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Bisingen Das Monument wurde vor dem Müll bewahrt

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Kreuze auf dem KZ-Ehrenfriedhof erinnern an tausende Tote, die durch das Unternehmen "Wüste" ums Leben kamen. Foto: Wahl Foto: Schwarzwälder-Bote

Vor 70 Jahren fand die Einweihung des KZ-Ehrenfriedhofs Bisingen statt. 25 Jahre später sorgte die angedachte Mülldeponie im Gewann "Ludenstall-Ständiges Brünnele" nahe der Gedenkstätte für Aufsehen in der Bevölkerung.

Bisingen. Die gebildete Aktionsgruppe um Josef Hodler "Müll weg vom KZ-Friedhof" konnte seinerzeit das Zustandekommen der Kreismülldeponie verhindern.

Der Ort der Trauer und der an Gräueltaten und Grausamkeiten, der KZ-Friedhof in Bisingen, entstand in den Nachkriegsjahren des zweiten Weltkrieges, als Mahnmal der furchtbaren Vorkommnisse unter dem Nazi-Regime.

Rund 3500 Menschenleben forderte das Unternehmen "Wüste" zwischen September 1944 bis April 1945. Das Ziel der Nazi-Führung war es, aus Posidonienschiefer der schwäbischen Alb, Treibstoff zu gewinnen. Als billige Arbeitskräfte und dies unter verheerenden Bedingungen mussten Häftlinge und Zwangsarbeiter herhalten. Die Arbeiten im Ölschieferwerk im Gewann Kuhloch forderte unzählige Opfer. Zunächst noch im Reutlinger Krematorium verbrannt, wurden später zwei Landwirte aus Bisingen und Steinhofen verpflichtet, mit ihren Fuhrwerken die Toten aufzuladen und ins Massengrab in den "Ludenstall" zu befördern. Auch die Todesmärsche nach Auflösung der Lager im April 1945 kostete viele das Leben. Zwar wurden die Sterbefälle ans Rathaus Bisingen gemeldet, jedoch auf Anordnung des damaligen Bürgermeisters Hugo Maier vor Einmarsch der französischen Armee sämtliche Unterlagen verbrannt.

Die französische Militärregierung veranlasste nach Beendigung des Krieges bald die Freilegung des Massengrabes und die Leichen wurden exhuminiert. Schon im Frühjahr 1947 fand dann die würdevolle Beisetzung im Zuge der Einweihungsfeierlichkeiten des Ehrenfriedhofs in Bisingen statt.

Anfangs standen 1150 Holzkreuze unter dem etwa 17 Meter hohen Kreuz; später wurden diese durch Steinkreuze ersetzt. Dem Gedenkstättenverein gelang es, einen Teil der Namen der Opfer zu Herauszufinden.

Erfolgreich gegen die Deponie gewehrt

Große Unverständnis kam 1972, nur 25 Jahre später, bei der Bisinger Einwohnerschaft auf. Der Landkreis Hechingen beabsichtigte in unmittelbarer Nähe zum Ehrenfriedhof eine Mülldeponie zu errichten. Unverzüglich bildete sich eine Aktionsgruppe, welche sich gegen die Deponie wehrte. Pietätlosigkeit wurde den Verantwortlichen des Landratsamtes Hechingen und des Regierungspräsidiums Tübingen unterstellt.

Klar Position bezog auch der damalige Bürgermeister und Hechinger Kreisrat Heinrich Haasis. Er forderte in einem offenen Brief an Regierungsdirektor Maier, dass sich der Kreistag dem Problem annehme. Zudem beteiligten sich viele Mitbürger an einer Autokolonne zum Hechinger Landratsamt, um gegen die Deponie zu demonstrieren. Die Aktionen zeigten die gewünschte Wirkung, der Plan für die Mülldeponie wurde letztlich fallengelassen.

 
 

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