Unser Foto zeigt das Kellergeschoss des Feuerwehrhauses Bisingen, aufgenommen am Tag des Hochwassers, 2. Mai, kurz nach 20 Uhr. Foto: Alexander Kauffmann

Das Hochwasser in Bisingen hat Anfang Mai nicht nur gravierende Schäden an privaten Häusern und Wohnungen angerichtet, sondern auch an öffentlichen Einrichtungen. Nun wird erstmals beziffert, wie hoch die Kosten in diesem Bereich wirklich sein könnten.

Der Gemeinderat kommt am heutigen Dienstag zur letzten Sitzung vor den Sommerferien zusammen, bevor sich das neue Gremium im September konstituiert. Im Juni wurden einige Entscheidungen getroffen, die die Wasserversorgung und den Ausblick auf die Finanzlage betreffen – eine kurze Zusammenfassung:

 

Raible sichert Trinkwasser

Die Firma Raible aus Geislingen wird auch für weitere fünf Jahre das Trinkwassernetz in Bisingen betreuen. Das Unternehmen kümmert sich im Auftrag der Gemeinde unter anderem um Wasserrohrbrüche, den Ausbau des Leitungsnetzes, die Hausanschlussleitungen und die Wasserhochbehälter. Das hat der Gemeinderat in seiner Juni-Sitzung einstimmig beschlossen.

Diese Aufgaben wird die Firma Raible auch künftig in Bisingen und in den Ortsteilen mit 60 Stunden pro Woche übernehmen. Abgerechnet wird der Einsatz mit einer Pauschale pro Monat, die im Jahr 2025 bei rund 5000 Euro (netto) liegt, 2029 aufgrund der einberechneten Preissteigerungen bei 5600 Euro (netto). Das Leitungsnetz der Gemeinde Bisingen umfasst 71,3 Kilometer Hauptleitungen. Es sind rund 4500 Haushalte mit rund 9800 Einwohnern angeschlossen.

Neuer Bauhof-Lastwagen

Nachdem ein Lastwagen des Bauhofs die „Verschleißgrenze“ erreicht hat, hat der Bauhof einen neuen erhalten. In das neue Fahrzeug mit abrollbarer Ladefläche hat die Gemeinde rund 250 000 Euro (brutto) investiert. Die Abschluss-Abrechnung hat der Gemeinderat einstimmig gebilligt.

Höhere Kosten

Die Gemeinde rechnet damit, dass die Ausgaben steigen und die Einnahmen sinken. Das geht aus dem Finanzzwischenbericht hervor. Insbesondere bei der Gewerbesteuer rechnet die Finanzverwaltung mit weniger Einnahmen (minus 700 000 Euro), darüber hinaus sind aufgrund des Hochwassers Anfang Mai Kosten für Sanierungen entstanden, die vorher niemand auf dem Schirm gehabt hatte.

Im Hinblick auf die Schäden durch die Überflutung liegt eine erste Schätzung vor. Demnach braucht alleine für die „hohen Inventarschäden“ an der Hohenzollernhalle 40 000 Euro für Sanierungen. Mitgenommen wurde auch das Feuerwehrhaus. Die Sanierungen dort werden auf 80 000 Euro geschätzt. Hinzu kommen weitere 800 000 Euro, um die Schäden an Bachläufen, Wegen, Plätzen, Brücken und Kanalisation zu beseitigen. Die Sofortmaßnahmen im Zuge des Hochwassers werden auf 200 000 Euro geschätzt. Die Kosten insgesamt liegen demnach bei rund 1,1 Millionen Euro.

Dennoch wird erwartet, dass die Schulden bis Ende des Jahres sinken, und zwar von rund 7,3 Millionen Euro Ende 2023 auf rund 6,7 Millionen Euro Ende 2024.

Auch Bürger können Fragen stellen

Termin
Die nächste Sitzung des Bisinger Gemeinderats findet am heutigen Dienstag, 23. Juli, von 19 Uhr an im Saal des Feuerwehrhauses Bisingen statt. Auf der Tagesordnung steht auch eine Bürgerfragestunde.

Tagesordnung
In der letzten Sitzung vor der Sommerpause will Bürgermeister Roman Waizenegger die Pläne für den Neubau der Kita Reute (an der Bahnhofstraße) vorstellen; darüber hinaus wird die Schlussabrechnung der Pflasterarbeiten auf dem Bisinger Friedhof vorgestellt, ebenso erfolgt die Beschlussfassung über die Annahme von Spenden, die aus Anlass des Hochwassers auf dem Konto der Gemeinde eingegangen sind.