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Bisingen Einmal pro Woche werden Anlagen überprüft

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Michael Raible ist in seinem Element: Im Keller des Wasserhochbehälters Steinhofen kennt der Wassermeister jeden Winkel und jedes Rohr.Fotos: Kauffmann Foto: Schwarzwälder Bote

Das Wasser in Bisingen wird in Spitzenzeiten knapp, und die Gemeinde sucht nach Lösungen dafür. Wir haben das zum Anlass genommen, mit Wassermeister Michael Raible den Hochbehälter Steinhofen zu erkunden.

Bisingen. Wassermeister Michael Raible öffnet die Tür zum Wasserhochbehälter in Steinhofen. Er berührt mit seiner Hand die Decke: Eine Spezialbeschichtung, die wegen ihrer Oberfläche eine dreimal größere Fläche hat. Besucher sehen eine Treppe mit einem Geländer, die ins Wasser führt, fast wie im Freibad. Was passieren würde, wenn ein Kugelschreiber ins Wasser fällt? Ja, das wäre tatsächlich nicht so einfach.

Raible erklärt: Erst einmal stellt er den Abfluss des Wassers ab. Dann lässt er den Behälter voller Wasser ab. Das gesamte frische Wasser, ist wie Abwasser und wird durch die Kanalisation in die Kläranlage geleitet. Allerdings nur dosiert, sodass die Kläranlage die Menge noch fassen kann. Vom Ablassen bis zum Wiederauffüllen dauere es gut sieben Tage.

Man sieht den Wasserhochbehälter von der Straße aus nicht. Das Gelände in direkter Nähe ist dicht bewachsen. Wer nichts vom Bauwerk weiß, wird es nicht finden. Einmal pro Woche kommt Raible hier her, um die Anlagen zu prüfen. Er ist im Auftrag der Gemeinde zuständig für den Betrieb der Rohrleitungen und Wasserhochbehälter. Dort wird das Wasser gesammelt, das die Bodensee-Wasserversorgung nach Bisingen leitet. Und Raible ist für die letzten Leitungskilometer zuständig: Er schaut, dass in den Haushalten der Bisinger das Wasser aus dem Hahn fließt.

Bei seinen Kontrollgängen achtet er auch auf die Lufttemperatur in den Hochwasserbehältern: Diese muss genau so hoch sein wie die Temperatur des Wassers, da es sich sonst Kondenswasser an der Decke und der Einrichtung bildet. Im Winter kann es runtergehen auf drei Grad, im Sommer sind es schon mal 15 Grad. Und beim Vor-Ort-Termin sind es 7,8 Grad.

Solche Infos erhält Raible auf dem Bildschirm eines Computers im Untergeschoss des Bauhofs. Der sendet jede Sekunde einen "Überlebens-Bit" an jeden Hochbehälter. Wenn von dort keine Rückmeldung gesendet wird, gibt es meiste entweder ein Problem mit dem Hochbehälter oder mit dem Internet. Die Wasserhochbehälter sind zwar nach den Ortschaften benannt, aber das heißt nicht, dass der Wasserhochbehälter Steinhofen auch ganz Steinhofen versorgt. "Ich würde nicht in Ortsgrenzen denken", erklärt Raible. Stattdessen komme es auf das Gefälle an. Daher würde die Wasserversorgung ja selbst bei einem Stromausfall erst einmal reibungslos weiter funktionieren.

Bereits seit Jahren erneuert die Gemeinde alle sieben Hochbehälter

Auf Raibles Anzeige auf dem Bildschirm blinkt die Anzeige für Thanheim. Soll heißen: Dort wird gerade eine Störung angezeigt, weil der Wasserhochbehälter saniert wird. Bereits seit Jahren erneuert die Gemeinde Bisingen alle sieben Hochbehälter – ein Projekt, dessen Kosten sich auf Millionen Euro summieren und noch immer nicht abgeschlossen ist. Diese Sanierungen sind auch dringend notwendig: "Sowohl die Bauwerke, die Maschinentechnik als auch die Elektro- und Sicherheitstechnik sind über 30 Jahre alt und daher sanierungsbedürftig", erklärt Holger Maier, Leiter des Bauamts. "Durch den Umbau wesentlich vereinfacht werden Fernwartung über PC und Handy, ersetzt aber nicht die wöchentliche Kontrolle vor Ort", sagt Maier weiter.

Diese Kontrolle nimmt Raible vor. Er schaut dabei auch, dass das Wasser nicht länger als drei Tage in den Behältern steht. Denn: "Das Wasser kann verderben." Schließlich sei es Lebensmittel, das auch ungenießbar werden kann, wenn man es – wie jedes Lebensmittel – falsch lagert.

Als er beim Vor-Ort-Termin den Hochbehälter in Steinhofen verlässt, stellt er die Anlage wieder scharf. "Jetzt habe ich 20 Sekunden, um rauszugehen und die Tür zu schließen", berichtet er. Sonst schlägt das System automatisch Alarm.

Alle Wasserhochbehälter in Bisingen fassen insgesamt rund 3500 Kubikmeter. Beliefert wird die Gemeinde von zwei Versorgern, dem Zweckverband Bodensee-Wasserversorgung und dem Zweckverband Hohenzollern. 2019 lag die Abnahmemenge bei insgesamt rund 460 000 Kubikmetern Wasser. Der Wasserschwung ist in Bisingen sehr gering: Dieser liegt bei nur drei bis vier Prozent des entnommenen Wassers. Das liegt am guten Rohrnetz und daran, dass Rohrbrüche rasch repariert werden.

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