeindeprüfungsanstalt Baden-Württemberg (GPA) die Vorgänge im Bisinger Rathaus untersucht.

Als die GPA ihren Bericht abgab, leitete die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der schweren Untreue gegen den Bürgermeister ein. Laut Landratsamt erklärte die GPA, dass Krüger seine Frau nicht zur Amtsleiterin hätte ernennen dürfen und sie auch zweimal zu Unrecht höhergruppiert habe. Darüber hinaus stünden weitere Vorwürfe im Bericht. Worum es dabei geht, ist öffentlich nicht bekannt. Bis zum Ende des Monats haben Gemeinde und Bürgermeister Joachim Krüger Zeit, Stellungnahmen zum GPA-Bericht einzureichen.

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