Direkt neben der Bahnlinie thront im Altenweg der 40 Meter hohe Sendemast. Foto: Wahl

Im Altenweg thront ein 40 Meter hoher Betonmast. Standort bietet gute Verbindung für Mobilfunk.

Bisingen - Wenn der ausgediente Mautekamin eines Tages fallen sollte, wird sich die Bisinger Ortsansicht nur unwesentlich verändern. Ein zweiter dünner Turm ragt jetzt aus dem Bahnhofsviertel. Im Altenweg wurde ein neuer Mobilfunkmast aufgestellt.

In Bisingen war gestern einiges los. Ein riesiger Autokran und mehrere Tieflader kamen schon früh am Morgen angerollt. Der Grund: Im Altenweg 23 wurde ein neuer Mobilfunkmast aufgestellt. Ganze 40 Meter ist der neue Funkmast hoch – und damit ein ähnliches Kaliber wie das bisherige "Wahrzeichen" der Ortssilhouette, der Mautekamin mit rund 50 Metern.

Die Anwohner und die Autofahrer auf der Bahnhofstraße staunten nicht schlecht, als Arbeiter die zwei Röhrenteile zu einem großen Betonpfeiler aufstellten. Der Turm war mit zwei Tiefladern aus Neumarkt in der Oberpfalz nach Bisingen befördert worden. Der Bauherr ist die Deutsche Funkturm GmbH, Regionalvertretung Stuttgart aus Fellbach.

Im Herbst hatte der Gemeinderat sein städtebauliches Einvernehmen für den Mobilfunk-Sendemast erteilt. Er ersetzt den einstigen Antennenstandort auf dem Mautekamin. Der Schornstein der Industriebrache gilt als baufällig. Bereits vor einiger Zeit war der Sender vom Maute geholt, ein mobiler Mast aufgestellt worden.

Im Zuge des vieldiskutierten Mobilfunkkonzepts hatte die Gemeinde vor einigen Jahren geeignete Standorte suchen lassen. Auf diese Weise sollen ein Wildwuchs der Sender im Ort vermieden und die Strahlenbelastung so gering wie möglich gehalten werden. Der neue Sendeturm ist mit 40 Metern Höhe zwar sehr auffällig, wird von den Verantwortlichen aber gerade deswegen als zweckmäßig eingestuft. Weite Teile Bisingens könnten damit abgedeckt werden.

am Rande: Twin-Towers

Gott sei Dank. Der neue Mobilfunk-Sendemast steht. Endlich geht mal wieder was im Ort, ein kleiner Aufreger, über den man sich ein wenig amüsieren kann. Was den neuen Mast angeht, so muss man neidlos anerkennen: Er ist ausgesprochen hässlich geworden. Ein zweiter dürrer Hering ragt nun in den Himmel über der City. Nicht schön, aber selten. Zusammen mit dem Mautekamin bildet er die Bisinger Twin-Towers, zumindest eine Zeit lang. Aber der neue Mast wird seinen Zweck sicher erfüllen: Steigt der Bisinger beim Sonntagsspaziergang hinauf auf den Friedhochsbuckel und lässt sein Auge über die geliebte Heimat schweifen, wird er schnell den Identifikationspunkt finden: Ja, da liegt es, mein Bisingen, schon von Weitem zu erkennen. Die Nichthuldiger dürften aufatmen. Fasnet gerettet. Wer streicht das Ding jetzt noch rot an?

Von Volker Rath

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