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Bisingen "Einfach lächerlich, was Deutschland macht"

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Zur Rede- und Diskussions-Veranstaltung in der Hohenzollernhalle hat der CDU-Kreisverband mit der Vorsitzenden, Nicole Hoffmeister-Kraut, eingeladen. Foto: Kauffmann Foto: Schwarzwälder Bote

Bisingen (aka). Heinrich Haasis zeigt sich in Bisingen als Verfechter der Europäischen Union (EU), aber keineswegs als unkritischer Beobachter: Die Kreis-CDU hat zu seinem Vortrag mit anschließender Diskussion in die Hohenzollernhalle geladen – und zahlreiche Besucher sind gekommen, selbst der letzte Platz im Saal ist belegt.

Bisingens ehemaliger Bürgermeister (1971 bis 1981) und Präsident des Deutschen Sparkassenverbands (2006 bis 2012) verortet die EU zwischen den Machtblöcken China und Russland, gibt einen historischen Abriss über Ereignisse, die die Welt bis heute prägten, vom Sturz des Schahs im heutigen Iran bis hin zum Wirken Papst Johannes Pauls. Und nicht alles habe sich seit dem Zerfall der beiden Blöcke Ost und West zum Besseren entwickelt. Er spielt damit auch auf die Angriffe auf Meinungsfreiheit in der Türkei, Behördenwillkür in China und einen unberechenbaren US-Präsidenten an. Deshalb sei eine starke EU notwendig – ein Staatenbündnis, das sich in einer Welt voller Unwägbarkeiten zu behaupten weiß. Sein Fazit: "Deutschland kann es nicht alleine richten."

Doch innerhalb des Staatenbündnisses "ist nicht alles Gold", hebt er an, um darauf gegen eine europäische Arbeitslosenversicherung zu wettern und gegen einen einheitlichen Mindestlohn. "Undenkbar" nennt Haasis solche Ideen. Die Lebensverhältnisse seien in der EU viel zu unterschiedlich.

Und das ist nicht alles, was der 73-Jährige an Kritik auf Lager hat. In Anspielung auf die Dieselverbots-Diskussion stellt er klar: "Damit machen wir unsere Autoindustrie kaputt. Die größten Fehler werden in guten Zeiten gemacht."

Dennoch: Eine hohe Wahlbeteiligung könne die EU stärken. Haasis: "Nur wenige Stimmen können den Ausschlag geben", sagt er mit Blick auf das Erstarken politisch radikaler Kräfte, nicht nur in Deutschland, ja, er fordert das Publikum auf, für die Wahl demokratischer Parteien zu werben. Eine stärkere SPD sei ihm lieber, als eine AfD mit besten Wahlergebnissen. In diesem Zusammenhang sagt er: "Nicht alle AfD-Wähler sind Nazis." Auch viele ehemalige CDU-Wähler gehörten zu denen, die das Kreuzchen bei der Alternative für Deutschland machten. Nie träumen lassen hätte er sich, dass diese Partei einmal mit einer Fraktion im Bundestag vertreten sein wird. Und auch den linken Rand hat er in seiner Rede nicht unerwähnt gelasse: "Das hat meine Vorstellungskraft überstiegen", dass eine Linke, die sich offen in der Nachfolge der SED verorteten, nun dem Bundestag angehörten, teils sogar Landtagswahlen gewinne.

Auch, wenn es um Umweltverschmutzung geht, bezieht Haasis klar Position: "Es ist einfach lächerlich, was Deutschland macht." Während Deutschland die Atomkraftwerke abschalte, würden in China mehr als zehn neue ans Netz gehen. Hasis weiter: "Alle wollen E-Mobilität, aber wo soll der Strom herkommen?" Man glaube, dass die E-Mobilität eine Verbesserung bringe – eine aus seiner Sicht irrige Annahme. Zukunft habe hingegen das Wasserstoffauto. Eine Entwicklung in die falsche Richtung sieht er ebenso im Hinblick auf die Beziehungen zu Russland. Er plädiert zwar für die Fortsetzung der Westintegration, allerdings macht Haais deutlich, dass "uns an einem schwachen Russland nicht gelegen sein kann", zumal die Mehrheit der Russen positiv über Deutschland denke.

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