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Bisingen Abhörsicher Drogen im Ort verkauft

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Vor dem Hechinger Landgericht wurde am Donnerstag der Prozess gegen einen 25-jährigen mutmaßlichen Drogenhändler fortgesetzt. Nicht zuletzt wegen aufmerksamer Bauhofmitarbeiter kam die Polizei dem Mann auf die Schliche.

Bisingen. Um seinen Lebensunterhalt und seinen eigenen Drogenkonsum zu finanzieren, soll ein 25-jähriger Bisinger über Jahre hinweg Marihuana verkauft haben – hauptsächlich in der Gemeinde – so die Anklage. Das ergeben die Ermittlungen der Kriminalpolizei und das hat der junge Mann über seinen Anwalt vor dem Hechinger Landgericht auch gestanden. Mitangeklagt ist ein 32-jähriger, ebenfalls aus Bisingen stammender Komplize, der ihm erlaubt hat, seinen Drogenvorrat im Hause seiner Großeltern, einem ehemaligen Gasthaus, zu deponieren.

Fahnder stoppen Auto

Am Donnerstag gab nun der leitende ermittelnde Kriminalbeamte Einblicke in den Fall. Per Mobiltelefon hätten Abnehmer den mutmaßlichen Dealer kontaktiert, der dann mit ihnen Treffpunkte zur Übergabe der Drogen ausgemacht habe. Bevorzugt sei dies das "Katzenloch" gewesen. Doch auch beim Friedhof, bei der Volksbank, dem Kindergarten und hinter einem Imbiss seien wohl die Geschäfte abgewickelt worden. Das "Katzenloch" hat dem Angeklagten jedoch das Genick gebrochen: Mitarbeiter des Bauhofs entdeckten dort beim Mähen in einer Hecke einen verdächtigen Beutel und informierten daraufhin die Polizei. Die stellte schnell fest, dass es sich bei dem Inhalt um Marihuana handelte. Ein auf der Tasche gesicherter Fingerabdruck wies dann auf den 25-Jährigen hin, der bereits 2016 wegen Drogenhandels vom Hechinger Amtsgericht verurteilt worden war.

Die Polizei überwachte das Mobiltelefon des Mannes, und gewann so Erkenntnisse über dessen Geschäfte. So wurde sein Telefon bei einem Überfall in Straßberg geortet, bei dem es wohl auch um Drogenhandel ging. Ein Auto, mit dessen Fahrer der Bisinger kurz zuvor Kontakt hatte, und das auch dem Bisinger Polizeiposten suspekt vorkam, wurde bei der Hechinger Ausfahrt Mitte der B 27 von Fahndern gestoppt: Unter dem Ersatzrad fanden die Beamten 68 Gramm Marihuana. Zuvor hatte der Beifahrer eine Schreckschusswaffe aus dem Fenster geworfen.

Wie der Bisinger vorgegangen ist, geht aus einer Telefonüberwachung hervor, die die Balinger Kriminalpolizei aufgezeichnet hat: Nach einem Deal mit einem Mann aus Trochtelfingen hatte der 25-Jährige sein Mobiltelefon in dessen Auto vergessen. Hektisch telefonierte er seinem Kunden hinterher, bot Benzingeld dafür, dass der ihm das Telefon schnellstmöglich wieder zurückbringe. Zahlreiche Anrufe seien in der kurzen Zeit bis zur Rückkehr nach Bisingen auf dem Gerät eingegangen, sagte der Trochtelfinger gegenüber der Polizei aus.

Als die Beamten dann, nach der Verhaftung des über längere Zeit observierten Bisingers, am 2. März 2020 das Mobiltelefon fanden, staunten sie nicht schlecht. Es handelte sich um ein aus Frankfurt stammendes Krypto-Handy, ein abhörsicheres Mobiltelefon, ausgestattet mit einer holländischen SIM-Karte.

Fortsetzung folgt

Der Prozess gegen mutmaßlichen Täter und Handlanger findet voraussichtlich am Donnerstag, 1. Oktober, ab 9 Uhr vor dem Hechinger Landgericht mit einem Urteil seinen Abschluss.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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